Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nachholbedarf beim Kundenmanagement in Deutschland

11.10.2001


Schlechte Noten für das Kundenmanagement in Deutschland: Für die Wahl ihrer Zielgruppe besitzen die meisten Unternehmen zu wenig Informationen über die Kunden. Profitabilität und Potenzial des Kunden sind nicht genug im Blickfeld der Unternehmen. Auch sonst besteht Nachholbedarf: In vier von acht Kundenmanagement-Bereichen liegen deutsche Unternehmen deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Dies stellte die Mummert + Partner Unternehmensberatung in einer aktuellen Studie zum Kundenmanagement in Europa fest.

Analyse und Planung im Kundenmanagement - dem so genannten Customer Relationship Management (CRM) - kommen in Deutschland noch zu kurz. Im Durchschnitt erfüllen die Unternehmen hier nur zur Hälfte die Anforderungen. Beim Produkt- und Serviceangebot sowie der Ausrichtung eigener Mitarbeiter auf eine optimale Kundenbeziehung stehen sie mit einem Erfüllungsgrad von knapp zwei Dritteln besser da. Ausbaufähig ist die technische Unterstützung: Nicht einmal die Hälfte der Prüfkriterien wird bei der Software-Unterstützung für die Kundenbindung erreicht. Leistungsstandards im CRM-Prozessmanagement sind bei 51 Prozent erfüllt. Kundenmanagement-Aktivitäten - gemeint ist die Ausrichtung auf die Lebenslage und die Bedürfnisse des Kunden - sind nur zu 49 Prozent erfüllt: deutlich schlechter als der europäische Standard. Auch Erfolgskontrolle und Erfassung der Kundenperspektive liegen mit 54 beziehungsweise 42 Prozent unter dem Durchschnitt.

Während die Unternehmen aller geprüften Länder im Durchschnitt 56 Prozent der CRM-Anforderungen erfüllen, erreicht Deutschland 52 Prozent. Die deutschen Unternehmen handeln oft noch unkoordiniert. Ihr Problem: Sie wissen nicht, ob sie profitable oder unprofitable Kunden verlieren oder gewinnen. Im zunehmenden Wettbewerb können sie der Gefahr der Kundenfluktuation nicht genug entgegensetzen - es fehlt an genauer Kenntnis der Kundenprofile.

Telekommunikationsunternehmen und Kreditinstitute überrunden im Deutschlandvergleich die Energiewirtschaft und die Versicherungsunternehmen. Einige Anforderungen - zum Beispiel die technologische Unterstützung für das Kundenmanagement in der Energiewirtschaft - werden von den Unternehmen nur zu gut einem Drittel erfüllt. Versicherungsunternehmen erfüllen bei der Planung ihrer CRM-Strategie weniger als die Hälfte der Kriterien.

Die rote Laterne geht an die deutschen Versicherungsunternehmen - sie bilden das Schlusslicht im Branchenvergleich. In vier Bereichen (Planung, Technologie, Prozessmanagement, Kundenmanagement-Aktivitäten) liegen sie deutlich unter dem deutschen Durchschnitt.

Bei den Kreditinstituten liegen Deutsche und Briten international zurück. Das mäßige Abschneiden der Deutschen beim zentralen Baustein "Kundenmanagement-Aktivitäten" (nur 55 Prozent - die vorbildliche Schweiz erreicht hier 67 Prozent) zeigt: Zielgruppenansprache und Informationserfassung bei Neukunden sollten besser werden. Auch unter den Banken gibt es Unterschiede: Die Direktbanken erzielen in vier von acht Prüfkriterien gute Werte. Ganz anders Bausparkassen: Sie liegen mit 45 Prozent unter dem Branchendurchschnitt der Kreditinstitute (57 Prozent).

Die Branchensegmente fallen in der deutschen Energiewirtschaft stark auseinander: Während die Energieversorger in sechs von acht Bereichen gute Ergebnisse erzielen und dem Vergleich mit Österreich standhalten können, weisen die Mineralölgesellschaften schlechte Werte auf.

Die deutschen Telekommunikationsunternehmen liegen beim Kundenmanagement nur knapp unter dem europäischen Branchendurchschnitt. Deutsche Unternehmen sind bei der Ausrichtung der Mitarbeiter auf Kundenbindung besonders gut (77 Prozent), bei der Ermittlung der Vorstellungen und Wünsche des Kunden (Kundenperspektive) gibt es noch Nachholbedarf. Dieser Bereich wurde nur zu 45 Prozent erfüllt.

ots Originaltext: Mummert + Partner Unternehmensberatung Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Für Rückfragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:

Mummert + Partner Unternehmensberatung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jörg Forthmann, Tel.: 040/227 03-7787


| ots
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de.

Weitere Berichte zu: Energiewirtschaft Kundenmanagement

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung wächst weiter
28.01.2020 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht Krisenrisiko Nummer 1: Unerwartete Liquiditätsengpässe
08.01.2020 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics