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Von der Behandlung der Sepsis und des Deliriums – Was Intensivmedizin heute leisten kann

14.01.2013
Ärzte und Pflegekräfte tagen vom 16. bis 19. Januar 2013 in Heidelberg / Gastvortrag von Bestsellerautor Dr. Manfred Lütz am 18. Januar um 11.30 Uhr: Interessierte Bevölkerung herzlich eingeladen

Mitte Januar findet die 10. Tagung des Heidelberger Interdisziplinären Forums Intensivtherapie (HIFIT) in Heidelberg statt. Bei der viertägigen Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und Pflegekräfte stellen renommierte Experten aus ganz Deutschland das breite Spektrum der Intensivmedizin vor. Wie können schwerkranke Patienten optimal versorgt werden? Welche neuen Ansätze bietet die Forschung? Zudem werden rechtliche und ethische Fragen, z.B. zum Therapieverzicht bei Patienten mit aussichtsloser Prognose, diskutiert.

Interdisziplinarität und Fortbildung sind Erfolgsfaktoren

Veranstalter der Tagung sind die Anästhesiologische (Geschäftsführender Direktor: Professor Dr. Eike Martin) und die Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg (Geschäftsführender Direktor: Professor. Dr. Markus W. Büchler). Um der komplexen Betreuung der schwerstkranken Patienten in allen Situationen gewachsen zu sein, haben die beiden Kliniken 2004 das Heidelberger Interdisziplinäre Forum Intensivtherapie (HIFIT) für alle an der Intensivmedizin beteiligten Fachdisziplinen ins Leben gerufen. „Unser wichtigstes Ziel ist es, bewährte Behandlungsstrategien weiterzugeben“, sagt Privatdozent Dr. Stefan Hofer, Stellvertretender Ärztlicher Direktor der Anästhesiologischen Universitätsklinik Heidelberg und Mitorganisator der Tagung. Ein Beispiel ist die Behandlung der Sepsis, an der in Heidelberg seit Jahren intensiv geforscht wird.

„Intensivmedizin funktioniert nur interdisziplinär“, erklärt Dr. Hofer. „Wenn Anästhesisten, Chirurgen, Internisten, Apotheker und Hygiene-Experten etc. optimal zusammenarbeiten, können heute erstaunliche Erfolge erzielt werden.“ Die fachgerechte Intensivpflege spiele dabei die entscheidende Rolle. „Heute können wir viele Patienten retten, deren Prognose noch vor zehn Jahren sehr schlecht gewesen wäre.“

„Heidelberg Sepsis Pathway“ erleichtert richtiges Handeln unter Zeitdruck

Die Sepsis, umgangsprachlich auch Blutvergiftung, ist in Deutschland die dritthäufigste Todesursache, auf den Intensivstationen sogar die häufigste. Sie entwickelt sich als Folge schwerer Erkrankungen, einer infizierten Verletzung oder nach großen Operationen. Ausgehend vom Krankheitsherd verteilen sich Erreger im ganzen Körper, Entzündungen breiten sich aus, der Kreislauf kollabiert und der Organismus gerät in einen Schockzustand. Schließlich versagen Nieren, Lunge, Leber und Herz. Die Sepsis möglichst schnell zu erkennen und sofort richtig zu reagieren, kann Leben retten. Dabei hilft der „Heidelberg Sepsis Pathway“ - eine Therapieempfehlung mit Checklisten, die das Team der Anästhesiologischen Universitätsklinik nach internationalen Behandlungsleitlinien erarbeitete und die kontinuierlich auf den aktuellen Stand der Forschung gebracht wird. In mehreren Kliniken in Deutschland wird dieser Handlungsalgorithmus angewendet.

Studien zu Delirium nach Operation

Weiterer Schwerpunkt der Tagung ist die Therapie des Deliriums, das vor allem ältere Patienten nach langer Narkose oder intensivmedizinischer Behandlung oder bei verschiedenen Erkrankungen durchleben. Die Bewusstseinsstörung wird von Unruhe, Desorientierung oder Halluzinationen begleitet und ist teils schwer zu erkennen. „Unsere Patienten werden immer älter und leiden häufig an mehreren Erkrankungen gleichzeitig – sie tragen daher ein erhöhtes Risiko, ins Delirium zu fallen“, so Hofer. In Erforschung und Behandlung der Bewusstseinsstörung sowie der Aufklärung der Angehörigen nimmt Heidelberg eine Vorreiterrolle ein: Derzeit laufen zwei Studien, eine dritte startet dieses Jahr.

Am Freitag, dem 18. Januar 2013, ist der Psychiater, Theologe und Bestsellerautor Dr. Manfred Lütz zu Gast. Sein Vortrag „Lebenslust – über Risiken und Nebenwirkungen der Gesundheit“ beginnt um 11.30 Uhr in der Print Media Academy, Kurfürstenanlage 52-60, 69115 Heidelberg.

Die interessierte Bevölkerung ist herzlich eingeladen. Karten für den Sondervortrag sind an der Tageskasse erhältlich. Der Eintritt für Journalisten ist frei.

Programm und weitere Informationen im Internet:
http://www.hifit-kongress.org

Kontakt:
Privatdozent Dr. Stefan Hofer
Anästhesiologische Universitätsklinik Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 37 787
E-Mail: stefan.hofer@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 110.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und 400.000 Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Leiterin Unternehmenskommunikation / Pressestelle
des Universitätsklinikums Heidelberg und der
Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 56-4536
Fax: 06221 56-4544
E-Mail: annette.tuffs@med.uni-heidelberg.de

Julia Bird
Referentin Unternehmenskommunikation / Pressestelle
des Universitätsklinikums Heidelberg und der
Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 56-7071
Fax: 06221 56-4544
E-Mail: julia.bird@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

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