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Ernährung für alle Lebensphasen: Welchen Herausforderungen müssen sich Fachkräfte stellen?

19.06.2012
„Das Thema des Kongresses lautet ‚Kindermenü – Seniorenteller – Trinknahrung: Ernährung für alle Lebensphasen’.

Jedes Alter hat seine spezifischen Anforderungen an eine optimale Ernährung; kommen Erkrankungen hinzu, so ergeben sich zusätzliche Herausforderungen – dies gilt insbesondere für die immer größer werdende Gruppe der Betagten und Hochbetagten.

Aber auch Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum und Leistungssport fordern besondere Aufmerksamkeit in punkto Ernährung“, sagte Dr. Andrea Lambeck, Tagungspräsidentin VDOE anlässlich der Tagung „Ernährung 2012“ in Nürnberg, die gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin veranstaltet wurde.

Ernährungsmediziner und Ernährungswissenschaftler sind hier gefragt. Nicht nur wenn es um die Beratung und Therapie des einzelnen Patienten geht, sondern auch bei der Erforschung von Zusammenhängen zwischen Ernährung und Funktionalität sowie der Wirkung bestimmter Nahrungskomponenten und somit der Entwicklung spezifisch adaptierter Produkte.
Über 1.000 forschende, praktizierende, beratende und kommunizierende Mitglieder dieser Berufsgruppen sind nach Nürnberg gekommen, um sich über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, Produkte und gesundheitspolitischen Fragestellungen auszutauschen und sich miteinander zu vernetzen.

Die Ernährung kann zugleich Problem und Lösung sein: Die Medien nutzen Ernährungsthemen zunehmend als Auflagen- oder Quotengarant, und ein jeder meint, sich selbst kompetent einbringen zu können. Wir möchten hier jedoch betonen, dass es nicht ganz so simpel ist: Trotz eines Lebensmittelangebotes in nie dagewesener Vielfalt und Qualität lässt die Ernährungssituation der Bevölkerung zu wünschen übrig. Für den gesunden Menschen ist es zwar leicht und preiswert, sich gesund und ausreichend zu ernähren. Zu viele und sich widersprechende Informationen führen jedoch zu einer „Consumer Confusion“ und stehen dann einer guten Entscheidung oft im Weg.

Die längst bekannten Chancen der Prävention durch Ernährung werden immer noch zu wenig genutzt. Hier müssen wir Überzeugungsarbeit leisten – sowohl gegenüber der Politik als auch gegenüber den Verbrauchern. In unserer modernen von Zeitmangel geprägten Welt haben sich zum Teil unvorteilhafte Ernährungstrends entwickelt – die Folgen für die Gesellschaft sind, insbesondere im Hinblick auf den demografischen Wandel, kaum kalkulierbar.

Andererseits bietet uns das ernährungswissenschaftliche und ernährungsmedizinische Know-how die Möglichkeit, Krankheiten mit gezielter Ernährung zu therapieren und zu verhältnismäßig geringen Kosten die Lebensqualität bis ins hohe Alter zu erhalten oder zu verbessern. Die großen Fortschritte, die in diesem Forschungsbereich erzielt wurden, gilt es zu nutzen.

Dass eine gesundheitsbewusste, genussvolle und dem heutigen Lebensstil angepasste Ernährung eine gesellschaftspolitische Aufgabe des 21. Jahrhunderts ist, die wir nur im Verbund der verschiedensten Akteure stemmen können, betont auch Schirmherr Helmut Brunner, der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in seinen Grußworten zum Kongress. Die Verbraucher werden umso mehr profitieren, je professioneller die Vernetzung und Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen über die breite Themenpalette der Ernährung stattfindet und je mehr die Experten mit einer Zunge sprechen, so der Minister.
Unser Appell an die Politik und die Medien ist, die Fachkompetenz von Ernährungsmedizinern, Ernährungswissenschaftlern und Diätassistenten zu nutzen, um das Wissen für alle nutzbar zu machen. Verbraucher und erst recht Patienten sind auf Sachverstand und kompetente Ratschläge angewiesen, um sich zurecht zu finden. Die Wertschätzung dieses Know hows – auch von den Medien – kann dazu beitragen, Verunsicherungen durch „vermeintliche“ Experten ohne qualifizierende Ausbildung zu vermeiden.

Dr. Monika Düngenheim
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Verband der Oecotrophologen e. V. (VDOE)
Reuterstr. 161
53113 Bonn
Tel.: 0228 28922-21
Fax: 0228 28922-77
E-Mail: m.duengenheim@vdoe.de

Rita Wilp | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgem.de

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