Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Rezessions-Frühwarnsystem - IMK: Keine akute Rezessionsgefahr bis Ende März

24.01.2012
Für die deutsche Wirtschaft besteht bis Ende März keine unmittelbare Rezessionsgefahr. Allerdings ist das Konjunkturbild im Moment sehr uneinheitlich, verschiedene Frühindikatoren widersprechen einander in ihren Tendenzen. Das zeigt das neue Rezessions-Frühwarnsystem, welches das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung heute auf einer Pressekonferenz in Berlin vorstellt.

„Die wirtschaftliche Entwicklung führt über sehr dünnes Eis. Direkt voraus signalisiert unser Konjunkturindikator aktuell keine klaffenden Löcher, aber nach wie vor große Unsicherheit“, sagt Gustav A. Horn, der wissenschaftliche Direktor des IMK.

Das Institut wertet mit seinem neuen Konjunktur-Radar zahlreiche auf die Zukunft gerichtete Daten aus Realwirtschaft, Finanzwirtschaft sowie Stimmungswerte aus Befragungen aus. Dazu zählen unter anderem Auftragseingänge, Produktionswerte, die Zahl offener Stellen, verschiedene Zinsspreads, der CDAX Kursindex und der ifo-Geschäftsklimaindex. Auf dieser Grundlage errechnet das Frühwarnsystem die Wahrscheinlichkeit einer rezessiven Entwicklung für die folgenden ein, zwei und drei Monate.

Dabei verfolgen die Forscher einen innovativen Ansatz: Als Kriterium für eine Rezession wenden sie unter anderem die unter Wirtschaftswissenschaftlern gängige Definition zweier rückläufiger Quartale auf die Industrieproduktion an – und nicht auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Umfangreiche Tests mit Echtzeitdaten haben gezeigt, dass solche Einbrüche der Industrieproduktion frühzeitig einen Rückgang des BIP widerspiegeln.

Auf dieser Basis lässt sich mit dem vom IMK verwendeten nicht-linearen Probit-Modell frühzeitig kalkulieren, ob die folgenden ein bis drei Monate mit hoher oder niedriger Wahrscheinlichkeit Teil einer Rezession sein werden. Damit schließt der IMK-Indikator eine Lücke: Bislang ließ sich eine Rezession – definiert als BIP-Rückgang in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen – nicht hinreichend zeitnah prognostizieren, weil Daten zur BIP-Entwicklung erst mit mehreren Monaten Verzögerung vorliegen.

Übersichtliche Grafiken auf der Website des IMK http://www.boeckler.de/imk informieren auf einen Blick über die Rezessions-Wahrscheinlichkeit – in den Ampelfarben: Grün steht für eine geringe Rezessionswahrscheinlichkeit von maximal 30 Prozent, gelb für ein mittleres Risiko bis 70 Prozent, rot für akute Rezessionsgefahr zwischen 71 und 100 Prozent.

Der aktuelle Indikator vom Januar weist die Rezessionswahrscheinlichkeit bis März aus. Die Werte liegen bei 19,7 Prozent für Januar (grün), 41,6 Prozent für Februar (gelb) und 9,5 Prozent für März (grün). „Im Moment sehen wir deutlich niedrigere Prozentwerte als im vergangenen Herbst, als es in einzelnen Monaten Ausschläge bis nahe an den roten Bereich gab. Das weist darauf hin, dass sich die Situation ein wenig entspannt hat“, sagt IMK-Direktor Horn. „Aber Entwarnung bedeutet es nicht: Der hektische Wechsel zwischen den unterschiedlichen Farben macht uns Sorgen. Die Konjunktur hängt weiter am seidenen Faden.“ Um so wichtiger sei eine Beruhigung der Krise im Euro-Raum durch klare Signale von der Europäischen Zentralbank (EZB) und von den Regierungen der Euro-Länder. „Sie müssen deutlich machen, dass sie keine Staatspleite im Euroraum zulassen werden – und dass sie nicht riskieren werden, die Konjunktur durch einen überzogenen Sparkurs noch weiter zu schwächen“, sagt Horn.

Der IMK-Konjunktur-Indikator wird künftig monatlich aktualisiert.

Zum Konjunktur-Indikator: http://www.boeckler.de/imk

Ansprechpartner in der Hans-Böckler-Stiftung

Prof. Dr. Gustav A. Horn
Wissenschaftlicher Direktor IMK
Tel.: 0211-7778-331
E-Mail: Gustav-Horn@boeckler.de

Dr.Sabine Stephan
IMK
Tel.: 0211-7778-335
E-Mail: Sabine-Stephan@boeckler.de

Peter Hohlfeld
IMK
Tel. 0211-7778-338
E-Mail: Peter-Hohlfeld@boeckler.de

Thomas Theobald
IMK
Tel.: 0211-7778-215
E-Mail: Thomas-Theobald@boeckler.de

Rainer Jung
Leiter Pressestelle
Tel.: 0211-7778-150
E-Mail: Rainer-Jung@boeckler.de

Rainer Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.boeckler.de/imk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet - Juni 2018
20.06.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt zum zweiten Mal in Folge
28.05.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics