Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hirnforscher vereinbaren Kooperationen auf Tagung in Tangermünde

31.08.2012
„Es war sehr effektiv und interessant und wir sind stolz, so viele hochkarätige Forscher aus den USA, Großbritannien, der Schweiz, Spanien, Israel, Japan, den Niederlanden, Italien und natürlich aus Deutschland hier in Tangermünde versammelt zu haben. Wir konnten sehr viel voneinander lernen. So haben wir auf unserem Symposium unter anderem auch Forschungsergebnisse diskutiert, die erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt wurden“, fasst Michael Kreutz, Leiter der Forschergruppe Neuroplastizität am Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg, zusammen.

Er war der Initiator des 3rd LIN Symposiums, das vom 27.-30. August 2012 in Tangermünde stattfand. Das Thema der 4 –tägigen Konferenz war Neuronale Plastizität. Neuronale Plastizität ist die Grundlage von Lern- und Gedächtnisprozessen.


BU: Die Organisatoren des LIN-Symposiums auf dem Schloss Tangermünde: Dr. Martin Heine, Leiter der Forschergruppe Molekulare Physiologie; Dr. Michael R. Kreutz, Leiter der Forschergruppe Neuroplastizität; Dr. Anna Fejtová, Dr. Ulrich Thomas und Dr. Renato Frischknecht von der Abteilung Neurochemie / Molekularbiologie vom Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg (v.li. n. re.).

Darunter versteht man erfahrungsabhängige Veränderungen an den Kontaktstellen von Nervenzellen. „Unser Gehirn verändert sich ständig, ein Leben lang. So werden die Funktionen des Nervensystems je nach Bedarf erhalten, angepasst oder erweitert. Vor allem durch Lernprozesse oder auch nach Beschädigungen verändert sich das Gehirn, Synapsen bauen sich um, Hirnareale vernetzen sich.

Das Gehirn eines Musikers oder Mathematikers beispielsweise ist anders vernetzt als bei einem Laien. Wie das allerdings genau funktioniert ist noch nicht abschließend erforscht. Am Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg beispielsweise untersuchen wir die neuronale Plastizität unter anderem auf der molekularen Ebene.

Dabei werden Veränderungen in der Struktur und Funktion unseres Denkorgans ebenso wie die Effekte von Genen und Botenstoffen untersucht. Uns geht es dabei vor allem um die genaue Funktionsweise der synaptischen Verbindungen“, erläutert Kreutz weiter. Anwendung finden diese Forschungen beispielsweise bei der Untersuchung von Gedächtnisstörungen, wie sie bei vielfältigen Hirnerkrankungen beobachtet werden. Forschungen zeigen, dass es Veränderungen an den synaptischen Verbindungen zwischen den Nervenzellen sind, die diesen Krankheiten zugrunde liegen.

Bei der Konferenz wurden genau solche neuen Erkenntnisse zu molekularen und zellulären Mechanismen diskutiert, die später einmal in eine klinische Anwendung führen können. Das wäre bei Demenz-Erkrankungen aber auch bei psychiatrischen Erkrankungen denkbar. Auf dem 3rd LIN Symposium wurden diverse Forschungsansätze vorgestellt und diskutiert. Die teilweise unveröffentlichten Daten der insgesamt 120 Wissenschaftler aus aller Welt stießen dabei auf besonderes Interesse. Die verschiedenen Forschergruppen vereinbarten darüber hinaus Kooperationen. Dabei sollen direkte Fragestellungen gemeinsam untersucht oder auch Forschungsmaterial ausgetauscht werden. Bereits in den kommenden Wochen wollen die Wissenschaftler in die detaillierte Planung gehen.

Das nächste LIN Symposium soll voraussichtlich 2014 wieder in Tangermünde stattfinden.

Hintergrund: Das Leibniz-Institut für Neurobiologie

Das LIN zählt zu den international führenden Hirnforschungszentren. Seine Mission besteht im Studium der Mechanismen von Lernen und Gedächtnis sowie deren krankhafter Störungen auf allen Ebenen der Hirnorganisation. Das 2011 neu bezogene Gebäude beherbergt sechs Abteilungen, vier Forschergruppen und sechs technologisch ausgerichtete Speziallabors. Klassische Forschungsfelder sind die Verarbeitung von akustischen Informationen und Sprache, die Langzeit-Veränderung stimulierter Nervenzellen durch neuronale Erregungsmuster sowie die Mechanismen der Bildung und Aktivierung von Synapsen.

Anika Zachert | Leibniz-Institut für Neurobiolog
Weitere Informationen:
http://www.lin-magdeburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Tagung informiert über künstliche Intelligenz
13.11.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung
12.11.2018 | Universität Witten/Herdecke

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Im Focus: Graphen auf dem Weg zur Supraleitung

Doppelschichten aus Graphen haben eine Eigenschaft, die ihnen erlauben könnte, Strom völlig widerstandslos zu leiten. Dies zeigt nun eine Arbeit an BESSY II. Ein Team hat dafür die Bandstruktur dieser Proben mit extrem hoher Präzision ausgemessen und an einer überraschenden Stelle einen flachen Bereich entdeckt. Möglich wurde dies durch die extrem hohe Auflösung des ARPES-Instruments an BESSY II.

Aus reinem Kohlenstoff bestehen so unterschiedliche Materialien wie Diamant, Graphit oder Graphen. In Graphen bilden die Kohlenstoffatome ein zweidimensionales...

Im Focus: Datensicherheit: Aufbruch in die Quantentechnologie

Den Datenverkehr noch schneller und abhörsicher machen: Darauf zielt ein neues Verbundprojekt ab, an dem Physiker der Uni Würzburg beteiligt sind. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit 14,8 Millionen Euro.

Je stärker die Digitalisierung voranschreitet, umso mehr gewinnen Datensicherheit und sichere Kommunikation an Bedeutung. Für diese Ziele ist die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

Profilierte Ausblicke auf die Mobilität von morgen

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

MagicMoney: Offline bezahlen – mit deinem Smartphone

13.11.2018 | Wirtschaft Finanzen

5G sichert Zukunft von Industrie 4.0 – DFKI mit der SmartFactoryKL auf der SPS IPC Drives

13.11.2018 | Messenachrichten

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics