Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäischer Kongress für Arbeits- und Sozialrecht zu den Themen: Altersversorgungssysteme, Gleichbehandlung, Wanderarbeiter

16.09.2008
Auch Arbeits- und Sozialrecht müssen in Europa zusammenwachsen

Der IX. Europäische Kongress der Internationalen Gesellschaft für das Recht der Arbeit und der sozialen Sicherheit vom 16. bis 19. September 2008 in Freiburg wird den unterschiedlichen Stand der europäischen Länder im Arbeits- und Sozialrecht beleuchten und die Probleme, die sich aus dieser Diskrepanz ergeben, diskutieren.

Die Organisation dieser internationalen Tagung, zu der ca. 250 Teilnehmer aus ganz Europa erwartet werden, liegt in den Händen von Professor Dr. Dr. h.c. Manfred Löwisch, Institut für Arbeitsrecht der Universität Freiburg.

Das Zusammenwachsen der Volkswirtschaften Europas ist weit fortgeschritten und geht weiter. Das Recht hält mit diesem Prozess nicht immer Schritt. Die durch das irische Nein bedingte Verzögerung bei der Ratifizierung des Lissabonvertrages zeigt das gerade.

Umso wichtiger ist es, die bereits vollzogenen rechtlichen Schritte bewusst zu machen und aufzubereiten. Das gilt auch für das Arbeits- und Sozialrecht. Rechtsklarheit, auf die Arbeitnehmer wie Unternehmen angewiesen sind, und die zugleich wesentlich zur Attraktivität der europäischen wie jeder anderen Ordnung beiträgt, entsteht durch die Anwendung des Rechts in der Praxis, insbesondere der Praxis der Gerichte, und durch den Diskurs in der Wissenschaft.

In sieben beispielhaften Schwerpunktthemen wird der Kongress diese Entwicklung aufzeigen. Sein erstes Thema gilt der Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf in den Mitgliedstaaten von EU und EWR und damit einem Fragenkreis, der seit zwei Jahren die deutsche Arbeitsrechtspraxis und Arbeitsrechtswissenschaft intensiv beschäftigt. Der Generalbericht von Irene Asscher-Vonk (Niederlande) und die Diskussionsbeiträge werden Einblick vor allem in die Umsetzung der Gleichbehandlungsrahmenrichtlinie in den einzelnen Mitgliedstaaten gewähren. Der Vergleich wird zeigen, wo die Zielsetzung der Richtlinie untererfüllt und wo sie übererfüllt ist und wo man die richtige Mitte gefunden hat. Daraus werden sich Handlungsoptionen nicht nur für den Gesetzgeber, sondern auch für den Rechtsanwender ableiten lassen.

Die Prosperität des zusammenwachsenden europäischen Wirtschaftsraums ruft nicht nur Wanderbewegungen zwischen den Mitgliedstaaten hervor. Vielmehr sind die legale wie die illegale Immigration nach Europa an der Tagesordnung. Das wirft die Frage nach Stellung und Schutz der Arbeitnehmer, den "Wanderarbeitern", bei grenzüberschreitender Beschäftigung auf. Vor allem bei illegaler Beschäftigung ist sie noch weitgehend ungeklärt. Wie bewältigen die verschiedenen nationalen Rechtsordnungen diese Fragen und welche Lösungsansätze bietet das europäische Recht? Das ist das zweite Hauptthema, dem der Kongress in Freiburg, eingeleitet durch den Generalbericht von Ruth Nielsen (Dänemark), nachgehen wird.

Das Recht der Europäischen Gemeinschaften spart das Sozialrecht (noch) weitgehend aus. Das ändert aber nichts daran, dass die Sozialversicherungssysteme in Europa vielfach vor denselben Aufgaben stehen. Die wohl wichtigste dieser Aufgaben ist die Bewältigung der demographischen Entwicklung vor allem in den Altersversorgungssystemen. Diesem Komplex gilt das dritte Hauptthema des Kongresses. Der auf einer Reihe von Länderberichten basierende Generalbericht von Professor Tomas Davulis aus Vilnius (Litauen) wird den Grund für eine Diskussion legen, an deren Ende die Formulierung von Aufgaben stehen kann, die sich auf diesem Feld auch der europäischen Gemeinschaft stellen.

In der modernen Arbeitswelt dringen Informations- und Kommunikationstechnologien immer weiter nach vorne. Das gilt für den einzelnen Betrieb und das einzelne Unternehmen genauso wie für die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen auch über die Grenzen hinweg. Sich die damit verbundenen nationalen wie europäischen arbeitsrechtlichen Fragen bewusst zu machen, ist Aufgabe der einen Round Table Diskussion, die unter der Leitung von Rolf Birk (Trier) steht und an der unter anderem Satoshi Nishitani (Japan) teilnehmen wird. Die andere Round Table Diskussion befasst sich - ausgerichtet von der spanischen Sektion - mit einem nicht minder aktuellen Problem der modernen Unternehmenswelt, nämlich den Verantwortlichkeiten des Arbeitgebers in komplexen Unternehmensorganisationen. Moderator ist Carlos M. Palomeque López (Spanien).

Recht muss, um wirklich Recht zu sein, auch durchgesetzt werden. Das ist im Arbeits- und Sozialrecht nicht selten schwieriger als in anderen Rechtsgebieten. Dementsprechend gibt es in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union unterschiedliche systematische Ansätze. Diese einem Vergleich zuzuführen und damit wechselseitig für die Rechtsdurchsetzung in den Mitgliedstaaten fruchtbar zu machen, ist die Aufgabe des ersten unter der Leitung von Monika Schlachter (Regensburg) stehenden Workshops. Die in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckende Mediation wird sich hier manche Anregung holen können. Der zweite von Corinne Sachs-Durand (Frankreich) geleitete Workshop befasst sich mit den unterschiedlichen Wegen der Qualifizierung und Ausbildung von Rechtsanwälten und Rechtsberatern im Arbeitsrecht. Man darf gespannt sein, kennen zu lernen, welchen unterschiedlichen Stellenwert bei der Qualifizierung und Ausbildung das europäische Arbeitsrecht hat.

Der sicher lebhafte Meinungsaustausch wird durch die Simultanübersetzung in die vier Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch erleichtert.

Information unter: www.labourlawfreiburg2008.com

Kontakt:
Professor Manfred Löwisch
Tel.: 0761/203-9474
E-Mail: arbeitsrecht@jura.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen
19.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Innovation – the name of the game
18.07.2018 | Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics