Forschungsprojekt: Geistiges Eigentum in der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit

Ziel des Projekts ist es, einen Beitrag zum Schutz des geistigen Eigentums zu leisten und damit eine erfolgreiche, langfristige deutsch-chinesische wirtschaftliche Zusammenarbeit in den verschiedensten Formen und auf den unterschiedlichsten Ebenen zu unterstützen.

Dazu werden neben Literaturauswertung Untersuchungen in Form von Interviews und Gesprächen in Deutschland und China in verschiedenen Unternehmen, Institutionen wie der Außenhandelskammer Beijing sowie mit wissenschaftlichen Partnern durchgeführt – u.a. mit der Universität zu Köln und der Shanghai Academy of Social Sciences. Der Forschungsstand wird laufend über die Projektwebsite (http://www.ip-china.de) und über regelmäßige Newsletter dargelegt. Die Ergebnisse werden auf verschiedenen Veranstaltungen in Deutschland und China präsentiert und über Artikel in Fachzeitschriften sowie einschlägigen referierten wissenschaftlichen Zeitschriften zugänglich gemacht. An der Hochschule Bremen erfolgt neben der Einbeziehung der Erkenntnisse in die Lehre auch die Vergabe von Bachelorarbeiten in Kooperation mit interessierten Unternehmen sowie einer Doktorarbeit in Zusammenarbeit mit den Modernen China-Studien der Universität zu Köln. Im Zuge der fortschreitenden Globalisierung gehört heute auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China längst zum Alltag. Diese ist in allen Unternehmensbereichen zu beobachten, sei es in Form von Lieferanten- und Kundenbeziehungen, als Geschäftspartner, oder innerhalb einzelner Unternehmen als Mitarbeiter und in zunehmendem Maße auf der Managementebene.

Mit der direkten und engen Zusammenarbeit wird der Zugang zu unternehmensinternen Informationen mit kommerziellem Wert leichter denn je. Für den Schutz geistigen Eigentums stehen zwar diverse Maßnahmen zur Verfügung – wie beispielsweise die Anmeldung von Patenten auf rechtlicher Ebene oder Geheimhaltungsvereinbarungen auf betriebswirtschaftlicher Ebene. Vor dem Hintergrund stetiger Verletzungen sind diese Schutzmaßnahmen gegenwärtig bei weitem nicht ausreichend. Folglich erscheint zunächst ein möglichst restriktiver Umgang mit Informationen über patentierte Technologien, technisches Know-How, Management- und Führungskonzepte, Lieferanten-, Kunden- und Preislisten und dergleichen angebracht. Angesichts zunehmenden Wettbewerbs auf dem chinesischen Markt und Schwierigkeiten bei der Mitarbeiterbindung wird jedoch eine gute Zusammenarbeit mit chinesischen Geschäftspartnern sowie Personal immer wichtiger. Eine Zurückhaltung von Informationen scheint daher nicht nur wenig realisierbar, sondern auch nicht immer sinnvoll zu sein.

So ist es ratsam, Überlegungen zum Umgang mit wertvollen Informationen bewusst in die Zusammenarbeit einfließen zu lassen und eine Basis zu schaffen, bei der ein Wissenstransfer kontrolliert abläuft. Dabei dürfte vor allem die Erkenntnis gewinnbringend sein, welche Mechanismen beide Seiten ihre Zusammenarbeit als einen langfristig balancierten Tausch verstehen lassen, bei dem niemand auf Kosten des anderen profitiert; wie die Akteure sich bzw. ihre Interaktionen gegenseitig wahrnehmen und welche Rolle gesellschaftliche und kulturelle Aspekte dabei spielen. Konkret gilt also zu klären: Wann sollten welche Informationen mit wem auf welche Art und Weise kommuniziert werden?

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Ulrich Berlin idw

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