Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Ausbreitung von Stress

16.05.2012
Internationale Tagung des Exzellenzclusters „Asien und Europa im globalen Kontext“

Erst seit knapp 70 Jahren gibt es den Ausdruck „Stress“ als Bezeichnung für ein medizinisch-gesellschaftliches Konzept, das in der westlichen Welt entwickelt wurde und dort rasch Verbreitung fand.

Ob und wie sich heute auch in anderen Kulturen, insbesondere in asiatischen Ländern, immer mehr Menschen „gestresst“ fühlen, beleuchtet eine Konferenz des Exzellenzclusters „Asien und Europa im globalen Kontext“ der Universität Heidelberg. Die Tagung „The Culture of Stress“ findet am 22. und 23. Mai 2012 im Karl Jaspers Zentrum statt. Internationale Forscher aus den Disziplinen der Epidemiologie, Ethnologie und Geschichte diskutieren die Entwicklung von Stress im sozio-kulturellen Umfeld.

„Die Bezeichnung ,Stress‘ und die damit verbundenen Vorstellungen von Belastung sind heute aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Wir haben gute Gründe davon auszugehen, dass im Zuge der Globalisierung und der wirtschaftlichen Vernetzung Leistungsdruck vor allem auch in Asien zunehmend spürbar wird“, erläutert der Sozialanthropologe Dr. Christian Strümpell, der die Tagung mitorganisiert.

„Im Rahmen unserer Konferenz wollen wir die epidemiehafte Verbreitung und den Umgang mit Stress in verschiedenen Kulturen diskutieren.“ Dabei wird es zum Beispiel um die Textilfabriken Bangladeschs gehen, bei denen viele westliche Bekleidungshäuser die Produktion ihrer Waren in Auftrag geben. Über die Situation der Arbeiter und den Zusammenhang von Wirtschaft und Stress spricht der Heidelberger Doktorand Hasan Ashraf, der im Rahmen seiner Feldforschung mehrere Monate in zwei Fabriken in Bangladesch gearbeitet und mit den Arbeitern zusammen gelebt hat.

Im Eröffnungsvortrag mit dem Titel „Inequality: The enemy between us?“ spricht Prof. Dr. Richard Wilkinson von der University of Nottingham (Großbritannien) über den Zusammenhang von sozialer Ungleichheit und Gesundheit. Weitere Beiträge der Konferenz behandeln Themen wie Kriegstraumata oder die wachsende Belastbarkeit von Menschen, die von Stress geplagt werden. Begleitet wird die Veranstaltung von einer Ausstellung mit Werken der Künstlerin Kristin Herrmann, die sich mit den körperlichen und psychischen Auswirkungen von Stress auseinandergesetzt hat.

Die Konferenz bildet die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojektes „Stress und Stressabbau“, das am Exellenzcluster „Asien und Europa“ durchgeführt wurde. Drei Jahre lang haben sechs Forscher das Konzept Stress untersucht. „Wir konnten die historischen Ursprünge von ,Stress‘ in der westlichen Welt darstellen, die Erscheinungsform von ,Stress‘ in asiatischen Länder wie Bangladesch beschreiben und aufzeigen inwiefern stressabbauende Maßnahmen wie buddhistische Meditationen aus Asien im Westen populär werden“, sagt der Epidemiologe Dr. Adrian Loerbroks. Weitere Informationen über die Konferenz und das Forschungsprojekt sind im Internet unter der Adresse http://www.asia-europe.uni-heidelberg.de/en/workshop-stress zu finden.

Kontakt:
Dr. Alexander Häntzschel
Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“
Telefon (06221) 54-4008
haentzschel@asia-europe.uni-heidelberg.de
Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de
http://www.asia-europe.uni-heidelberg.de/en/workshop-stress

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Chemnitzer Linux-Tage 2020: „Mach es einfach!“
18.11.2019 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Humanoide Roboter in Aktion erleben
18.11.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Teilchen, große Wirkung: Wie Nanoteilchen aus Graphen die Auflösung von Mikroskopen verbessern

Konventionelle Lichtmikroskope können Strukturen nicht mehr abbilden, wenn diese einen Abstand haben, der kleiner als etwa die Lichtwellenlänge ist. Mit „Super-resolution Microscopy“, entwickelt seit den 80er Jahren, kann man diese Einschränkung jedoch umgehen, indem fluoreszierende Materialien eingesetzt werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Polymerforschung haben nun entdeckt, dass aus Graphen bestehende Nano-Moleküle genutzt werden können, um diese Mikroskopie-Technik zu verbessern. Diese Nano-Moleküle bieten eine Reihe essentieller Vorteile gegenüber den bisher verwendeten Materialien, die die Mikroskopie-Technik noch vielfältiger einsetzbar machen.

Mikroskopie ist eine wichtige Untersuchungsmethode in der Physik, Biologie, Medizin und vielen anderen Wissenschaften. Sie hat jedoch einen Nachteil: Ihre...

Im Focus: Small particles, big effects: How graphene nanoparticles improve the resolution of microscopes

Conventional light microscopes cannot distinguish structures when they are separated by a distance smaller than, roughly, the wavelength of light. Superresolution microscopy, developed since the 1980s, lifts this limitation, using fluorescent moieties. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research have now discovered that graphene nano-molecules can be used to improve this microscopy technique. These graphene nano-molecules offer a number of substantial advantages over the materials previously used, making superresolution microscopy even more versatile.

Microscopy is an important investigation method, in physics, biology, medicine, and many other sciences. However, it has one disadvantage: its resolution is...

Im Focus: Mit künstlicher Intelligenz zum besseren Holzprodukt

Der Empa-Wissenschaftler Mark Schubert und sein Team nutzen die vielfältigen Möglichkeiten des maschinellen Lernens für holztechnische Anwendungen. Zusammen mit Swiss Wood Solutions entwickelt Schubert eine digitale Holzauswahl- und Verarbeitungsstrategie unter Verwendung künstlicher Intelligenz.

Holz ist ein Naturprodukt und ein Leichtbauwerkstoff mit exzellenten physikalischen Eigenschaften und daher ein ausgezeichnetes Konstruktionsmaterial – etwa...

Im Focus: Eine Fernsteuerung für alles Kleine

Atome, Moleküle oder sogar lebende Zellen lassen sich mit Lichtstrahlen manipulieren. An der TU Wien entwickelte man eine Methode, die solche „optischen Pinzetten“ revolutionieren soll.

Sie erinnern ein bisschen an den „Traktorstrahl“ aus Star Trek: Spezielle Lichtstrahlen werden heute dafür verwendet, Moleküle oder kleine biologische Partikel...

Im Focus: Atome hüpfen nicht gerne Seil

Nanooptische Fallen sind ein vielversprechender Baustein für Quantentechnologien. Forscher aus Österreich und Deutschland haben nun ein wichtiges Hindernis für deren praktischen Einsatz aus dem Weg geräumt. Sie konnten zeigen, dass eine besondere Form von mechanischen Vibrationen gefangene Teilchen in kürzester Zeit aufheizt und aus der Falle stößt.

Mit der Kontrolle einzelner Atome können Quanteneigenschaften erforscht und für technologische Anwendungen nutzbar gemacht werden. Seit rund zehn Jahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage 2020: „Mach es einfach!“

18.11.2019 | Veranstaltungen

Humanoide Roboter in Aktion erleben

18.11.2019 | Veranstaltungen

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Teilchen, große Wirkung: Wie Nanoteilchen aus Graphen die Auflösung von Mikroskopen verbessern

20.11.2019 | Materialwissenschaften

Eisberge als Nährstoffquelle - Führt der Klimawandel zu mehr Eisendüngung im Ozean?

20.11.2019 | Geowissenschaften

Gehen verändert das Sehen

20.11.2019 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics