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Maschinen lernen Menschen verstehen

13.09.2001


Wer nach einem bestimmten Stichwort sucht, dem liefert das Internet mit Sicherheit in kürzester Zeit einen passenden Bericht oder Beitrag - zumindest, solange er in Textform vorliegt. Sobald sich die gesuchte Information jedoch in einer Fernseh- oder Radionachricht versteckt, ist es außerordentlich schwierig und zeitintensiv, die gewünschte Information herauszufiltern. Wissenschaftler arbeiten zur Lösung dieses Problems an Systemen der automatischen Spracherkennung, um auch audiovisuelle Informationen leichter und schneller elektronisch zugänglich zu machen. Zur Konferenz "Elektronische Sprachsignalverarbeitung" (ESSV), die sich unter anderem mit dieser Problematik beschäftigt, lädt das Institut für Kommunikationsforschung und Phonetik der Universität Bonn vom 24. bis zum 26. September 2001 ein. Über 70 Forscher werden dort ihre neuesten Forschungsergebnisse vorstellen und diskutieren.

Ob aus Zeitungen, Fernsehen, Radio oder Internet - eine schnelle und zuverlässige Versorgung mit Informationen gewinnt heutzutage immer mehr an Bedeutung. Besonders problematisch ist die Auswertung der Informationsflut, die die verschiedenen Medien täglich produzieren. Daher werden Systeme zur automatischen Informationsfilterung immer wichtiger. Eine zentrale Rolle spielen in diesem Zusammenhang Spracherkennungssysteme, die in der Lage sind, das gesprochene Wort in Text umzuwandeln, der sich mit dem Computer nach Stichworten durchsuchen lässt. Weitere Forschungsthemen im Internetzeitalter sind die Speicherung und Übertragung von Audiosignalen (z.B. MP3) oder die Erzeugung synthetischer Sprache, die u.a. das Vorlesen von E-Mail und Fax-Nachrichten ermöglicht. Viele dieser Anwendungen sind aus der Phonetik hervorgegangen.

Die Konferenz "Elektronische Sprachsignalverarbeitung" bietet in über 40 Veranstaltungen ein vielfältiges Angebot mit Themenschwerpunkten von Spracherkennung bis Sprachsynthese, die das Forschungsgebiet in all seinen Facetten abdecken. Anlässlich des 80-jährigen Bestehens der Phonetik an der Universität Bonn lädt in diesem Jahr der Direktor des Institutes für Kommunikationsforschung und Phonetik Prof. Dr. Wolfgang Hess zur zum 12. Male stattfindenden Konferenz in die Beethovenstadt ein. Die Teilnahmegebühr für die dreitägige Konferenz beträgt 300 Mark bzw. 150 Mark für Studenten. Die Veranstaltung wird im großen Saal des Universitätsclubs in der Konviktstrasse 9 stattfinden.

Auf der Homepage können weitere Informationen sowie ein Anmeldeformular für die Veranstaltung abgerufen werden.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Wolfgang Hess, Karlheinz Stöber, Institut für Kommunikationsforschung und Phonetik, Tel.: 0228/735638 oder E-Mail essv@ikp.uni-bonn.de.

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.ikp.uni-bonn.de/essv/

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