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Computerunterstützung in der Unfallchirurgie und Orthopädie

13.09.2001


26. Baden-Württemberg Kolloquium 24.-28.9.2001

1986 beschloss die Landesregierung auf eine parlamentarische Initiative der damaligen Stuttgarter CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Marianne Schultz-Hector hin, in Kooperation mit der Wirtschaft des Landes zur Förderung begabter Studenten ein Kolloquium einzurichten, das geeignet ist, einen intensiven Austausch von wissenschaftlichen Kenntnissen, Ideen und Vorstellungsweisen zwischen Studenten, Professoren und Berufspraktikern zu ermöglichen. Aktuelle Fragen der verschiedenen Fachdisziplinen sollten im interdisziplinären, Wissenschaft und Praxis verbindenden Gespräch erörtert werden, um fachübergreifende Zusammenhänge sichtbar zu machen und den Blick der Studenten dafür zu öffnen. Die Universität Ulm hat seither drei Kolloquien ausgerichtet (1989 "Biomedizinische Signal- und Bildverarbeitung", 1993 "Biomolekulare Medizin" und 1997 "Soziale Marktwirtschaft - Leitbild mit Zukunft"). Vom 24.-28. September 2001 wird in Ulm, im Wissenschaftszentrum Schloß Reisensburg der Universität, das vierte stattfinden, das 26. insgesamt. Sein Thema ist die "Computerunterstützte Chirurgie in der Unfallchirurgie und Orthopädie". Geleitet wird die fünftägige Veranstaltung von Prof. Dr. Lutz Claes, Leiter der Abteilung Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik der Universität Ulm, und seinem Mitarbeiter Dr. Lutz Dürselen.

Zum 26. Baden-Württemberg-Kolloquium sind insbesondere Studenten der Fachbereiche Informatik, Medizin und Maschinenbau, aber auch Juristen und Ökonomen eingeladen. Die computerunterstützte Chirurgie ist ein sehr schnell expandierender Bereich. Der Einsatz von computergestützten stereotaktischen Navigationshilfen bedeutet für viele Anwendungen einen Quantensprung in der Operationstechnik. Durch die immer schneller steigenden Prozessorleistungen der Rechner ist es möglich, Systeme herzustellen, die dem Chirurgen in Echtzeit sehr genaue Informationen über die Lage seiner Instrumente im Operationssitus geben. Großer Bedarf an einer solchen Technik bestand seit jeher in der Gehirnchirurgie aufgrund der problematischen Zugänglichkeit dieses Organs und der hohen und folgenschweren Verletzlichkeit seiner Strukturen. Deshalb hielt die computergestützte Chirurgie zuerst Einzug in dieses medizinische Fachgebiet. Inzwischen werden auch in vielen anderen chirurgischen Disziplinen Navigationssysteme angewendet, wodurch nicht zuletzt minimalinvasive Operationstechniken, die sich überall auf dem Vormarsch befinden, ermöglicht oder optimiert werden.

In der Unfallchirurgie und Orthopädie beispielsweise hilft der Computer, zielgenau Schrauben in die Wirbelsäule einzusetzen, dreidimensionale Osteotomien vorzunehmen und Gelenkprothesen achsengerecht zu implantieren. Weiterführende Entwicklungen vereinen die Navigation mit der Robotik derart, dass ganze Arbeitsvorgänge nicht mehr vom Chirurgen selbst, sondern von einem mit entsprechenden Instrumenten ausgerüsteten Roboter vorgenommen werden. So etwa, wenn der knöcherne Sitz einer Hüftgelenksendoprothese zu fräsen ist. An vielen neuen Anwendungen wird in wissenschaftlichen und industriellen Forschungslabors gearbeitet.

Mutiert der Chirurg angesichts der fortschreitenden Technisierung der Operationsmethoden zum Ingenieur im Operationssaal? Und ist der Einsatz dieser neuen Technologien immer sinnvoll und dem Wohle des Patienten dienlich? Ungebrochene Technikgläubigkeit ist nicht mehr zeitgemäß. Und so wird auch das 26. Baden-Württemberg-Kolloquium die technologischen Möglichkeiten der modernen Chirurgie kritischer Betrachtung unterziehen. Vorträge, Live-Übertragungen von Operationen, praktische Workshops und vor allem Diskussionsrunden mit Klinikern, Forschern und Industrievertretern sollen diese und andere Fragestellungen erörtern und die Studenten mit der Thematik umfassend vertraut machen. Dazu gehört, daß die Teilnehmer den Stand der Technik und die Operationen kennenlernen, die sich zur Zeit in der Unfallchirurgie und der Orthopädie computerunterstützt durchführen lassen. Weitere Schwerpunkte bilden die Darstellung der künftigen Entwicklung aus der Sicht des Klinikers und derjenigen der Industrie und die Frage, wie sich gewährleisten lässt, dass die Technik dem Patienten dient und nicht zum Selbstzweck wird.

Peter Pietschmann | Pressebüro

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