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Neue Datenbank: Moderne Arbeitszeiten für mehr Beschäftigung in NRW

23.01.2002


http://www.arbeitszeitmodelle-NRW.de - Institut Arbeit und Technik entwickelte Datenbank mit neuen Formen der Arbeitszeitgestaltung - mehr Transparenz für kleine und mittlere Unternehmen

Neue, innovative Arbeitszeitmodelle sind in vielen Großunternehmen längst betriebliche Praxis. Aber auch immer mehr kleine und mittlere Unternehmen erkennen die Chancen flexibler Lösungen, sehen Vorteile für Betrieb und Mitarbeiter bei der Einführung von Arbeitszeitkonten und Teilzeitarbeit, Job-Sharing, Sabbaticals, Altersteilzeit oder neuen Schichtmodellen mit weniger Nachtschichten und größeren Freizeitblöcken. Unter http://www.arbeitszeitmodelle-nrw.de hat das Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) eine Datenbank aufgebaut, die flexible Arbeitszeitmodelle aus NRW-Unternehmen präsentiert. Die Datenbank soll für mehr Transparenz über Stand und Entwicklung der Arbeitszeitflexibilisierung im Lande sorgen und aufzeigen, welche betrieblichen Lösungsansätze für Arbeitszeitprobleme gefunden wurden und welchen Beitrag Arbeitszeitgestaltung zur Beschäftigungssicherung und -förderung leisten kann. Derzeit sind 39 Unternehmensbeispiele in der Datenbank vertreten, die ständig ergänzt werden.

Vom Altenzentrum über Produktions- und Gewerbebetriebe bis zu Handel und Banken zeigt die Datenbank für Unternehmen verschiedenster Größe und Branche, welche neuen Arbeitszeitmodelle eingeführt wurden, mit welchem Ziel und wie sie zustande gekommen sind. Oft war die flexible Anpassung der Arbeitszeiten an Produktionsschwankungen der Anlass über neue Arbeitszeitregelungen nachzudenken, ebenso Standort- und Beschäftigungssicherung oder der Abbau von Überstunden angesichts drohender Entlassungen.

Die Mehrzahl der aufgeführten Betriebe hat an der "Aktion 100 Betriebe" der Landesinitiative "Moderne Arbeitszeiten in NRW" und des Bündnisses für Arbeit NRW teilgenommen, die wegen ihrer Erfolge fortgeführt wird. Kleinen und mittelständischen Betrieben, die moderne Arbeitszeitsysteme zur Beschäftigungssicherung und -förderung einführen, wurde eine kostenlose Arbeitszeitberatung ermöglicht        ( http://www.arbeitszeiten.nrw.de ).
Rund 200 Unternehmen aus NRW haben sich an der Aktion 100 Betriebe beteiligt. Bislang haben 70 Unternehmen neue Arbeitszeitmodelle eingeführt und konnten zum Teil beträchtliche Beschäftigungseffekte erzielen: In allen Unternehmen konnte mit Hilfe flexibler Arbeitszeitmodelle Beschäftigung gesichert werden. Darüber hinaus wurden durch neu gestaltete Arbeitszeiten weit über 500 neue Arbeitsplätze geschaffen. Zahlreiche bislang befristete wurden in unbefristete Arbeitsverhältnisse umgewandelt.

Am häufigsten wurden Zeitkonten eingeführt, mit denen die Dauer der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit abweichend von der tariflichen Regelarbeitszeit mal kürzer, mal länger gestaltet werden kann. Der Trend geht dabei zu Jahresarbeitszeiten, um Überstunden abzubauen und Auftragsschwankungen auszugleichen. Bei der Einführung neuer Schichtarbeitsmodelle stand die Gestaltung der Betriebszeiten nach neuen arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen im Vordergrund, sodass auch Aspekte der Arbeitszufriedenheit und Gesundheitsförderung Berücksichtigung finden. Neben den Konten- und Schichtarbeitsmodellen finden sich in der Datenbank Beispiele für Teilzeit, Altersteilzeit, Sabbaticals/Langzeitkonten und Regelungen zum Überstundenabbau.

Aufgrund des erfolgreichen Verlaufs der Aktion 100 Betriebe wird das kostenlose Arbeitszeitberatungsangebot auch zukünftig kleinen und mittelständischen Unternehmen aus NRW zur Verfügung stehen. Das Institut Arbeit und Technik hat die wissenschaftliche Begleitung dieser landespolitischen Initiative übernommen und untersucht im Rahmen eines Forschungsprojektes Anlässe, Umsetzung und Beschäftigungseffekte neuer Arbeitszeitmodelle.

Unternehmen aus NRW, die bereits neue Arbeitszeitregelungen eingeführt haben und damit erfolgreich arbeiten, können sich in die Datenbank aufnehmen lassen und so "ihr Arbeitszeitmodell" einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen.

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://iat-info.iat-ge.de/

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