Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Backofen denkt mit

11.03.2002


"Hol mich raus aus dem Ofen, ich bin fertig und verbrenne sonst", ruft das Brot im Märchen von Frau Holle dem Mädchen zu. Sprechendes Gebäck wird es jenseits der Märchenwelt auch in Zukunft nicht geben, aber dafür schaltet sich der Ofen selbstständig aus.

Wenn appetitliche Düfte durch die Küche ziehen, dann ist dies ein Signal für die Geruchssensorik im Herd. Anhand von charakteristischen Geruchsstoffen erkennt das Gerät, dass der Backprozess abgeschlossen ist und schaltet den Ofen ab. Verbrennen kann nichts mehr. Bislang ist dies noch eine Vision, aber schon bald könnte die sogenannte Standardized Primary Aroma Nose Einzug in die Küchen halten. Im Rahmen des Forschungskonzeptes "Mikrosystemtechnik 2000+" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit 1,25 Mi. Euro unterstützt, entwickeln derzeit drei Forschungseinrichtungen und drei Unternehmen - darunter zwei Mittelständler - ein Sensorsystem zur Kontrolle von Brat- und Brackvorgängen mittels Primäraromastandards. Ende dieses Jahres soll das Projekt abgeschlossen sein. Am hetigen Montag stellen die Projektpartner in Ludwigsburg ihre bisherigen Ergebnisse vor.

Für sogenannte elektronische Nasen eröffnet sich im Bereich der Lebensmitteltechnologie ein breites Einsatzfeld. Bislang scheitert der wirtschaftliche Einsatz dieser Sensoren jedoch an der fehlenden Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. Die Sensoren verändern bei längerem Gebrauch ihre Eigenschaften und Empfindlichkeiten und müssen daher regelmäßig neu kalibriert werden. Über den Einsatz von neuartigen Sensoren wollen die Projektpartner dieses Problem lösen. Gerüche bestehen aus einer Vielzahl von Aromen. In der Regel reichen jedoch wenige charakteristische Aromastoffe aus, um bestimmte Düfte eindeutig zu erkennen. Die Sensoren für den Backofen werden deshalb auf eine kleine Zahl von Standarddüften, die beim Backen entstehen, kalibriert.

Ein zweites Anwendungsgebiet für die im Projekt entwickelte Geruchssensorik sind Abluftanlagen in Großküchen und Restaurants. Sobald die Luft zu dick wird, schaltet das System automatisch den Filter ein. Gleichzeitig überwacht es die Funktionsfähigkeit des Filters und schlägt rechtzeitig Alarm, bevor er verbraucht ist. Darüber hinaus untersuchen die Projektpartner weitere Anwendungsmöglichkeiten des Systems beispielsweise in der Eingangskontrolle für die in der Nahrungsmittelindustrie verwendeten Lebensmittel.

Die Präsentation des Verbundprojektes findet im Rahmen der ITG/GMA-Fachtagung "Sensoren und Mess-Systeme" im Forum am Schlosspark Ludwigsburg statt. Weitere Informationen zum Projekt und zur Präsentation gibt es beim Projektträger

VDI/VDE-Technologiezentrum Informationstechnik GmbH
Dr. Carsten Diehl
Rheinstraße 10 B, 14513 Teltow
Telefon: 03328/435-242, Fax: -105
E-Mail: diehl@vdivde-it.de

Wiebke Ehret | idw

Weitere Berichte zu: Backofen Geruchssensorik Ofen Sensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Trennsationell - Optimierung des Entformungsverhaltens
15.01.2020 | INNOVENT e.V. Technologieentwicklung Jena

nachricht Vom Frittenfett zur Power – Forschungsprojekt in der Verfahrenstechnik
07.01.2020 | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Miniatur-Doppelverglasung: Wärmeisolierendes und gleichzeitig wärmeleitendes Material entwickelt

Styropor oder Kupfer – beide Materialien weisen stark unterschiedliche Eigenschaften auf, was ihre Fähigkeit betrifft, Wärme zu leiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz und der Universität Bayreuth haben nun gemeinsam ein neuartiges, extrem dünnes und transparentes Material entwickelt und charakterisiert, welches richtungsabhängig unterschiedliche Wärmeleiteigenschaften aufweist. Während es in einer Richtung extrem gut Wärme leiten kann, zeigt es in der anderen Richtung gute Wärmeisolation.

Wärmeisolation und Wärmeleitung spielen in unserem Alltag eine entscheidende Rolle – angefangen von Computerprozessoren, bei denen es wichtig ist, Wärme...

Im Focus: Miniature double glazing: Material developed which is heat-insulating and heat-conducting at the same time

Styrofoam or copper - both materials have very different properties with regard to their ability to conduct heat. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz and the University of Bayreuth have now jointly developed and characterized a novel, extremely thin and transparent material that has different thermal conduction properties depending on the direction. While it can conduct heat extremely well in one direction, it shows good thermal insulation in the other direction.

Thermal insulation and thermal conduction play a crucial role in our everyday lives - from computer processors, where it is important to dissipate heat as...

Im Focus: Fraunhofer IAF errichtet ein Applikationslabor für Quantensensorik

Um den Transfer von Forschungsentwicklungen aus dem Bereich der Quantensensorik in industrielle Anwendungen voranzubringen, entsteht am Fraunhofer IAF ein Applikationslabor. Damit sollen interessierte Unternehmen und insbesondere regionale KMU sowie Start-ups die Möglichkeit erhalten, das Innovationspotenzial von Quantensensoren für ihre spezifischen Anforderungen zu evaluieren. Sowohl das Land Baden-Württemberg als auch die Fraunhofer-Gesellschaft fördern das auf vier Jahre angelegte Vorhaben mit jeweils einer Million Euro.

Das Applikationslabor wird im Rahmen des Fraunhofer-Leitprojekts »QMag«, kurz für Quantenmagnetometrie, errichtet. In dem Projekt entwickeln Forschende von...

Im Focus: Fraunhofer IAF establishes an application laboratory for quantum sensors

In order to advance the transfer of research developments from the field of quantum sensor technology into industrial applications, an application laboratory is being established at Fraunhofer IAF. This will enable interested companies and especially regional SMEs and start-ups to evaluate the innovation potential of quantum sensors for their specific requirements. Both the state of Baden-Württemberg and the Fraunhofer-Gesellschaft are supporting the four-year project with one million euros each.

The application laboratory is being set up as part of the Fraunhofer lighthouse project »QMag«, short for quantum magnetometry. In this project, researchers...

Im Focus: Wie Zellen ihr Skelett bilden

Wissenschaftler erforschen die Entstehung sogenannter Mikrotubuli

Zellen benötigen für viele wichtige Prozesse wie Zellteilung und zelluläre Transportvorgänge strukturgebende Filamente, sogenannte Mikrotubuli.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

11. Tagung Kraftwerk Batterie - Advanced Battery Power Conference am 24-25. März 2020 in Münster/Germany

16.01.2020 | Veranstaltungen

Leben auf dem Mars: Woher kommt das Methan?

16.01.2020 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2020

16.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Chemiker lassen Bor-Atome wandern

17.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Infektiöse Proteine bei Alzheimer

17.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Miniatur-Doppelverglasung: Wärmeisolierendes und gleichzeitig wärmeleitendes Material entwickelt

17.01.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics