Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zweifel am staatlichen Geldmonopol

20.10.2000


Die Möglichkeit der Einnahmeerzielung und die hiermit verbundene Erweiterung der Machtposition der Regierungen ist Ursache dafür, dass trotz der beiden katastrophalen Geldwerterschütterungen in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und der schleichenden Geldwertverminderung in den letzten fünfzig Jahren am staatlichen Geldmonopol festgehalten wird. Die logische Alternative zum Staatsmonopol, eine wettbewerbliche Geldordnung, würde dagegen eine fortwährende Anpassung an die jeweiligen monetären Erfordernisse erreichen. Eine solche monetäre Freiheit ist somit die Vorbedingung für gutes Geld. Zu diesem Ergebnis gelangt Dr. Paul Terres in einer Untersuchung, die er am Institut für Wirtschaftspolitik der Universität zu Köln bei Professor Dr. Christian Watrin erstellt hat. Für diese Arbeit erhielt Dr. Terres heute den Kölner Universitätspreis 2000.

Der Kölner Wirtschaftswissenschaftler erinnert daran, dass vor allem die Finanzierung von Kriegen ursprünglich ein wichtiger Grund zur Regulierung und Monopolisierung des Geldwesens war. So geht etwa die Gründung der Bank of England im Jahre 1694 auf den Finanzbedarf Wilhelms des III. zur Deckung der Ausgaben eines Krieges gegen Frankreich zurück.

Demgegenüber ist jedoch monetäre Freiheit - so Dr. Terres - notwendig, um in einem Wettbewerbsprozess ökonomisch effiziente monetäre Regelsysteme und mangelhaft angepasste Geldformen herauszufiltern und durch geeignetere monetäre Strukturen zu ersetzen. Hierdurch wird ein größtmöglicher Freiraum für eine Vielzahl monetärer Innovationen geschaffen, die in einem System zentraler Lenkung unterbleiben. So kann zum Beispiel die Frage, ob im Interesse der Konjunktur eine leicht inflationäre oder deflationäre Entwicklung des Geldwertes angestrebt werden sollte, nur durch den Wettbewerbsprozessbeantwortet werden. Auch die Frage nach der optimalen Höhe der Geldmenge kann auf diesem Wege am besten gelöst werden.

Das Wissen über die ständigen Wandlungen der Geldnachfrage der Individuen ist für eine zentrale monetäre Instanz nach Auffassung des Kölner Wirtschaftswissenschaftlers nicht verfügbar. Demgegenüber verführt die mit der monetären Herrschaft verbundene Machtposition dazu, diese Herrschaft zu eigenen Zwecken einzusetzen, die sich durchaus nicht mit den allgemeinen Interesse decken müssen. In einer wettbewerblichen und daher unpolitischen Ordnung wird den monetären Verfehlungen und dem "schamlosenMissbrauch", den Regierungen mit dem Emissionsmonopol betrieben haben, ein Riegel vorgeschoben.

Aber selbst wenn vom Missbrauchsgedanken abgesehen wird, bleibt nach Auffassung des Kölner Wirtschaftswissenschaftlers das Argument bestehen, dassder Geldangebotsprozess von einer Zentralbank nicht in dem Maße koordinationsfördernd gestaltet werden kann, wie es in einem Wettbewerb des Geldsystems durch eine unmittelbare Koordination über Marktsignale möglich wäre. Auch der internationale Wettbewerb der nationalen Währungen untereinander ist aufgrund der verbleibenden Monopolbereiche der nationalen Währungen und aufgrund der unzulänglichen Anreiz- und Sanktionsstrukturen der nationalen monetären Behörden nur beschränkt in der Lage, den Entscheidungsträgern die für eine optimale Emissionspolitik notwendigen Informationen zu liefern.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias
Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. Christian Watrin unter der Telefonnummer 0221 391269, der Fax-Nummer 0221 9352446 und der Email-Adresse chwatrin@aol.com zur Verfügung.

... mehr zu:
»Geldmonopol

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html.

Gabriele Rutzen | idw

Weitere Berichte zu: Geldmonopol

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Welthandel scheint sich zu beleben
03.12.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht MagicMoney: Offline bezahlen – mit deinem Smartphone
13.11.2018 | Duale Hochschule Baden Württemberg Karlsruhe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tödliche Kombination: Medikamenten-Cocktail dreht Krebszellen den Saft ab

Zusammen mit einem Blutdrucksenker hemmt ein häufig verwendetes Diabetes-Medikament gezielt das Krebswachstum – dies haben Forschende am Biozentrum der Universität Basel vor zwei Jahren entdeckt. In einer Folgestudie, die kürzlich in «Cell Reports» veröffentlicht wurde, berichten die Wissenschaftler nun, dass dieser Medikamenten-Cocktail die Energieversorgung von Krebszellen kappt und sie dadurch abtötet.

Das oft verschriebene Diabetes-Medikament Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern hat auch eine krebshemmende Wirkung. Jedoch ist die gängige...

Im Focus: Lethal combination: Drug cocktail turns off the juice to cancer cells

A widely used diabetes medication combined with an antihypertensive drug specifically inhibits tumor growth – this was discovered by researchers from the University of Basel’s Biozentrum two years ago. In a follow-up study, recently published in “Cell Reports”, the scientists report that this drug cocktail induces cancer cell death by switching off their energy supply.

The widely used anti-diabetes drug metformin not only reduces blood sugar but also has an anti-cancer effect. However, the metformin dose commonly used in the...

Im Focus: New Foldable Drone Flies through Narrow Holes in Rescue Missions

A research team from the University of Zurich has developed a new drone that can retract its propeller arms in flight and make itself small to fit through narrow gaps and holes. This is particularly useful when searching for victims of natural disasters.

Inspecting a damaged building after an earthquake or during a fire is exactly the kind of job that human rescuers would like drones to do for them. A flying...

Im Focus: Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

Von „Frequenzkämmen“ spricht man bei speziellem Laserlicht, das sich optimal für chemische Sensoren eignet. Eine revolutionäre Technik der TU Wien erzeugt dieses Licht nun viel einfacher und robuster als bisher.

Ein gewöhnlicher Laser hat genau eine Farbe. Alle Photonen, die er abstrahlt, haben genau dieselbe Wellenlänge. Es gibt allerdings auch Laser, deren Licht...

Im Focus: Topological material switched off and on for the first time

Key advance for future topological transistors

Over the last decade, there has been much excitement about the discovery, recognised by the Nobel Prize in Physics only two years ago, that there are two types...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

ICTM Conference 2019 in Aachen: Digitalisierung als Zukunftstrend für den Turbomaschinenbau

12.12.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Biofilme generieren ihre Nährstoffversorgung selbst

12.12.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Tanz mit dem Feind

12.12.2018 | Physik Astronomie

Künstliches Perlmutt nach Mass

12.12.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics