Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zukunftstechnologien auf dem Gebiet des Lichtbogenschweißens

19.02.2010
Bundesweite Tagung an der Hochschule Lausitz

Das an der Hochschule Lausitz (FH) ansässige Institut für Inverse Modellierung (IIM) unter Leitung von Prof. Dr. rer. nat. habil. Johannes Kruscha richtet am 24. und 25. Februar 2010 an der HL in Senftenberg eine hochkarätig besetzte bundesweite Tagung aus, die sich mit Zukunftstechnologien auf dem Gebiet des Lichtbogenschweißens befasst.

Seit November 2008 wird das IIM im Rahmen des bundesweiten Forschungs-Clusters "Lichtbogenschweißen - Physik und Werkzeug" mit drei Teilprojekten und einer Fördersumme von einer halben Million Euro gefördert.

Nach reichlich einem Jahr intensiver Arbeit des vom Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V. (DVS) betreuten Forschungsclusters ist die Tagung des Projektbegleitenden Arbeitskreises "Lichtbogenschweißen - Physik und Werkzeug" dem vom IIM vertretenen neuen Forschungsansatz der explorativen Datenanalyse und inversen Modellierung gewidmet.

Mit den Doktoranden Kristin Schlodder, Frank Wagner und Marcel Tempelhagen gehören dem kleinen Forscherteam unter Leitung von Professor Kruscha, sämtlich Absolventen des Studiengangs Informatik der Hochschule Lausitz, an. Erstmalig wird von diesem am 24. Februar ein systematisches Gesamtkonzept der neuartigen Signalauswertungsmethoden vorgestellt und damit in gewissem Sinne ein neuer Auswertungsstandart offeriert. Damit lassen sich bereits sehr überzeugend sowohl neue Möglichkeiten der Gewinnung relevanter Prozess-Information demonstrieren als auch die Grenzen der etablierten Messmethodik sowie der klassischen Auswertung aufzeigen.

Vor allem können die Forscher an der Hochschule Lausitz auf der Basis des bisherigen Kenntnisstandes zukünftige Schwerpunkte für die Qualifizierung der Messtechnik, Datenanalyse und wünschenswerte Entwicklungslinien für entsprechende praxisnahe Modellierungsansätze definieren und entsprechende Vorschläge für die Optimierung der Prozessführung ableiten.

Angemeldet haben sich zur Tagung an der Hochschule Lausitz unter anderem Vertreter der führenden deutschen universitären Forschungsstellen der Schweißforschung, namhafte Schweißgerätehersteller, darunter der deutsche Marktführer EWM und der europäische Marktführer FRONIUS sowie große Anwender, darunter BMW, Thyssen-Krupp und VW. Die HKS Prozesstechnik Halle zählt zu den ebenfalls anwesenden wichtigen Vertretern der Schweißdatenüberwachung und Messtechnik.

Mehr als 60 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich bisher angemeldet, weitere sind herzlich willkommen. "Obgleich diese Veranstaltung der Zukunftstechnologie gewidmet ist, kann sie auch für Techniker ein besonderes Ereignis für die Weiterentwicklung des schweißtechnischen Fachwissens sein. Darum laden wir hiermit auch interessierte Fachleute der Region zum Besuch der Tagungsvorträge ein", erklärt der Leiter des Instituts für Inverse Modellierung, Professor Kruscha. "Wir freuen uns auf einen produktiven Dialog zwischen Geräteherstellern, Forschungsstellen und Anwendern. Für die Hochschule Lausitz unterstreicht die Ausrichtung dieser Tagung ein weiteres Mal, dass sie sich im Verbund der deutschen universitären Forschungslandschaft auf ausgewählten Gebieten als anerkannter Forschungspartner behaupten kann und auch als regionales Wissenschaftszentrum überregional wahrgenommen wird."

Zum Programm der Tagung: http://www.inverse-modellierung.de

Hintergrund:
Das Institut für Inverse Modellierung (IIM) ist am Fachbereich Informatik/ Elektrotechnik/ Maschinenbau der Hochschule Lausitz (FH) in Senftenberg angesiedelt. In dem unter Leitung von Prof. Dr. rer. nat. habil. Johannes Kruscha stehenden Forscherteam wirken als Absolventen des Studiengangs Informatik der Hochschule Lausitz die Wissenschaftlichen Mitarbeiter und Doktoranden Kristin Schlodder, Frank Wagner und Marcel Tempelhagen. Das Team, das bereits sechs wissenschaftliche Publikationen vorweisen kann, ist am bundesweiten Forschungs-Cluster "Lichtbogenschweißen - Physik und Werkzeug" beteiligt, welches seit Ende 2008 mit insgesamt 4 Mio. Euro aus Mitteln der Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie sowie Bildung und Forschung gefördert wird. Die Förderung erfolgt über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF). Zum Projekt begleitenden Ausschuss gehören 40 Unternehmen, darunter so namhafte wie BMW, Daimler, Linde und VW.

Die Fördersumme für das Team an der HL beträgt eine halbe Million Euro. Das Forscherteam arbeitet an der Beschreibung komplexer Vorgänge im Lichtbogen durch Kopplung von inverser und direkter Modellierung zusammen mit Wissenschaftlern von der RWTH Aachen, der Universität der Bundeswehr München, der TU Dresden, der TU Berlin sowie vom Leibniz Institut für Plasmaforschung und Technologie Greifswald.

Die stetige Weiterentwicklung von Werkstoffen, Leichtbaukonzepten durch Werkstoffkombinationen, erhöhte Anforderungen an Prozesssicherheit und Umweltverträglichkeit lassen derzeit die Prozessgrenzen von Lichtbogenschweißverfahren deutlich werden. Einzelne neuere Forschungsarbeiten und Anlagenentwicklungen deuten auf ein hohes Innovationspotenzial und Lösungsansätze für aktuelle Fragestellungen aus der Industrie hin. Die Komplexität des Prozesses, angefangen bei den physikalischen Zusammenhängen im Lichtbogen über deren ingenieurmäßige Anwendung in einem industriellen Fertigungsprozess bis hin zu neuen werkstofftechnischen Konzepten, verlangt nach einem interdisziplinären Lösungsansatz.

In dem konzipierten Forschungscluster wird ausgehend von diagnostischen Untersuchungen am Schweißlichtbogen das grundlegende physikalische Verständnis in enger Wechselwirkung mit Modellierungsansätzen entstehen, so dass das Prozessverhalten mittels Simulation beschrieben und vorhergesagt werden kann. Parallel zu diesen Arbeiten erfolgt in anwendungsorientierten Projekten die Umsetzung unter technologischen Aspekten. Besondere Bedeutung wird hierbei der signifikanten Verbesserung der Prozesssicherheit beigemessen. Die zu entwickelnden Brenner- und Regelungskonzepte werden synergetisch auch zu neuen metallurgischen Möglichkeiten führen.

Die interdisziplinäre Erforschung der Grundlagen und deren direkte Anwendung auf technisch relevante Problemstellungen sind darauf gerichtet, im Lichtbogen eine höhere Produktivität und gesteigerte Prozesssicherheit bei verringerter Umweltbelastung zu erreichen. In einem Teilprojekt des IIM wird der Einsatz geregelt gepulster Lichtbögen zu Beeinflussung der Schmelzbaderstarrung untersucht. Ein weiteres Teilprojekt des Institutes beschäftigt sich mit der Entwicklung einer ereignisorientierten Regelung auf Basis der explorativen Datenanalyse zur Steuerung komplexer MSG-Impulsschweißprozesse.

Ziel dieses Clusters ist laut AIF die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland auf internationaler Ebene sowohl im wissenschaftlichen als auch im industriellen Umfeld.

Die Koordinierung des Forschungsprojektes erfolgt durch den Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V. (DVS) in Zusammenarbeit mit der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V. (FOSTA).

Weitere Informationen:
Prof. Dr. rer. nat. habil. Johannes Kruscha
Institut für Inverse Modellierung (IIM)
Hochschule Lausitz (FH)
Großenhainer Straße 57
01968 Senftenberg
Tel: 03573-85-610
Mobil: 0160-1232164
E-Mail: jkruscha@hs-lausitz.de

Ralf-Peter Witzmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.inverse-modellierung.de
http://www.hs-lausitz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Größte internationale Konferenz zur Erforschung von Gebärdensprachen an der Universität Hamburg
23.09.2019 | Universität Hamburg

nachricht 92. Neurologie-Kongress: Mehr als 6500 Neurologen in Stuttgart erwartet
20.09.2019 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer Cluster of Excellence auf der K 2019: Frischer Wind für die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen

Der weltweite Eintrag von Kunststoffen in die Umwelt muss gestoppt werden. Wie ein Kunststoff beschaffen sein muss, damit er kreislauffähig, schnell und rückstandlos abbaubar wird oder im besten Fall nicht in die Umwelt gelangt, ist Thema des Fraunhofer Cluster of Excellence »Circular Plastics Economy«. Auf der K 2019 präsentieren die beteiligten fünf Fraunhofer-Institute am Beispiel Kunststoff den Forschungsansatz, der Energie- und Materialströme einer Wertstoffkette in eine zirkuläre Wirtschaftsform überführen soll. Halle 7, Stand SC1.

350 Millionen Tonnen Kunststoff wurden 2017 weltweit produziert, rund 65 Millionen Tonnen davon in Europa. Kunststoff ist unverzichtbar für...

Im Focus: 'Nanochains' could increase battery capacity, cut charging time

How long the battery of your phone or computer lasts depends on how many lithium ions can be stored in the battery's negative electrode material. If the battery runs out of these ions, it can't generate an electrical current to run a device and ultimately fails.

Materials with a higher lithium ion storage capacity are either too heavy or the wrong shape to replace graphite, the electrode material currently used in...

Im Focus: Nervenzellen feuern Hirntumorzellen zum Wachstum an

Heidelberger Wissenschaftler und Ärzte beschreiben aktuell im Fachjournal „Nature“, wie Nervenzellen des Gehirns mit aggressiven Glioblastomen in Verbindung treten und so das Tumorwachstum fördern / Mechanismus der Tumor-Aktivierung liefert Ansatzpunkte für klinische Studien

Nervenzellen geben ihre Signale über Synapsen – feine Zellausläufer mit Kontaktknöpfchen, die der nächsten Nervenzelle aufliegen – untereinander weiter....

Im Focus: Stevens team closes in on 'holy grail' of room temperature quantum computing chips

Photons interact on chip-based system with unprecedented efficiency

To process information, photons must interact. However, these tiny packets of light want nothing to do with each other, each passing by without altering the...

Im Focus: Happy hour für die zeitaufgelöste Kristallographie

Ein Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD), der Universität Hamburg und dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) hat eine neue Methode entwickelt, um Biomoleküle bei der Arbeit zu beobachten. Sie macht es bedeutend einfacher, enzymatische Reaktionen auszulösen, da hierzu ein Cocktail aus kleinen Flüssigkeitsmengen und Proteinkristallen angewandt wird. Ab dem Zeitpunkt des Mischens werden die Proteinstrukturen in definierten Abständen bestimmt. Mit der dadurch entstehenden Zeitraffersequenz können nun die Bewegungen der biologischen Moleküle abgebildet werden.

Die Funktionen von Biomolekülen werden nicht nur durch ihre molekularen Strukturen, sondern auch durch deren Veränderungen bestimmt. Mittels der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte internationale Konferenz zur Erforschung von Gebärdensprachen an der Universität Hamburg

23.09.2019 | Veranstaltungen

92. Neurologie-Kongress: Mehr als 6500 Neurologen in Stuttgart erwartet

20.09.2019 | Veranstaltungen

Frische Ideen zur Mobilität von morgen

20.09.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neues Analyse-Tool für Datenbankmanagementsysteme: Mowgli weist den Weg im Datenbanken-Dschungel

23.09.2019 | Informationstechnologie

Fraunhofer Cluster of Excellence auf der K 2019: Frischer Wind für die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen

23.09.2019 | Messenachrichten

Qualitätskontrolle in der Immunkommunikation: Chaperone erkennen unfertige Signalmoleküle im Immunsystem

23.09.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics