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GVC/DECHEMA-Jahrestagungen und 20. Jahrestagung der Biotechnologen in Wiesbaden eröffnet

11.06.2002


Treffpunkt für mehr als 2000 Ingenieure, Chemiker und Biotechnologen Interdisziplinäres Forum: Aktuelle Spitzenforschung wartet auf Umsetzung - von Cyber Cell und Nanobiotechnologie bis zur Prozesstechnik


Vom 11. bis 13. Juni 2002 treffen sich in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden mehr als 2.000 Ingenieure, Chemiker und Biotechnologen, um neueste Ergebnisse auf ihren Arbeitsgebieten vorzustellen und zu diskutieren. Die GVC-VDI-Gesellschaft für Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen und die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie bieten mit ihren erstmals gemeinsam veranstalteten Jahrestagungen und der 20. Jahrestagung der Biotechnologen eine fachliche Vielfalt und Aktualität, wie es bisher auf keiner deutschen Tagung angeboten wurde.

An diesen drei Tagen werden mehr als 500 Vorträge und Posterpräsentationen, zahlreiche Kontaktforen und Firmenpräsentationen aus den Bereichen Biotechnologie, Chemie und Verfahrenstechnik den aktuellen Entwicklungsstand der Forschung und deren Anwendungspotentiale aufzeigen.


"Innovationen entstehen nur, wenn alle Glieder einer langen Innovationskette effizient arbeiten und zusammenwirken. Dazu muß im Netzwerk zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Staat und Öffentlichkeit eben auch die Chemie stimmen", sagte der Vorsitzende der DECHEMA, Professor Utz-Hellmuth Felcht, anläßlich der Eröffnung am Dienstag, den 11. Juni.

Nachwuchs und Forschungsförderung sind zwei wichtige Aspekte in dieser Kette. "Wir müssen den Forschungsstandort Deutschland wieder für die besten Wissenschaftler attraktiv machen", forderte er. "Wer innovative Ideen auf die lange Bank schiebt und sie in den Schubladen von Bürokratie, Beratung und Begutachtung schmoren läßt, der schadet unserer Volkswirtschaft", sagte er.

Felcht mahnte eine Stärkung der staatlichen Forschungsförderung insbesondere für die industrielle Gemeinschaftsförderung im Wirtschaftsministerium und für die innovationsorientierte Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Chemie im Forschungsministerium an. Er plädierte dafür, staatliche Unterstützung mit öffentlichen Fördermitteln sollte schwerpunktmäßig an Hochschulen und Insti-tuten erfolgen - und nicht in der Industrie, zumindest nicht in den größeren Unternehmen.

An den drei Tagen können die Teilnehmer hier in Wiesbaden aktuelle Trends erfahren und neueste Ergebnisse diskutieren. Die Themenschwerpunkte umfassen die ganze Breite und Tiefe aktueller Entwicklungen für Wissenschaft und Wirtschaft. Dazu gehören zum Beispiel Nanotechnologie, Reaktionstech-nik, Grundlagen der Verfahrenstechnik, Sicherheitstechnik sowie Umweltschutz- und Umweltverfahrenstechnik. Das strategische Supply Chain Management und der Einsatz der Informationstechnologien sowie die neuen Entwicklungen der Online-Sensortechnik werden ebenfalls in speziellen Vortragssessions behandelt.

Auf der 20. Jahrestagung der Biotechnologen mit der Firmenpräsentation Bio-technologie stehen bei den über 200 Vorträgen und Posterpräsentationen Themen von der biomolekularen Forschung bis zur Bio-Prozeßtechnik im Fokus. Metabolomics, Cyber Cell, Nanobiotechnologie, Validierung von Targets, gentechnisch basierte Impfstoffe, valide gentherapeutische Ansätze, neue Sicherheitsaspekte biopharmazeutischer Arzneimittel, Biosensorik oder Bio-Prozeßtechnik werden umfassend vorgestellt. Mehr als 80 überwiegend junge Biotechnologieunternehmen präsentieren neue Produkte, Technolgien und Dienstleistungen. Für

den biologischen und biotechnologischen Forschungssektor sieht Professor Alfred Pühler von der Universität Bielefeld, Vorsitzender des DECHEMA-Forschungsausschusses Biotechnologie einen Paradigmenwechsel, mit der Überzeugung, daß die Biotechnologie der Zukunft von der Genomforschung dominiert wird. Er sagte "Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms wird zu einer Revolution auf dem medizinischen Sektor führen und speziell die molekulare Medizin voranbringen. Die Erkenntnisse der pflanzlichen Genomforschung werden die Pflanzenzüchtung auf eine neue Basis stellen. Von der bakteriellen Genomforschung wird schließlich erwartet, daß sie einen breit gefächerten Einfluß auf viele Lebensbereiche nimmt, denn Mikroorganismen stellen den Großteil biotechnologischer Produktionsstämme und spielen in Landwirtschaft, Umwelt und im medizinischen Bereich gleichermaßen eine wichtige Rolle."

Diese komplexen Themen werden insbesondere unter dem Dach des neuen BMBF-Förderschwerpunktes "Systeme des Lebens - Systembiologie" starke Beachtung finden. "Gene, Proteine und kleine Moleküle werden künftig im Zusammenhang betrachtet. Damit wird ein entscheidender Schritt von der beschreibenden Biologie hin zu einem ganzheitlichen Systemverständnis der Lebensprozesse erwartet", so begründete Dr. Wolfgang Stöffler, Leiter des Referats Biologische Forschung und Technologie im BMBF, die neuen Fördermaßnahmen des Forschungsministeriums. 50 Millionen Euro werden dafür in den nächsten fünf Jahren bereitgestellt.

Besondere Programm-Highlights

Der Festvortrag zur Eröffnung am Dienstag, den 11.Juni 2002: Globalisierung - historische Entwicklung - parallelen" von Herrn Augustinus, Düsseldorf.

Die beiden Plenarvorträge: Manfred Klein von der DaimlerChrysler AG in Ulm beschäftigt sich mit Mikrosystemen im Auto der Zukunft und Prof. Hermann E. Gaub, TU München, betrachtet mechanische Experimente mit einzelnen Molekülen, liefern sie ein besseres Verständnis nanoskaliger Systeme mit Newton?

Die Sonderveranstaltung zur Stammzellforschung: Prof. Otmar Wiestler, Universität Bonn, stellt die vielfältigen Aspekte der aktuellen Debatten vor. In einer ausführlichen Diskussion sollen die wissenschaftliche und ethische Dimension bei der Verwendung humaner embryonaler Stammzellen erörtert werden.

Die Sonderveranstaltung Unternehmungsgründung: dort können sich potentielle Firmengründer über Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten informieren und von den bisherigen Erfahrungen der start-up-Unternehmen profitieren. Nach dem Gründerboom in der Biotechnologie können nun auch junge Chemie- und Technik-Unternehmen von den Erfahrungen profitieren. Der VBU-Tag (Vereinigung deutscher Biotechnologie-Unternehmen): hier werden aktuelle Themen aus der Biotech-Branche vorgestellt und von führenden Experten diskutiert. Themen im Kontaktforum gelten unter anderem den Chancen und Perspektiven in den Biowissenschaften, den Entwicklungsstrategien von Biotechnologiestandorten und -netzwerken oder der pharmazeutischen Produktentwicklung. Das Praxisforum und Studentenprogramm: die ideale Kommunikationsplattform, um Kontakte zu Firmen zu pflegen, mit Praktikern ins Gespräch zu kommen und Lösungen zu aktuellen verfahrenstechnischen Problemen zu finden. Ein spezielles Studentenprogramm während der drei Veranstaltungstage gibt interessierten Studenten die Möglichkeit, sich über zukünftige Berufschancen und Tätigkeitsfelder zu informieren und erste Kontake zu knüpfen.

Das "Science live"-Mobil des Bundesministeriums für Bildung und Forschung kommt anläßlich der Jahrestagungen nach Wiesbaden: unter dem Motto "Wissenschaft im Dialog" werden in einem komplett ausgestatteten Genlabor anhand von Postern und Exponaten die Grundlagen, Verfahren, Anwendungen, Chancen und Risiken moderner Biotechnologie und Gentechnik von fachkundigen Wissenschaftlern vermittelt. Besonders Schüler und Bürger aus Wiesbaden und Umgebung sind hier zur Diskussion eingeladen.

Und wie sehen Schüler die moderne Biotechnologie? In einer Ausstellung "Kunst und DNA", einem Schülerprojekt der Rheingau-Schulen Geisenheim, zeigen sie ihre bemerkenswerten Vorstellungen.

Ihr Kontakt im Pressezentrum in den Rhein- Main-Hallen vom 11. bis 13. Juni 2002 Tel: 0611 144 208, Fax: 0611 144 408, E-Mail: presse@dechema.de

Dr. Christine Dillmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dechema.de/jt

Weitere Berichte zu: Genomforschung Studentenprogramm Verfahrenstechnik

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