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Bankensektor drohen weitere Filialschließungen

22.02.2008
Genossenschaftsbanken und Sparkassen besonders betroffen

Die steigende Konsolidierung am deutschen Bankensektor bringt weitere Filialschließungen mit sich. Bankkunden müssen damit rechnen, dass vor allem Genossenschaftsbanken und Sparkassen die Zahl ihrer Filialen in den kommenden fünf Jahren deutlich verringern, prognostizieren Experten am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

"Insgesamt wird die Zahl der Bankfilialen in Deutschland weiterhin abnehmen. Die wachsende Zahl der Filialen ausländischer Privatbanken kann die Masse der Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die geschlossen werden, nicht ausgleichen", sagt Matthias Köhler, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement am ZEW, gegenüber pressetext.

Bereits in den vergangenen Jahren war die Anzahl der Bankfilialen deutlich rückläufig. Wurden 1995 noch 70.000 Filialen gezählt, sind es mittlerweile nur noch 40.000. Im Rahmen einer Umfrage des ZEW gaben knapp 70 Prozent der befragten Finanzmarktexperten an, mit einer weiteren Reduktion der Filialanzahl zu rechnen. Sowohl die zunehmende Konsolidierung als auch die Verbreitung alternativer Vertriebskanäle treiben die Schließungen voran. Während die Filialanzahl der inländischen Privatbanken nach Ansicht von 45 Prozent der Experten stabil bleiben wird, sagt nur ein Viertel der Befragten eine ähnliche Entwicklung für Sparkassen voraus. Bei Genossenschaftsbanken sehen nur 20 Prozent eine gleichbleibende Filialanzahl.

Für ausländische Privatbanken zeigt die Expertenprognose jedoch ein Wachstum des Filialnetzes voraus. Diese hätten nun erkannt, dass im Retail-Banking nicht alle Produkte über das Internet verkauft werden können, erläutert Köhler im pressetext-Gespräch. Um den Kontakt zum Kunden zu verstärken, setzen ausländische Anbieter nun zunehmend auf Filialen. Trotzdem konzentrieren sie sich primär auf den städtischen Bereich. "In ländlichen Regionen ist es notwendig, eine ganze Reihe an Zweigstellen aufzubauen, was mit hohen Kosten verbunden ist und damit den Wettbewerbsvorteil der ausländischen Privatbanken reduzieren würde", so Köhler.

Der Trend zur Schließung von Genossenschaftsbanken und Sparkassen sei jedoch auch am Land zu beobachten. Stattdessen würden hier künftig auch Service-Terminals und mobile Berater zum Einsatz kommen. Insgesamt rechnen die Experten damit, dass rund 40 Prozent der Retail-Banking-Produkte auch in den kommenden Jahren über Filialen vertrieben werden.

Victoria Schubert | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

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