Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schweizerischer Nationalfonds bewilligt Projekte an der Universität Basel zur Ankurbelung der Wirtschaft

09.09.2009
Die Universität Basel hat vom Schweizerischen Nationalfonds fünf neue Technologietransfer-Projekte zugesprochen bekommen, von denen Impulse für die Wirtschaft erhofft werden.

Vier dieser Projekte werden im Nationalen Forschungsschwerpunkt Nanowissenschaften am Swiss Nanoscience Institute durchgeführt, das fünfte ist im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunktes Co-Me der ETH Zürich am Medical Image Analysis Center (MIAC) der Universität Basel angesiedelt.

Insgesamt hat der Schweizerische Nationalfonds (SNF) 28 neue Technologietransfer-Projekte bewilligt. Die Lancierung der Projekte erfolgte im Rahmen des Konjunkturpakets des Bundes. Dabei wurden dem SNF zusätzlich 10 Mio. Franken zur Stärkung des Wissens- und Technologietransfers der Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS) zugeteilt.

In jedes der bewilligten Projekte sind Industriepartner eingebunden. Weil diese einen ähnlich hohen Beitrag wie der SNF einbringen und die beteiligten Hochschulen weitere fünf Mio. Franken investieren, fliessen insgesamt 25 Mio. Franken in die Entwicklung neuer Technologien. Die bewilligten Projekte werden ihre Arbeit am 1. Oktober 2009 aufnehmen. Zwischenergebnisse sind nach einem Jahr, Endergebnisse nach zwei Jahren zu erwarten.

Die meisten Projekte haben zum Ziel, Geräte, Systeme oder Methoden weiterzuentwickeln, die an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und praktischer Anwendung stehen. In dieser Phase besteht oft die Gefahr, dass Ideen nicht mehr weiterverfolgt werden, da sie aus Sicht der Forschung keine Herausforderung mehr darstellen, für die Wirtschaft jedoch noch zu weit von einer Anwendbarkeit entfernt sind.

Die NFS sind prädestiniert für diese Aufgabe, da sie neben der Spitzenforschung auch den Auftrag haben, ihre Forschungsresultate für die Anwendung in der Wirtschaft verfügbar und nutzbar zu machen. Die beteiligten Firmen kommen aus den Bereichen Medizinaltechnik, Maschinenindustrie, Optik, Nanotechnologie oder der Pharmaindustrie.

Folgende Projekte im Umfang von 1'560'000.- Mio. Franken werden am Swiss Nanoscience Institute und am Medical Image Analysis Center durchgeführt:

1.Biophysikalische und immunologische Untersuchung eines Nikotin-Impfstoffs (SNI)

Abhängig von der Definition eines Rauchenden zählt die Weltbevölkerung zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Raucherinnen und Raucher. Wissenschaftler um Prof. Ueli Aebi vom Biozentrum werden zusammen mit der Firma Alpha-O-Peptides AG in Allschwil die Machbarkeit eines neuartigen, vollkommen synthetischen Antinikotin-Impfstoffs untersuchen. Das Projekt kombiniert die neuesten Erkenntnisse aus Nanotechnologie, Gentechnologie und Immunologie.

2. Multifunktionale Rasterkraftmikroskopie für angewandte Materialerkennung (SNI)

In Zusammenarbeit mit der Spin-off-Firma Nanosurf AG in Liestal wird das Team um Prof. Ernst Meyer an der Weiterentwicklung der derzeit vielversprechendsten Mikroskope forschen. Dazu sollen die bereits erfolgreichen Frequenz-Verschiebungstechnologien auf drei Dimensionen erweitert werden, was die detaillierte Studie individueller Atome und Moleküle erlaubt.

3. Entwicklung von robusten, genormten Nano-Sensoren (SNI)
Die Entwicklung von Rastersondenmethoden in der Mikroskopie eröffnete in den Achtzigerjahren den ersten Zugang zur Welt des Nanometers. Diese Methoden basieren auf der Verwendung von Nanosensoren in Form mikroskopisch kleiner Federbalken, die derzeit nur mit noch nicht optimalen Eigenschaften hergestellt werden können. Das Team von Prof. Christoph Gerber wird in Zusammenarbeit mit der Basler Firma Concentris GmbH an der Entwicklung von robusten und gleichzeitig wohl definierten Nanosensoren arbeiten.
4. Charakterisierung und Verbesserung der Dispergierung von Nanokompositen (SNI)
Ein interdisziplinäres Team aus Wissenschaftlern des Paul Scherrer Instituts (Prof. Jens Gobrecht) und der Fachhochschule Nordwestschweiz (Prof. Clemens Dransfeld, Prof. Uwe Pieles) wird zusammen mit Industriepartnern aus dem Aargau und aus Baselland an der Verbesserung und der Charakterisierung der Verteilung von Nanokomposit-Pulvern in den mengenmässig wichtigsten Kunststoffen arbeiten. Funktionale Nanopartikel werden heute in zunehmendem Masse als Zusätze in Polymerwerkstoffen verwendet, um diese Werkstoffe mit zusätzlichen Eigenschaften und Funktionen zu versehen, ohne die übrigen Eigenschaften des Kunststoffes negativ zu beeinflussen.
5. Planungs- und Navigationssystem für die Kiefer-Gesichts-Chirurgie (MIAC)
Ziel dieses Projekts ist die Weiterentwicklung eines Computersystems zur Planung und intra-operativen Navigation von Eingriffen im Kiefer- und Gesichtsbereich hin zur Produktreife. Das System wurde unter der Leitung von Prof. Philippe Cattin als Prototyp im NCCR "Computer Assisted and Image Guided Medical Intervention" (Co-Me) entwickelt. Die Kommerzialisierung soll nun unter kontinuierlicher Evaluation und Weiterentwicklung durch die klinischen Partner der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie erfolgen. Weitere universitärer Partner ist das ARTORG Center der Universität Bern.
Weitere Auskünfte:
Universität Basel, Luzia Jäger, Vizerektorat Forschung & Nachwuchsförderung, Ressort Forschung, Petersgraben 35/3, 4003 Basel, Tel. 061 267 09 98, E-Mail: Luzia.Jaeger@unibas.ch

Hans Syfrig | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibas.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Höhere Beschäftigungsstabilität in exportierenden Betrieben
05.02.2019 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Nur leichte Brexit-Delle
29.01.2019 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Jet/Hüllen-Rätsel in Gravitationswellenereignis gelöst

Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Astronomen des Bonner Max-Planck-Instituts für Radioastronomie hat Radioteleskope auf fünf Kontinenten miteinander verknüpft, um das Vorhandensein eines stark gebündelten Materiestrahls, eines sogenannten Jets zu beweisen, der vom Überrest des bisher einzigen bekannten Gravitationswellenereignisses ausgeht, bei dem zwei Neutronensterne miteinander verschmolzen. Bei den Beobachtungen im weltweiten Netzwerk spielte das 100-m-Radioteleskop in Effelsberg eine wichtige Rolle.

Im August 2017 wurde zum ersten Mal die Verschmelzung zweier sehr kompakter Sternüberreste, sogenannter Neutronensterne, beobachtet, deren vorhergehende...

Im Focus: (Re)solving the jet/cocoon riddle of a gravitational wave event

An international research team including astronomers from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has combined radio telescopes from five continents to prove the existence of a narrow stream of material, a so-called jet, emerging from the only gravitational wave event involving two neutron stars observed so far. With its high sensitivity and excellent performance, the 100-m radio telescope in Effelsberg played an important role in the observations.

In August 2017, two neutron stars were observed colliding, producing gravitational waves that were detected by the American LIGO and European Virgo detectors....

Im Focus: Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

Mit additiven Verfahren wie dem 3D-Druck lässt sich nahezu jede beliebige Struktur umsetzen – sogar im Nanobereich. Diese können, je nach verwendeter „Tinte“, die unterschiedlichsten Funktionen erfüllen: von hybriden optischen Chips bis zu Biogerüsten für Zellgewebe. Im gemeinsamen Exzellenzcluster „3D Matter Made to Order” wollen Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Heidelberg die dreidimensionale additive Fertigung auf die nächste Stufe heben: Ziel ist die Entwicklung neuer Technologien, die einen flexiblen, digitalen Druck ermöglichen, der mit Tischgeräten Strukturen von der molekularen bis zur makroskopischen Ebene umsetzen kann.

„Der 3D-Druck bietet gerade im Mikro- und Nanobereich enorme Möglichkeiten. Die Herausforderungen, um diese zu erschließen, sind jedoch ebenso gewaltig“, sagt...

Im Focus: Diamanten, die besten Freunde der Quantenwissenschaft - Quantenzustand in Diamanten gemessen

Mithilfe von Kunstdiamanten gelang einem internationalen Forscherteam ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Hightech-Anwendung von Quantentechnologie: Erstmals konnten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen den Quantenzustand eines einzelnen Qubits in Diamanten elektrisch zu messen. Ein Qubit gilt als die Grundeinheit der Quanteninformation. Die Ergebnisse der Studie, die von der Universität Ulm koordiniert wurde, erschienen jüngst in der renommierten Fachzeitschrift Science.

Die Quantentechnologie gilt als die Technologie der Zukunft. Die wesentlichen Bausteine für Quantengeräte sind Qubits, die viel mehr Informationen verarbeiten...

Im Focus: Wasser ist homogener als gedacht

Um die bekannten Anomalien in Wasser zu erklären, gehen manche Forscher davon aus, dass Wasser auch bei Umgebungsbedingungen aus einer Mischung von zwei Phasen besteht. Neue röntgenspektroskopische Analysen an BESSY II, der ESRF und der Swiss Light Source zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Bei Raumtemperatur und normalem Druck bilden die Wassermoleküle ein fluktuierendes Netz mit durchschnittlich je 1,74 ± 2.1% Donator- und Akzeptor-Wasserstoffbrückenbindungen pro Molekül, die eine tetrahedrische Koordination zwischen nächsten Nachbarn ermöglichen.

Wasser ist das „Element“ des Lebens, die meisten biologischen Prozesse sind auf Wasser angewiesen. Dennoch gibt Wasser noch immer Rätsel auf. So dehnt es sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Mobile World Congress: Bundesamt für Strahlenschutz rät zu Handys mit geringem SAR-Wert

22.02.2019 | Veranstaltungen

Unendliche Weiten: Geophysiker nehmen den Weltraum ins Visier

21.02.2019 | Veranstaltungen

Tagung rund um zuverlässige Verbindungen

20.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Zeit atomarer Vorgänge auf der Spur

22.02.2019 | Physik Astronomie

Wie Korallenlarven sesshaft werden

22.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Ökologische Holz-Hybridbauweisen für den Geschossbau

22.02.2019 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics