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Erste EUROPACT in Frankfurt

14.04.2008
"PACT" für sichere und wirtschaftliche Produktion

Am 22. April beginnt in Frankfurt die erste Europäische Konferenz über Prozessanalytik und Prozesssteuerung, die EUROPACT 2008. Die Dechema und die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) sind über ihren gemeinsamen Arbeitskreis Prozessanalytik Initiatoren und Mitorganisatoren dieser für Wissenschaftler wie Anwender gleichermaßen bedeutenden Veranstaltung.

Prozessanalytik und Prozesskontrolle sind seit geraumer Zeit in der chemischen Industrie und anderen Prozessindustrien wie Pharma- oder Lebensmittelindustrie essentiell für den Produktionsablauf und die Qualität der Produkte. In letzter Zeit haben die regulatorischen Forderungen der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA nach preisgünstigeren und sichereren Medikamenten Wissenschaftler und Ingenieure noch stärker zur Weiterentwicklung dieser Werkzeuge herausgefordert.

Trotz des schon hohen Niveaus bei der Steuerung und Kontrolle derartig hoch-komplexer Prozesse sind noch längst nicht alle Potenziale beispielsweise hinsichtlich Energie- und Ressourceneffizienz ausgeschöpft. Zur Weiterentwicklung eines wissenschaftlich-technischen Feldes gehört dabei in erheblichem Umfang auch die Kommunikation zwischen Forschung, Geräteindustrie und Anwendern. Hier hatte Europa ein deutliches Defizit gegenüber den USA, wo seit langem jährlich eine Prozessanalytik-Konferenz mit mehr als 500 Teilnehmern stattfindet. Diese Lücke wird die EUROPACT künftig schließen.

Die Konferenz wendet sich mit Kursen auch an Einsteiger in die komplexe Thematik. Kurse zur Chemometrie für die Datenanalyse oder der Prozesssteuerung werden komplettiert durch Schulungen über neue Inline-Analysentechniken wie die Massenspektroskopie, die Ramanspektroskopie oder das Spektrale Imaging. Nicht zu vergessen sind Trainings für den Praktiker z.B. aus den Bereichen Produktionssteuerung oder bei der Kristallisation. Zusätzlich wird ein Kurs über die statistische Versuchsplanung angeboten, die nicht nur Prozesse optimiert, sondern auch das Eigenschaftsprofil der Produkte maßschneidert.

Die Vortragsveranstaltung wird am 23. April mit einem Plenarvortrag des Briten Roger S. Benson eröffnet. Der Ehrenpräsident des britischen Centre for Process Analytics and Control Technology (CPACT) macht sich zum Thema, wie die Produktion der Zukunft aussehen kann, Gedanken. Martin Hajduk von Evonik Industries folgt mit einem Anwenderbeitrag über Probleme und Lösungsmöglichkeiten bei der Überwachung von Chemieanlagen heute und morgen.

Mit weiteren Plenarvortragenden aus Deutschland, Spanien, Griechenland, den USA, den Niederlanden und Dänemark erfahren die erwarteten 260 Tagungsteilnehmer Neues über spektroskopische Kalibrierung, über die Charakterisierung von Verbindungen und ihre Umsetzungen, über Computermodelle und -methoden und ihre experimentelle Validierung, über die Entwicklung des Chemical Imaging zu einer Routinemethode, über die Prozessanalyse bei der Herstellung von synthetischen Hochleistungsfasern und über das Design einer optimalen Prozessanalysentechnik für einen neuen Produktionsprozess, um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Die Themen der Plenarvorträge werden in den anschließenden Sitzungen vertieft. Hierin wird u.a. gezeigt, dass die Miniaturisierung in der Elektronik die Spektrometer-Systeme in Produktionsprozessen in den nächsten Jahren unauffälliger aber wirksamer agieren lässt. Die Prozessanalysentechnik wird ferner verstärkt Anwendung in biotechnischen Prozessen finden. Dank PACT wird es möglich, die Qualität der erzeugten Produkte noch weiter zu steigern, worüber der Abnehmer und Nutzer des Produkts auch besser informiert werden soll. Während der Anwender von besserer Qualität und Produktsicherheit profitiert, geht es dem Betreiber von Produktionsanlagen um Prozess- und Anlagensicherheit und um eine wirtschaftliche und nachhaltige Produktionsweise. Hierzu werden die Tagungsteilnehmer eine Fülle von Anregungen erhalten, die auch über eine umfassende Posterschau vermittelt werden.

Siemens-Prozessanalytik-Preis

Einen kleinen aber feinen Preis verleiht die Siemens AG während der EUROPACT, den Siemens-Prozessanalytik-Preis für Nachwuchswissenschaftler. Der Preis geht an Rosalynne Watt von der Universität Cambridge (UK) für eine Publikation zu Glasfaseroptiken in der Spektroskopie. Durch ihre Arbeit wurde es möglich, mit einem optischen Spektrometer die Reaktionen in einer Brennstoffzelle direkt zu verfolgen, womit Watt einen wichtigen Beitrag zur Forschung für die Energieversorgung der Zukunft geleistet hat.

Kontakt:
Dr. Renate Hoer
Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh) Öffentlichkeitsarbeit Postfach 900440
60444 Frankfurt
Tel.: 069/7917-493
Fax: 069/7917-307
E-Mail: r.hoer@gdch.de

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

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