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Weltkongress der Gefäßmedizin in Leipzig

26.01.2015

Über 4.500 Fachmediziner / Mehr als 90 Live-Übertragungen aus aller Welt

Vom 27. bis 30. Januar 2015 findet auf der Leipziger Neuen Messe zum nunmehr 11. Mal der Gefäßkongress „Leipzig Interventional Course 2015“ (kurz: LINC) statt. Zu einer der weltweit wichtigsten Fachveranstaltungen für Gefäßmedizin werden über 4.500 Fachmediziner aus über 70 Ländern erwartet. Auf dem Programm stehen neben wissenschaftlichen Vorträgen auch zahlreiche Live-Übertragungen von Gefäßoperationen und –interventionen aus der ganzen Welt.

Der Patient im Fokus

„Das Besondere an diesem Kongress ist zum einen, dass er sehr interdisziplinär angelegt ist und zum anderen, dass der Patient ganz klar im Fokus steht“, erklärt Prof. Dierk Scheinert, Mitbegründer und Mitorganisator des LINC. Mittels Live-Schaltungen aus aller Welt führen die Kongressteilnehmer anhand konkreter Fälle eine rein medizinische, patientenorientierte Diskussion über die besten Behandlungsverfahren.

„Das ist technisch zwar sehr aufwendig, fördert aber den fachlichen Austausch und damit den Mehrwert für die Mediziner und damit den Patienten enorm“, so Scheinert, der seit letztem Jahr die neue Abteilung für Interventionelle Angiologie am UKL leitet.

Live-Schaltungen aus aller Welt

Die Live-Schaltungen aus aller Welt sind mittlerweile zum Markenzeichen des Leipziger Gefäßkongresses geworden, Unter den 14 Live-Übertragungszentren aus Deutschland, der Schweiz, Italien, Irland, Belgien, den USA, Brasilien und Japan ist in diesem Jahr erstmalig auch das Universitätsklinikum Leipzig. Neben den Angiologen und Gefäßchirurgen des UKL sind auch Arbeitsgruppen aus der Kardiologie, der Interventionellen Radiologie oder der Neurologie mit der Demonstration von Patientenfällen und Vorträgen zu neuesten Behandlungsverfahren aus ihren Fachbereichen am LINC 2015 beteiligt.

Neues Behandlungsverfahren bei Gefäßverengung

Eines der zentralen Themen des „Leipzig Interventional Course“ ist auch in diesem Jahr wieder die Behandlung von Gefäßverschlüssen mit medikamentenbeschichten Ballons oder Stents. Die dauerhafte Erweiterung verengter Gefäße mittels dieser speziellen Methode ist Gegenstand zweier großer weltweiter Studien, die die Gefäßmediziner bereits auf den letzten Kongressen beschäftigt haben.

Nach der Diskussion über erste Studienergebnisse und Anwendungen widmet sich der LINC 2015 nunmehr der breiten Einführung und Etablierung dieses neuen Verfahrens in der medizinischen Praxis. Das Anwendungsgebiet ist groß: Fast 20 Prozent der älteren Bevölkerung leidet unter Gefäßverengung.

Schonende Verfahren bei Aorten-Aneurysmen

Ein zweites Schwerpunktthema des diesjährigen LINC sind innovative Verfahren bei der minimalinvasiven Behandlung von gefährlichen Erweiterungen der Hauptschlagader (Aorten-Aneurysmen). In enger Abstimmung mit der Gefäßchirurgie ist es heutzutage möglich, auch komplexe Aneurysmen minimalinvasiv, das heißt besonderes schonend, zu versorgen.

Hierbei kommen zum Teil individuell für den Patienten gefertigte Gefäßprothesen zum Einsatz, die über einen kleinen Schnitt in der Leiste eingebaut werden. Das Gefäßzentrum am Universitätsklinikum Leipzig ist auf diesem Gebiet in Mitteldeutschland führend. Zahlreiche Abteilungen arbeiten hier fachübergreifend zusammen und gewährleisten so eine umfassende Diagnostik und Therapie sämtlicher Gefäßleiden.

Nach über zehn Jahren kann LINC eine eindrucksvolle Bilanz aufweisen. In den letzten 11 Jahren ist die Teilnehmerzahl von LINC von 500 in 2005 auf fast 5.000 in diesem Jahr gestiegen. Damit ist LINC nicht nur der größte Kongress der Gefäßmedizin weltweit, sondern auch einer der bedeutsamsten Medizinkongresse in Leipzig.

Kathrin Winkler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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