Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tag des Wassers

22.03.2010
BfN-Präsidentin Beate Jessel:
  • Intakte Gewässerlandschaften wichtig für Wasserrückhalt und Hochwasserschutz
  • Synergien zwischen Wasserwirtschaft und Naturschutz verstärkt nutzen
  • BfN veröffentlicht Untersuchung zur grenzüberschreitenden Kooperation

Nach Ansicht des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) muss der ökologi-sche Zustand der Gewässerlandschaften in Deutschland dringend verbessert werden. "Das zeigen die Bestandsaufnahmen von Wasserwirtschaft und Naturschutz der letzten Jahre. Intakte Auenökosysteme leisten aufgrund ihrer Fähigkeit zur Selbstregulation wichtige Beiträge für sauberes Wasser und für die Dämpfung von Hochwasserspitzen", erklärte die BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel anlässlich des Tag des Wassers. An der Verbesserung des Zustands arbeiten zur Zeit sowohl Wasserwirtschafts- als auch Naturschutzbehörden - nach Maßgabe verschiedener europäischer Umweltrichtlinien. "Hier brauchen wir eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft und Naturschutz, um Synergien noch besser nutzen zu können", so Beate Jessel.

In einer aktuellen Veröffentlichung des BfN wird am Beispiel der deutsch-österreichischen Grenzflüsse Salzach und Inn gezeigt, wie die Zusammenarbeit bei der Umsetzung der europäi-schen Vorgaben - der Wasserrahmenrichtlinie, der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie und der Vogelschutzrichtlinie - noch verbessert werden kann. Ausgehend von der Situation im Untersu-chungsgebiet werden die Schnittstellen zwischen diesen Richtlinien des Natur- und des Gewässerschutzes anhand konkreter Fallbeispiele veranschaulicht und viele Anregungen zur gemein-samen Umsetzung gegeben. Die Untersuchung belegt deutlich, dass Wasserwirtschaft und Naturschutz von einer verstärkten Zusammenarbeit, gerade über Staatengrenzen hinweg, profitieren können.

"Wassergeprägte Natura 2000-Gebiete bergen als Hotspots europaweit eine große biologische Vielfalt. Sie umfassen Seen und Flüsse, deren Ufer und Auen, grundwasserabhängige Ökosys-teme und Küstengewässer. Die Gebiete haben neben ihrem ökologischen Wert meist auch wirtschaftliche und kulturhistorische Bedeutung und sind beliebte Orte für Freizeit und Erholung," hob die BfN-Präsidentin hervor. "Wir müssen uns anstrengen, die Richtlinienziele wie den 'günstigen Erhaltungszustand' in Natura 2000-Gebieten und den 'guten Zustand bei Oberflächengewässer und im Grundwasser zu erreichen. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt, sichert langfristig zudem die kostengünstige Versorgung mit gesundem, sauberem Wasser und trägt maßgeblich zum Hochwasserschutz bei", sagte Jessel.

Bezug der Veröffentlichung:
FUCHS, M., PREIS, S., WIRTH, V., BINZENHÖFER, B., PRÖBSTL, U., POHL, G., MUHAR, S. und JUNGWIRTH, M.: Wasserrahmenrichtlinie und Natura 2000. Gemeinsame Umsetzung in Deutsch-land und Österreich am Beispiel der Grenzflüsse Salzach und Inn. Münster 2010, 318 Seiten (ISBN 978-3-7843-3985-6).

Die Veröffentlichung kostet 24 Euro und kann über den Landwirtschaftsverlag bezogen werden: BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag, Münster, Tel.: 02501/801-632, Fax: 02501/801-203, Internet: www.lv-h.de/bfn.

Hintergrund:
Die Wasserrahmenrichtlinie, die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie und die Vogelschutzrichtlinie sind wichtige Säulen der europäischen Umweltpolitik. In den vom Standortfaktor Wasser geprägten Natura 2000-Gebieten überschneiden sich ihre Handlungsfelder. Die Richtlinien eröffnen dem Schutz der biologischen Vielfalt und einer nachhaltigen Sicherung des Wasserhaushalts von Feuchtgebieten viele Möglichkeiten. In Grenzregionen muss außerdem auch ein gemeinsames Vorgehen zwischen benachbarten Staaten und Bundesländern abgesprochen werden.
Hinweis:
Die UN hat 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. Damit bietet sich allen Akteuren in Bund, Ländern, Gemeinden, Wirtschaft sowie NGOs, Wissenschaft und weiteren Interessierten die Gelegenheit, während einer Phase erhöhter Aufmerksamkeit, miteinander in einen Dialog über Biodiversität zu treten.

Das Bundesumweltministerium (BMU) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) rufen zu einem Wandertag am Tag der biologischen Vielfalt (Pfingstsamstag, den 22.5.2010) auf. Motto: Gemeinsam wandern - Deutschlands Vielfalt erleben!

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.wandertag.biologischevielfalt.de
http://www.kalender.biologischevielfalt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Lichtverschmutzung macht Fische mutig
21.09.2018 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Gegen Straßenschmutz im Regenwasser
21.09.2018 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) vom 12. bis 15. September in Münster stellten Gefäßspezialisten aus ganz Deutschland die neuesten Therapien bei Gefäßerkrankungen vor. Vor allem in den Bereichen periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und venöse Verschlusskrankheiten wie die Tiefe Venenthrombose (TVT) gibt gute Neuigkeiten für die Patienten. Viele der 720 Gefäßspezialisten, die an der Jahrestagung teilnahmen, stellten neueste Studienergebnisse vor.

Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Gefäßerkrankungen, allein rund fünf Millionen unter der „Schaufensterkrankheit“, medizinisch periphere...

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mit traditionellen Methoden gegen extreme Trockenheit

24.09.2018 | Geowissenschaften

Europäische Spitzenforschung auf der EuMW

24.09.2018 | Messenachrichten

Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

24.09.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics