Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KfW: Fast jeder vierte Gründer hat einen Migrationshintergrund

04.07.2012
- Migranten beleben Gründungsgeschehen in Deutschland
- Vergleichsweise häufig setzen sie innovative Geschäftsideen um
- Gründer mit Migrationshintergrund stoßen häufiger auf Probleme bei der externen Finanzierung

184.000 Personen und damit etwas mehr als ein Viertel aller Menschen, die sich in Deutschland im Jahr 2011 selbstständig gemacht haben, hatte einen Migrationshintergrund (22 %). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Gründer mit Migrationshintergrund um 15 % gestiegen, bei einem generellen Rückgang der Gründerzahl um 11 %.

Treiber des Anstiegs waren selbstständige Nicht-EU-Ausländer (+31 %).
Dies ist ein zentrales Ergebnis der Sonderauswertung des KfW Gründungsmonitors 2012. "Viele Migranten, insbesondere wenn sie über keinen in Deutschland anerkannten Bildungs- und Berufsabschluss verfügen, konnten offenbar nicht in gleichem Maße von den guten Arbeitsmarktbedingungen profitierten wie deutsche Gründer", sagt Dr. Margarita Tchouvakhina, Abteilungsdirektorin bei der KfW Bankengruppe. "Sie lassen sich aber nicht entmutigen, sondern nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand und wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. Dadurch wird das Gründergeschehen hierzulande deutlich belebt", sagt Dr. Tchouvakhina.

In ihren Gründungsvorhaben unterscheiden sich Migranten und Deutsche nur geringfügig. So gründen Migranten etwas häufiger im Team als deutsche Gründer (26 % vs 19 %) und stellen deutlich öfter zu Beginn der Selbstständigkeit schon Mitarbeiter ein (48 % vs. 27 %), die zu 35 % aus dem eigenen familiären Umkreis stammen (Deutsche 30 %). Gründer mit Migrationshintergrund bieten am häufigsten mit ihrem Unternehmen persönliche Dienstleistungen an (35 %; z. B. Friseure, Kosmetiksalons, Fotografen oder DJ's) an (ebenfalls Spitzenposition bei deutschen Start ups: 30 %).

Ein Unterschied ist allerdings auffällig: Unter den Gründern mit Migrationshintergrund sind vergleichsweise häufig Personen zu finden, die als ihr Hauptmotiv für den Start angeben, eine - oft innovative - Geschäftsidee umzusetzen, und von Beginn an Mitarbeiter beschäftigen: Im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2011 liegt der Anteil dieser sogenannten Entrepreneure bei den Gründern mit Migrationshintergrund bei 24 % Prozent, bei Deutschen hingegen lediglich bei 11 %. "Entrepreneure sind in der Regel deutlich erfolgreicher als andere Gründungen. Sie geben wichtige Impulse für unsere Volkswirtschaft", sagt Dr. Tchouvakhina.

Der Blick auf die Datenlage der Jahre 2008 bis 2011 zeigt, dass knapp ein Viertel aller Gründungen mit Migrationshintergrund durch Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit vollzogen werden; fast jeder Zehnte kommt aus Russland. Mit Anteilen von jeweils 4-5 % sind Österreicher, Polen, Italiener und Griechen die nächst größeren Gruppen. "Die Zuwanderung aus EU-Ländern, die von der Finanz- und Schuldenkrise schwer betroffen sind, hat sich im Jahr 2011 deutlich erhöht: Allein aus Griechenland kamen etwa 90 % mehr Einwanderer, 52 % mehr aus Spanien. Wir erwarten in den kommenden Jahren einen Anstieg der Gründungen durch diese Gruppen", sagt Dr. Tchouvakhina.

Für die Umsetzung ihres Gründungsvorhabens setzen Migranten etwas seltener finanzielle Mittel ein als Deutsche (70 % vs. 67 %) und benötigen in diesem Fall etwas häufiger externe Kapitalgeber (41 % vs. 33 %). 24 % von ihnen - und somit fast doppelt so häufig wie deutsche Gründer - stoßen dabei jedoch auf Schwierigkeiten: "Insbesondere bei Gründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus verstärken sich die strukturellen Nachteile von Gründern beim Zugang zu Finanzmitteln. Hinzu mögen nicht anerkannte Bildungs- und Berufsabschlüsse kommen, was die externen Kapitalgeber verständlicherweise restriktiver agieren lässt", sagt Dr. Tchouvakhina.

Hinweise:

Die Presserklärung zum diesjährigen KfW Gründungsmonitor finden Sie unter: www.kfw.de/gruendungsmonitor2012.

Neu: Das Förderangebot der KfW Bankengruppe für Gründer und junge Unternehmen finden Sie unter www.kfw.de/gruenden - seit dieser Woche mit neuer Nutzerführung und optimierten Inhalten zur Gründungs- und ersten Wachstumsphase. Interessierte Gründer haben zudem die Möglichkeit, sich bei den KfW-Experten über die Servicenummer

0800-5399001 beraten zu lassen.

Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstraße 5-9, 60325 Frankfurt Kommunikation (KOM), Sonja Höpfner, Tel. 069 7431-4306, Fax: 069 7431-3266,

E-Mail: sonja.hoepfner@kfw.de, Internet: www.kfw.de/newsroom

Sonja Höpfner | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Jobbörsen vergleichen: Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer wichtiger
11.03.2020 | PROFILO Rating-Agentur GmbH Lars Müller

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigungsausblick verbessert sich
26.02.2020 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Belle II liefert erste Ergebnisse: Auf der Suche nach dem Z‘-Boson

Vor ziemlich genau einem Jahr ist das Belle II-Experiment angelaufen. Jetzt veröffentlicht das renommierte Journal Physical Review Letters die ersten Resultate des Detektors. Die Arbeit befasst sich mit einem neuen Teilchen im Zusammenhang mit der Dunklen Materie, die nach heutigem Kenntnisstand etwa 25 Prozent des Universums ausmacht.

Seit etwa einem Jahr nimmt das Belle II-Experiment Daten für physikalische Messungen. Sowohl der Elektron-Positron-Beschleuniger SuperKEKB als auch der...

Im Focus: Belle II yields the first results: In search of the Z′ boson

The Belle II experiment has been collecting data from physical measurements for about one year. After several years of rebuilding work, both the SuperKEKB electron–positron accelerator and the Belle II detector have been improved compared with their predecessors in order to achieve a 40-fold higher data rate.

Scientists at 12 institutes in Germany are involved in constructing and operating the detector, developing evaluation algorithms, and analyzing the data.

Im Focus: Wenn Ionen an ihrem Käfig rütteln

In vielen Bereichen spielen „Elektrolyte“ eine wichtige Rolle: Sie sind bei der Speicherung von Energie in unserem Körper wie auch in Batterien von großer Bedeutung. Um Energie freizusetzen, müssen sich Ionen – geladene Atome – in einer Flüssigkeit, wie bspw. Wasser, bewegen. Bisher war jedoch der präzise Mechanismus, wie genau sie sich durch die Atome und Moleküle der Elektrolyt-Flüssigkeit bewegen, weitgehend unverstanden. Wissenschaftler*innen des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung haben nun gezeigt, dass der durch die Bewegung von Ionen bestimmte elektrische Widerstand einer Elektrolyt-Flüssigkeit sich auf mikroskopische Schwingungen dieser gelösten Ionen zurückführen lässt.

Kochsalz wird in der Chemie auch als Natriumchlorid bezeichnet. Löst man Kochsalz in Wasser lösen sich Natrium und Chlorid als positiv bzw. negativ geladene...

Im Focus: When ions rattle their cage

Electrolytes play a key role in many areas: They are crucial for the storage of energy in our body as well as in batteries. In order to release energy, ions - charged atoms - must move in a liquid such as water. Until now the precise mechanism by which they move through the atoms and molecules of the electrolyte has, however, remained largely unknown. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research have now shown that the electrical resistance of an electrolyte, which is determined by the motion of ions, can be traced back to microscopic vibrations of these dissolved ions.

In chemistry, common table salt is also known as sodium chloride. If this salt is dissolved in water, sodium and chloride atoms dissolve as positively or...

Im Focus: Den Regen für Hydrovoltaik nutzen

Wassertropfen, die auf Oberflächen fallen oder über sie gleiten, können Spuren elektrischer Ladung hinterlassen, so dass sich die Tropfen selbst aufladen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben dieses Phänomen, das uns auch in unserem Alltag begleitet, nun detailliert untersucht. Sie entwickelten eine Methode zur Quantifizierung der Ladungserzeugung und entwickelten zusätzlich ein theoretisches Modell zum besseren Verständnis. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte der beobachtete Effekt eine Möglichkeit zur Energieerzeugung und ein wichtiger Baustein zum Verständnis der Reibungselektrizität sein.

Wassertropfen, die über nicht leitende Oberflächen gleiten, sind überall in unserem Leben zu finden: Vom Tropfen einer Kaffeemaschine über eine Dusche bis hin...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium AWK’21 findet am 10. und 11. Juni 2021 statt

06.04.2020 | Veranstaltungen

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Belle II liefert erste Ergebnisse: Auf der Suche nach dem Z‘-Boson

07.04.2020 | Physik Astronomie

Festkörperphysik: Vorhersage der Quantenphysik experimentell nachgewiesen

07.04.2020 | Physik Astronomie

Wie Serotonin die Kommunikation im Gehirn ausbalanciert

07.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics