Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spitzenforschung für die Denkmalpflege - deutsch-griechisches Expertentreffen

17.12.2001


Das erste deutsch-griechische Expertentreffen zum Thema "Neue Technologien für die Erhaltung von Kulturgütern" findet vom 16. bis zum 20. Dezember im Kloster Bronnbach bei Wertheim statt. Neben Denkmalschützern und Naturwissenschaftlern werden auch mittelständische Unternehmen neue Verfahren zur Restaurierung und Sanierung von Kulturschätzen und Baudenkmälern präsentieren.

Kulturdenkmäler und Kunstwerke, ob im Freien oder in Museen, sind längst ein starker Motor für die Tourismusindustrie geworden. Zunehmend gewinnt deshalb bei Verantwortlichen in Politik und Entscheidungsgremien die Einsicht Raum, dass Denkmalpflege einen Wirtschaftsfaktor darstellt, der für viele Regionen lebenswichtig ist. Schädliche Umwelteinflüsse, aber auch der Massentourismus selbst, stellen jedoch eine kontinuierliche Bedrohung dar.

In Deutschland wird der Denkmalpflege bereits große Bedeutung beigemessen. In gleichem, wenn nicht höherem, Maß trifft dies auch für Griechenland zu, das darüber hinaus über einen außerordentlichen Reichtum an archäologischen Objekten verfügt. Erstmals findet nun eine bilaterale Tagung statt, auf der neue Verfahren zur Untersuchung und Restaurierung von Kulturgütern vorgestellt werden. Sie will dazu beitragen, bei der Restaurierung von Kulturschätzen eine Trendwende zu vollziehen: Traditionell geprägte Methoden werden zunehmend von naturwissenschaftlichen Untersuchungen begleitet, die zusätzliche Informationen über Alter, Material und Zustand der Kunstobjekte liefern und neue Wege für eine schonende Konservierung zeigen.

Das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC, Würzburg, dessen Außenstelle in den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden von Kloster Bronnbach untergebracht ist, hat für die insgesamt 50 Gäste ein umfangreiches Vortragsprogramm zusammengestellt. Organisatorin Dr. Hannelore Römich, Leiterin der Arbeitsgruppe Kulturgüterschutz, erwartet neben dem Erfahrungsaustausch vor allem auch eine lebhafte Diskussion über zukünftige gemeinsame Interessen und Projekte: "Die Teilnehmer hoffen natürlich, dass die in Bronnbach erzielten Ergebnisse durch eine öffentliche Förderung von Forschungsarbeiten auch in die Tat umgesetzt werden können." Das Treffen selbst wird vom BMBF in Bonn und vom griechischen Forschungsministerium finanziert.

Ein Beispiel für eine neue Restaurierungstechnik ist die Laserreinigung von empfindlichen Oberflächen. Prof. Costas Fotakis, Direktor eines der in dieser Technik weltweit führenden Institute aus Kreta, wird in Bronnbach die Entwicklung der Lasertechnik in der Konservierung vorstellen. Das Fraunhofer ISC hat mit einem Pilotprojekt wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen. High-Tech in der Restaurierung setzt aber schon bei Analysenmethoden an. Hochauflösende Computertomographie für archäologische Objekte ist dabei ein Forschungsgebiet mit Zukunft.

Neben Forschungsinstituten und Universitäten sind auch mittelständische Unternehmen auf der Tagung vertreten, die ganz unterschiedlich spezialisiert sind. Die Firma Jbach, Bamberg, beispielsweise hat ein Verfahren zur Steinkonservierung entwickelt, mit dem sie bisher allerdings nur in auf dem deutschen Markt vertreten ist. Griechische Firmen stellen computergestützte Dokumentationssysteme vor, die in Deutschland ihresgleichen suchen. Afroditi Patroni, die Leiterin der griechischen Delegation, sieht dem Treffen mit Spannung entgegen: "Der Erfahrungsaustausch mit den deutschen Kollegen ist bisher einmalig und viel versprechend."

Landrat Georg Denzer wird es sich nicht nehmen lassen, die Experten am 17. Dezember persönlich zu begrüßen. Wie Denzer bereits bei früheren Gelegenheiten betonte, lebt die erst vor wenigen Jahren mit großem Aufwand restaurierte Klosteranlage aus der Spätrenaissance nicht zuletzt durch die Aktivitäten der Außenstelle des Fraunhofer ISC und den lebhaften internationalen Austausch.

Dipl.-Geophys. Marie-Luise Righi | idw

Weitere Berichte zu: Denkmalpflege Restaurierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mediation – Konflikte konstruktiv lösen
12.11.2019 | Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund - zfh

nachricht Hochleistungsmaterialien mit neuen Eigenschaften im Fokus von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft
11.11.2019 | Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: New Pitt research finds carbon nanotubes show a love/hate relationship with water

Carbon nanotubes (CNTs) are valuable for a wide variety of applications. Made of graphene sheets rolled into tubes 10,000 times smaller than a human hair, CNTs have an exceptional strength-to-mass ratio and excellent thermal and electrical properties. These features make them ideal for a range of applications, including supercapacitors, interconnects, adhesives, particle trapping and structural color.

New research reveals even more potential for CNTs: as a coating, they can both repel and hold water in place, a useful property for applications like printing,...

Im Focus: Magnetisches Tuning auf der Nanoskala

Magnetische Nanostrukturen maßgeschneidert herzustellen und nanomagnetische Materialeigenschaften gezielt zu beeinflussen, daran arbeiten Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit Kollegen des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden und der Universität Glasgow. Zum Einsatz kommt ein spezielles Mikroskop am Ionenstrahlzentrum des HZDR, dessen hauchdünner Strahl aus schnellen geladenen Atomen (Ionen) periodisch angeordnete und stabile Nanomagnete in einem Probenmaterial erzeugen kann. Es dient aber auch dazu, die magnetischen Eigenschaften von Kohlenstoff-Nanoröhrchen zu optimieren.

„Materialien im Nanometerbereich magnetisch zu tunen birgt ein großes Potenzial für die Herstellung modernster elektronischer Bauteile. Für unsere magnetischen...

Im Focus: Magnets for the second dimension

If you've ever tried to put several really strong, small cube magnets right next to each other on a magnetic board, you'll know that you just can't do it. What happens is that the magnets always arrange themselves in a column sticking out vertically from the magnetic board. Moreover, it's almost impossible to join several rows of these magnets together to form a flat surface. That's because magnets are dipolar. Equal poles repel each other, with the north pole of one magnet always attaching itself to the south pole of another and vice versa. This explains why they form a column with all the magnets aligned the same way.

Now, scientists at ETH Zurich have managed to create magnetic building blocks in the shape of cubes that - for the first time ever - can be joined together to...

Im Focus: A new quantum data classification protocol brings us nearer to a future 'quantum internet'

The algorithm represents a first step in the automated learning of quantum information networks

Quantum-based communication and computation technologies promise unprecedented applications, such as unconditionally secure communications, ultra-precise...

Im Focus: REANIMA - für ein neues Paradigma der Herzregeneration

Endogene Mechanismen der Geweberegeneration sind ein innovativer Forschungsansatz, um Herzmuskelschäden zu begegnen. Ihnen widmet sich das internationale REANIMA-Projekt, an dem zwölf europäische Forschungszentren beteiligt sind. Das am CNIC (Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares) in Madrid koordinierte Projekt startet im Januar 2020 und wird von der Europäischen Kommission mit 8 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen weltweit die meisten Todesfälle. Herzinsuffizienz ist geradezu eine Epidemie, die neben der persönlichen Belastung mit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Mediation – Konflikte konstruktiv lösen

12.11.2019 | Veranstaltungen

Hochleistungsmaterialien mit neuen Eigenschaften im Fokus von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft

11.11.2019 | Veranstaltungen

Weniger Lärm in Innenstädten durch neue Gebäudekonzepte

08.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Effiziente Motorenproduktion mit der neuesten Generation des LZH IBK

13.11.2019 | Maschinenbau

KI-gesteuerte Klassifizierung einzelner Blutzellen: Neue Methode unterstützt Ärzte bei der Leukämiediagnostik

13.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Faserverstärkte Verbundstoffe schnell und präzise durchleuchten

13.11.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics