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Güter kreisen Zug um Zug

07.05.2002


Gestandene Logistiker demonstrieren an ihrer Modelleisenbahn auf Messen verschiedenste Lösungen der Kreislaufwirtschaft.
© Fraunhofer


Ruhig und gleichmäßig zieht die Modelleisenbahn ihre Runden durch eine kleine Siedlung und ein Industriegebiet. In den Vorgärten liegt Kinderspielzeug, vor dem Haus stehen Räder und Mülltonnen. Die Müllabfuhr rollt gerade in den Hof, eine Frau bringt ihre Flaschen zum nahe gelegenen Container. Auf den ersten Blick wirkt die Szenerie wie eine niedlich gestaltete Stadtrandidylle. Doch hinter dem Aufbau steckt weit mehr: Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund zeigen an ihrer Spielzeuglandschaft die neuesten Trends der Kreislaufwirtschaft.

Neben dem Container steht: »Zuordnungsplanung und Prognoseverfahren«. Logistikexperte Andreas Nikel erläutert, was damit gemeint ist: »Bisher werden Altglascontainer aufgrund von Erfahrungswerten geleert; nicht selten sind sie dabei gerade mal zur Hälfte gefüllt. Andererseits quellen sie nach Feiertagen oft über. Mit unserem Prognoseprogramm können die Leerungszyklen optimiert werden.« Ein weiteres Highlight der IML-Wissenschaftler ist WinEDSR. Mit diesem Programm wurde unlängst für die Gesellschaft für Glasrecycling und Abfallvermeidung GGA eine neue Zuordnungsplanung für das Altglasrecycling erstellt. »Durch die von uns geplante Struktur konnten rund 30 Prozent der Kosten eingespart werden«, betont Nikel.

Eine kleine Fabrikhalle steht für »Produktionsintegrierten Umweltschutz«. In Nordrhein-Westfalen bietet die von Umweltministerin Bärbel Höhn ins Leben gerufene Effizienzagentur NRW einen PIUS-Check für kleine und mittlere Unternehmen an. Ziel ist, Betriebsabläufe zu optimieren. Dies schont die Umwelt und spart gleichzeitig Geld. Die Fachleute prüfen, ob sich Produktionskosten und Ressourcen einsparen lassen - zum Beispiel bei Wasser und Heizung. »Kombiniert man diese Maßnahmen mit einer intelligenten Logistik, so lässt sich in vielen Fällen ein scheinbar nötiger Ausbau vermeiden«, sagt Nikel aus Erfahrung.

Weitere Stationen auf der Modellbauplatte zeigen, wie der kombinierte Güterverkehr auf Straße und Schiene in der Kreislaufwirtschaft funktioniert. Die Themen sind: gekoppelte Ver- und Entsorgungssysteme sowie das kommunale Entsorgungsmanagement. Schon auf der Hannover Messe wirkte die Modelleisenbahn als Publikumsmagnet. Auch auf der IFAT (13. bis 17. Mai) in München können sich Interessierte in Halle B 2 Stand 346 über die neuesten Trends der Güterlogistik informieren.

Dipl.-Ing. Andreas Nikel | Mediendienst

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