Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Investoren führen bei Fusionen und Übernahmen in Mittel- und Osteuropa

07.05.2002


Studie Central & Eastern European Mergers & Acquisitions Survey - Weathering the downturn von PricewaterhouseCoopers Corporate Finance-Beratung ermittelt Rückgang der Transaktionen in Tschechien, Ungarn und Polen um 32 Prozent / Deutsche Investoren mit 59 Transaktionen am stärksten engagiert / Mittel- und osteuropäischer Markt verfügt über höheres Wachstumspotenzial als Europäische Union

Deutschland führt mit einem Anteil von 17 Prozent die Liste ausländischer Investoren bei Fusionen und Übernahmen in Mittel- und Osteuropa an, gefolgt von den USA (zwölf Prozent), Frankreich (neun Prozent) und den Niederlanden (acht Prozent). Im Jahr 2001 haben deutsche Unternehmen 59 von insge-samt 343 Transaktionen ausländischer Investoren in der Region abgeschlossen. Dabei haben sie sich vorrangig in Polen, Ungarn und Tschechien engagiert. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Studie Central & Eastern European Mergers & Acquisitions Survey - Weathering the downturn von PricewaterhouseCoopers. Die Studie basiert auf öffentlich zugänglichen Daten zu mehr als 800 privatwirt-schaftlichen Transaktionen in Bulgarien, Polen, Rumänien, Russland, der Slowakei, Tschechien und Ungarn im Jahr 2001.

Polen, Ungarn und Tschechien spiegeln allgemeinen Trend wider Die Anzahl der Fusionen und Übernahmen in Polen, Ungarn und Tschechien verringerte sich 2001 um 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt konnten in diesen wirtschaftlich führenden Ländern Mittel- und Osteuropas im vergangenen Jahr 528 Transaktionen abgeschlossen werden. Diese Entwicklung spiegelt den allgemeinen Trend wider. Weltweit ging die Anzahl der Transaktionen um 27 Prozent zurück, während sie in Westeuropa um 22 Prozent sank.

Ein noch stärkerer Rückgang war im vergangenen Jahr beim Transaktionsvolumen zu beobachten: Es halbierte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu auf 8,6 Milliarden US-Dollar, während in ganz Europa ebenfalls ein Rückgang um 52 Prozent zu verzeichnen war.

Das durchschnittliche Transaktionsvolumen sank in Polen, Ungarn und Tschechien von 18 Millionen US-Dollar im Jahr 1997 auf zehn Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr - die wenigen Transaktionen über 100 Millionen US-Dollar blieben unberücksichtigt. In allen sieben Ländern betrug das Durchschnittsvolumen 2001 zwölf Millionen US-Dollar.

USA bei Investitionen in Russland führend

Mit 237 Transaktionen belegt Russland bei der Anzahl der Investitionen den ersten Rang (28 Prozent). Vor allem US-amerikanische Investoren haben Russland für sich wiederentdeckt. Mit zehn abgeschlossenen Transaktionen führt die USA die Liste der ausländischen Investoren in Russland an.

Mittel- und Osteuropa verfügt über höheres Wachstumspotenzial als EU

Mit einem Anteil der Fusionen und Übernahmen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von vier Prozent auf vergleichbarer Kaufkraftbasis liegt Ungarn vorn, gefolgt von Tschechien (1,4 Prozent) und Polen (0,9 Prozent). Insgesamt verfügt Mittel- und Osteuropa über ein höheres Wachstumspotenzial bei Fusionen und Übernahmen, da der M&A-Anteil am BIP in dieser Region mit einem Prozent noch weit unter dem Anteil von mehr als sieben Prozent in der Europäischen Union liegt.

Wenig regulierte Märkte bieten attraktive Chancen für Investoren

Die westeuropäischen Trends werden sich auch in Zukunft auf die weiterentwickelten Länder Polen, Ungarn und Tschechien übertragen. In Bulgarien, Rumänien, Russland und der Slowakei werden Fusionen und Übernahmen vor allem von den einzelnen Länderrisiken bestimmt sein.

"Mittel- und Osteuropa gewinnt für deutsche Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der im Aufbau befindlichen, in weiten Bereichen nicht regulierten und häufig noch nicht verteilten Märkte ergeben sich dort zunehmend attraktive Chancen für Investitionen. Mittelfristig ist eine spürbare Verlagerung von M&A-Transaktionen in diese Region absehbar", prognostiziert Werner Suhl, Leiter des Bereiches M&A bei PricewaterhouseCoopers Corporate Finance-Beratung, die Marktentwicklung.

Fast ein Viertel der Transaktionen in verarbeitender Industrie

Wie in den vergangenen Jahren konzentrierten sich die Fusionen und Übernahmen auch im Jahr 2001 stark auf die verarbeitende Industrie (24 Prozent). Auf dem zweiten Rang folgt die Finanzdienstleistungsbranche mit 15 Prozent der Transaktionen. Verschiedene Faktoren sollten die M&A-Aktivitäten in diesem Sektor in den nächsten Jahren weiter vorantreiben. Gemäß ihrer Expansionspläne werden die europäischen Banken ihre Zukäufe in Mittel- und Osteuropa fortsetzen, da ein deutliches Wachstum in den Bereichen Lebensversicherungen, private Altersvorsorge und Privatkundengeschäft zu erwarten ist. Zudem wird der Wettbewerb um Marktanteile die Konsolidierung fördern. Mit 73 Transaktionen belegt die IT-Branche trotz beendeter Internet-Boom-Phase den dritten Platz, dies entspricht einem Anteil von neun Prozent.

Die deutschen Investoren engagierten sich ebenfalls am stärksten in der verarbeitenden Industrie (14 der 59 Transaktionen) und bei Finanzdienstleistern (13 Transaktionen). Auf dem dritten Rang folgt der Energiesektor mit 9 Transaktionen.

Die Studie Central & Eastern European Mergers & Acquisitions Survey - Weathering the downturn können Sie kostenlos im Internet herunterladen.

Werner Suhl | ots
Weitere Informationen:
http://www.pwcglobal.com/mandace

Weitere Berichte zu: Wachstumspotenzial

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das erste Quartal: Weiterhin hoher Bestand an offenen Stellen
14.05.2019 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Welthandel deutlich zurückgegangen
26.03.2019 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nachwachsende Zähne

Wissenschaftler*innen der TU Berlin arbeiten an Zähnen aus körpereigenem Material

Haie können es, Krokodile können es, Nagetiere können es und Menschen – theoretisch – auch. Die Rede ist von nachwachsenden Zähnen. Ein Hai muss sich keine...

Im Focus: MOF@SAW oder: Nanobeben und molekulare Schwämmchen zum Wiegen und Trennen winzigster Massen

Augsburger Chemiker und Physiker berichten, wie ihnen die extrem schwierige Trennung von Wasserstoff und Deuterium in einem Gasgemisch gelungen ist.

Dank der hier vor Ort entwickelten und bereits vielfach angewendeten Surface Acoustic Waves-Technologie (SAW) ist die Universität Augsburg international als...

Im Focus: MOF@SAW: Nanoquakes and molecular sponges for weighing and separating tiny masses

Augsburg chemists and physicists report how they have succeeded in the extremely difficult separation of hydrogen and deuterium in a gas mixture.

Thanks to the Surface Acoustic Wave (SAW) technology developed here and already widely used, the University of Augsburg is internationally recognized as the...

Im Focus: Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

Die Anpassung der Wärmeleitfähigkeit von Materialien ist eine aktuelle Herausforderung in den Nanowissenschaften. Forschende der Universität Basel haben mit Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden und Spanien gezeigt, dass sich allein durch die Anordnung von Atomen in Nanodrähten atomare Vibrationen steuern lassen, welche die Wärmeleitfähigkeit bestimmen. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse kürzlich im Fachblatt «Nano Letters».

In der Elektronik- und Computerindustrie werden die Komponenten immer kleiner und leistungsfähiger. Problematisch ist dabei die Wärmeentwicklung, die durch...

Im Focus: Better thermal conductivity by adjusting the arrangement of atoms

Adjusting the thermal conductivity of materials is one of the challenges nanoscience is currently facing. Together with colleagues from the Netherlands and Spain, researchers from the University of Basel have shown that the atomic vibrations that determine heat generation in nanowires can be controlled through the arrangement of atoms alone. The scientists will publish the results shortly in the journal Nano Letters.

In the electronics and computer industry, components are becoming ever smaller and more powerful. However, there are problems with the heat generation. It is...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Ein Schlüsselelement der Umwelt: Phosphor

22.07.2019 | Veranstaltungen

Testzone für die KI-gestützte Produktion

18.07.2019 | Veranstaltungen

„World Brain Day“ zum Thema Migräne: individualisierte Therapie statt Schmerzmittelübergebrauch

18.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Molekulare Maschinen mit Lichtantrieb

23.07.2019 | Physik Astronomie

Gendefekt liefert Hinweise auf die Krankheitsentstehung von ALS

23.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Nachwachsende Zähne

23.07.2019 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics