Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirksamer Korrosionsschutz ohne karzinogenes Chrom(VI)

08.10.2003

Für das kontinuierliche Passivieren von Stahlhalbzeugen hat das im südhessischen Zwingenberg ansässige Chemieunternehmen SurTec ein alternatives System zum bislang verwendeten sechswertigen Chrom entwickelt. Hintergrund ist, dass das Einsetzen von sechswertigem Chrom von Juli 2007 an aus gesundheitlichen Gründen EU-weit verboten wird.

Chromhaltige Passivierungsschichten auf verzinktem Stahl haben die Aufgabe, für einen optimalen Korrosionsschutz zu sorgen und Lackierungen eine bessere Haftung zu vermitteln. Bei dem neuen System ersetzten die Chemiker das karzinogene sechswertige durch unbedenkliches dreiwertiges Chrom adäquat, das heißt, ohne speziell im Automobilbau Einbußen beim Korrosionsschutz hinnehmen zu müssen. Eigene Tests an zinkbeschichteten Stahlbändern und -rohren haben nach Angaben von SurTec nicht nur die gesundheitliche Unbedenklichkeit der neuen Passivierungslösung mit der internen Bezeichnung "SurTec 680 Chromitierung", sondern abhängig von der Schichtdicke auch gleiche bis bessere Korrosionsschutz-Eigenschaften ergeben. Bei Passivierungen handelt es sich um oxidische Sperrschichten, die beim Kontakt mit der sauren Passivierungslösung entstehen. Sie schützen die korrosionsverhindernde Verzinkung der Oberfläche beispielsweise von Stahlblechen gegen weitere Oxidation und andere chemischen Reaktionen mit aggressiven Stoffen. Diese Schicht enthält bei herkömmlichen Chromatierungsverfahren immer auch Cr(VI)-Teilchen, also sechswertiges Chrom.

Ab Juli 2007 ist das als karzinogen (Krebs erzeugend) eingestufte sechswertige Chrom jedoch gemäß Altautorichtlinie (End of Life Vehicles Directive) der EU verboten. Im Automobilbau galt das Chromatieren mit ungiftigem dreiwertigen Chrom bislang als ein Verfahren, das nur einen ungenügenden Korrosionsschutz gewährleistete. Doch laut SurTec, dem mittelständischem Spezialisten für chemische Oberflächensysteme, hat das Entwicklerteam aus Zwingenberg hier eine Lösung gefunden. Das neue System fußt auf einem ähnlichen Prinzip wie herkömmliches Chromatieren, vermeidet jedoch den Einsatz der giftigen Cr(VI)-Teilchen und funktioniert statt dessen auf Basis von dreiwertigem Chrom. Durch Variieren der Beschichtungsparameter wie Kontaktzeit, Temperatur und Konzentration könne der gewünschte Korrosionsschutz bei SurTec 680 Chromitierung über die Schichtdicke selbst eingestellt werden.

Zu den Hauptvorteilen des neuen Verfahrens über den reinen Korrosionsschutz hinaus zählt das Unternehmen, dass die "chromitierte" Oberfläche nach der Versiegelung kratzfester, hitzebeständiger und härter ist als nach der konventionellen Chromatierung. Ferner können die Anwender ihre vorhandenen Anlagen weiter fahren und somit hohe Investitions- und Umstellungskosten sparen. Dazu kommen nach Angaben von SurTec eine deutlich längere Standzeit der Passivierung, recyclebares Spülwasser und minimale so genannte Ausschleppverluste, die das neue Verfahren mit sich bringt.

F�r das kontinuierliche Passivie | SurTec GmbH
Weitere Informationen:
http://www.surtec.com
http://www.innovations-report.de/html/profile/profil-29.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten
18.07.2018 | BIAS - Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH

nachricht Neues Verfahren verbessert Haltbarkeit der Beschichtung auf Werkzeugen
12.07.2018 | Technologie Lizenz-Büro (TLB) der Baden-Württembergischen Hochschulen GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics