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Mathematiker mit höchstdotiertem deutschem Förderpreis geehrt

09.12.2002


Der Mathematiker und Klimafolgenforscher, Prof. Dr.-Ing. Rupert Klein, erhält von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den mit 1,55 Millionen Euro dotierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis.

Der DFG-Preis ist der höchstdotierte deutsche Förderpreis. Mit Rupert Klein erhöht sich die Zahl der Leibniz-Preisträger an der Freien Universität auf zwölf.

"Meine Mission hier in Berlin und Potsdam ist es, eine Brücke zwischen Angewandter Mathematik und Informatik einerseits und der Klima- und Klimafolgenforschung andererseits zu schlagen. Dabei stellt die Integration von Sozial- und Naturwissenschaften eine Herausforderung dar, die mir besonders am Herzen liegt", erzählt der 43-Jährige, der an der Freien Universität seit 1997 eine S-Professur im Fachbereich Mathematik und Informatik inne hat. Gleichzeitig arbeitet Klein als Leiter der Abteilung "Data & Computation" am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Für Kleins Qualifikation zur interdisziplinären Forschung spricht, dass er neben Studium, Promotion und Habilitation im theoretischen Maschinenbau an der RWTH Aachen zwischenzeitlich als DFG-Stipendiat im "Program in Applied and Computational Mathematics" der Princeton University bei Prof. Dr. Andrew J. Majda arbeitete und 1996 bis 1997 eine Professor für die "Methoden der Sicherheitstechnik/Unfallforschung" an der Bergischen Universität - GH Wuppertal innehatte.

Der Benningsen-Förder-Preisträger des Landes Nordrhein-Westfalen von 1995 entwikkelt derzeit neuartige numerische Verfahren zur Simulation von Atmosphärenströmungen und arbeitet am PIK an der mathematischen Modellierung von Mehrskalen-Wechselwirkungen in natürlichen und sozialen Systemen. Die Moderne Erdsystemanalyse und Klimafolgenforschung sind auf Computersimulationen als Hauptarbeitswerkzeug angewiesen. Die dabei verfolgten Ansätze sind - oftmals aus guten Gründen - nicht in Übereinstimmung mit schon existierenden, scheinbar direkt anwendbaren mathematischen Techniken. Solche Diskrepanzen durch Weiterentwicklung sowohl der mathematischen als auch der natur- und sozialwissenschaftlichen Konzepte zu beseitigen und dadurch beizutragen, die interdisziplinäre Forschung auf noch solidere Grundlagen zu stellen, ist das Ziel von Rupert Klein.

Das 1985 eingerichtete Leibniz-Programm will die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erleichtern. Die Förderung wird nur auf Vorschlag Dritter gewährt. Die Entscheidung über die Preisträger trifft der Bewilligungsausschuss für die Allgemeine Forschungsförderung aufgrund einer Empfehlung des Nominierungsausschusses für das Leibniz-Programm. ’Nachdem kürzlich Prof. Dr. H. J. Schellnhuber den Wolfson Research Merit Award, und Prof. Dr. Stefan Rahmstorf den Comer Preis erhalten haben, ist der Leibnitz Preis bereits die dritte hochdotierte Auszeichnung, die an einem PIK-Wissenschaftler in diesem Jahr verliehen wird’, freut sich Prof. Dr. Martin Claussen, der jetzige Direktor des Instituts.

Gabriele Dress | idw
Weitere Informationen:
http://www.pik-potsdam.de
http://www.dfg.de

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