Studentische Meinung ist gefragt


12.000 durch Zufall ausgewählte Studierende aller Fachbereiche erhalten in diesen Tagen Post vom Rektorat. Im Briefumschlag steckt allerdings kein Weihnachtsgruß, sondern ein umfangreicher Fragebogen, mit dem die Universität als erste deutsche Hochschule auf breiter Basis die Einschätzungen, Motive und Wünsche aller Studierender abfragt und die tatsächlichen Studienbedingungen erkundet. Bei verschiedenen Rankings der letzten Jahre hatte die Universität Münster meist gute Noten für ihre Forschungs- und Lehrleistungen bekommen, aber häufig Kritik an den studentischen Arbeitsbedingungen einstecken müssen. Wie die fast 45.000 Studierenden selbst die Verhältnisse an der „Massenuniversität“ Münster beurteilen, soll nun mit der repräsentativen Befragung ermittelt werden

Eine Projektgruppe, an der auch Vertreter des AStA und des autonomen Behindertenreferats mitarbeiteten, hat den achtseitigen Fragebogen in Zusammenarbeit mit dem „Hochschul-Informations-System“ (HIS) entwickelt und getestet. Darin geht es sowohl um den bisherigen Studienverlauf, als auch um Hochschulwahl, Fachrichtungswahl und Studienziele. Die Studierenden werden aufgefordert, die personellen und inhaltlichen Aspekte ihres Studiums in Münster zu bewerten, von der Breite des Lehrangebots bis zu den Öffnungszeiten der Bibliotheken. Auch Studienprobleme, Informations- und Beratungsmöglichkeiten und die besondere Situation von behinderten Studierenden werden angesprochen. Gefragt ist auch die Meinung zu Service-Einrichtungen wie Studienberatung, Auslandsamt und Studentenwerk

Ziel der Aktion ist die weitere Verbesserung von Studium, Lehre und Dienstleistungsangeboten an der Universität. Die Universität Münster legt nach den Worten von Rektor Prof. Dr. Jürgen Schmidt großen Wert darauf, die Einschätzungen, Bewertungen und Wünsche ihrer Studierenden zum Studium und zur studienbezogenen Infrastruktur kennen zu lernen, um auf dieser Informationsbasis konkrete Maßnahmen zur Verbesserung einleiten zu können: „Die Meinung der Studierenden ist gefragt!“. Der für Studium und Lehre zuständige Prorektor Prof. Dr. Hans Ulrich Thamer sieht die anonyme Befragung als Chance und hofft, dass möglichst viele der 12.000 angeschriebenen Studierenden der Universität den Fragebogen ausfüllen und portofrei zurückschicken.

Mit der Auswertung der Fragebögen und der Aufbereitung der Daten hat das Rektorat HIS in Hannover beauftragt, das seit 30 Jahren Untersuchungen zu unterschiedlichen bildungs- und hochschulpolitischen Fragestellungen durchführt. Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse, die vom Rektorat ausdrücklich zugesichert wird, ist im Mai nächsten Jahres zu rechnen. Geplant ist, ein bis zwei Jahre später über das Internet eine Folgebefragung durchzuführen, um mögliche Veränderungen in den Einschätzungen und Urteilen der Studierenden zu ermitteln und den Erfolg von eingeleiteten Veränderungen zu überprüfen.

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Norbert Frie idw

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