Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Handelshemmnisse schränken Innovationsfähigkeit und Internationalisierung von Unternehmen ein

27.06.2011
Innovationsaktivitäten und Exporterfolge von Unternehmen sind eng miteinander verknüpft, gleichzeitig sind Innovationshemmnisse wesentliche Hindernisse für die Exportaktivitäten von KMU. Diesen Zusammenhang zeigt eine aktuelle Studie erstmalig in einem gesamteuropäischen Kontext auf.

In der Untersuchung, die unter Mitarbeit des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI entstanden ist, wird deutlich, dass sowohl die technologische Entwicklung der EU-Mitgliedsstaaten als auch die Handelsbarrieren in den Zielländern eine wichtige Rolle für die Performanz von KMU spielen.

Die Studie, die unter der Leitung des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) angefertigt wurde, belegt den positiven Zusammenhang zwischen Exporten und Innovationen bei Unternehmen in der EU: Demnach weisen innovative Unternehmen eine höhere Exportneigung und -intensität auf als weniger innovative. Umgekehrt wirken sich Innovationshemmnisse wie niedrige Produktivität und geringe Ausgaben für Forschung und Entwicklung negativ auf die Exporte von Unternehmen aus.

Bei diesem generellen Zusammenhang bestehen allerdings Unterschiede zwischen den EU-Ländern. Der Hauptgrund: Die Exportneigung innovativer Unternehmen und ihr Innovationsverhalten hängen vom technologischen Entwicklungsstand der jeweiligen Volkswirtschaft ab. Während in den technologisch fortgeschrittenen Ländern kontinuierliche FuE-Anstrengungen, Produktinnovation sowie die Entwicklung von Nischenmärkten wichtige Einflussfaktoren sind, spielen sie für die Exportintensität in weniger leistungsfähigen Ländern wie den neuen EU-Mitgliedsstaaten kaum eine Rolle. Dort sind eher Arbeitsproduktivität oder das Generieren von Prozessinnovationen entscheidende Faktoren für den Export.

Die Studie zeigt, dass der negative Einfluss von Innovationshemmnissen auf die Exporttätigkeit ebenso groß ist wie der negative Einfluss der Handelshemmnisse auf die Innovationstätigkeit. Die Beseitigung von Innovationshemmnissen würde demnach die Exportneigung der Unternehmen erhöhen – genauso, wie die Beseitigung von Handelshemmnissen die Innovationstätigkeit erhöhen würde. Ob die Hindernisse beseitig werden, hängt allerdings davon ab, als wie dringlich sie angesehen werden. Aufgrund der unterschiedlichen Wirtschaftsstruktur ist die Wahrnehmung in jedem Land anders: Unternehmen in technologisch fortgeschrittenen Ländern wie Deutschland sehen diese Hindernisse als dringlicher an als Unternehmen in weniger fortgeschrittenen Ländern.

Die länderspezifische Betrachtungsweise der Export- und Innovationshemmnisse hat auch weitreichende Effekte auf die Förderpolitik der Europäischen Union. Die EU kann mit Hilfe der vorgelegten Daten prüfen, welche Innovations- und Handelshemmnisse in den einzelnen Ländern existieren und wie diese sich auswirken. Auf Grundlage dieser Informationen können spezifische Maßnahmen zur Unterstützung angeregt werden, beispielsweise Unterstützung bei der Bildung internationaler Netzwerke oder gemeinsame Veranstaltungen. Dabei muss aber ein wichtiger Aspekt beachtet werden:„Politische Maßnahmen zur Stärkung der Innovations- und Internationalisierungsaktivitäten sollten auf der EU-Ebene stärker ausdifferenziert beziehungsweise von den Mitgliedstaaten passgerecht angelegt und untereinander koordiniert werden“, empfiehlt Dr. Thomas Stehnken, leitender Projektmitarbeiter am Fraunhofer ISI. „One-size-fits-all Lösungen werden den Bedürfnissen der Mitgliedsländer aufgrund der unterschiedlichen technologischen Niveaus jedenfalls nicht gerecht.“

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert die Rahmenbedingungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der breiten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
Perspektiven für Entscheidungen
Breslauer Straße 48
76139 Karlsruhe
Presse und Kommunikation
Katja Rische M.A.
Telefon +49 (0) 721 / 68 09 - 100
presse@isi.fraunhofer.de

Katja Rische | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de
http://www.proinno-europe.eu/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet - Juni 2018
20.06.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt zum zweiten Mal in Folge
28.05.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics