Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ecuador: Sensibles Hochgebirge in Gefahr

08.01.2020

Ecuador gehört zu den artenreichsten Ländern auf der Erde. Doch gerade die Hochgebirgslagen sind durch unsachgemäße Nutzung und den Klimawandel bedroht. Das „German-Ecuadorian Biodiversity Consortium“ (BIO-GEEC) will nun unter Federführung der Universität Bonn diese sensiblen Lebensgrundlagen untersuchen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) fördern das Projekt in den nächsten 18 Monaten mit rund einer Viertelmillion Euro.

„Die Diversität und die Ökosysteme Ecuadors sind durch die Zerstörung der Habitate, unsachgemäße Nutzung und Aufforstung extrem gefährdet“, sagt Prof. Dr. Dietmar Quandt vom Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen an der Universität Bonn. In den Höhenlagen zwischen rund 3.800 und 4.700 Metern kommt der „Páramo“ vor.


Das „Humboldt“-Haus in Archidona im Páramo Ecuadors, in dem der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt (1769 bis 1859) übernachtete, bevor er den Vulkan Antisana (im Hintergrund) bestieg.

© Foto: Dietmar Quandt/Uni Bonn


In den Höhenlagen Ecuadors kommt der „Páramo“ vor, eine Hochlandsteppe mit vereinzelten Waldbereichen.

© Foto: Dietmar Quandt/Uni Bonn

Dabei handelt es sich um eine Hochlandsteppe mit vereinzelt vorkommenden andinen Waldbereichen, die zum Teil durch Beweidung und Rodung durch den Menschen entstanden ist. Diese Vegetationsform speichert in ihren humusreichen Böden sehr viel Kohlendioxid und Wasser.

„Unsachgemäße Nutzung führt dazu, dass das Ökosystem zerstört wird und der Páramo allmählich austrocknet“, berichtet Quandt. „Dadurch wird unter anderem zunehmend die Erosion gefördert und die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung bedroht.“

Das „German-Ecuadorian Biodiversity Consortium“ (BIO-GEEC) will nun vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussion und der voranschreitenden Zerstörung der Lebensräume die Biodiversität Ecuadors untersuchen. Hierfür haben sich unter Quandts Federführung insgesamt acht Partnerinstitutionen zusammengeschlossen – vier aus Deutschland und ebenso viele aus Ecuador.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) fördern das Projekt in den nächsten 18 Monaten mit rund einer Viertelmillion Euro.

Die Wissenschaftler aus Deutschland wollen an den ecuadorianischen Partneruniversitäten moderne Methoden der Artenbestimmung etablieren, darunter molekulare Technologien, Datenbanken und Web-Anwendungen. Mit der aufgebauten Infrastruktur sollen insgesamt vier Teilprojekte hinsichtlich öffentlicher, ökologischer und ökonomischer Interessen getestet werden: Diversität der Samenpflanzen und Bodenmikroorganismen im Páramo, Diversität und Spezifität der Palmen bestäubenden Insekten sowie Giftspinnen und deren Gifte.

Damit soll unter anderem die Basis für eine Wiederherstellung der natürlichen Grundlagen im Páramo geschaffen und auch wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten der verschiedenen Arten erkundet werden, zum Beispiel das Gift von Spinnen als möglicher Rohstoff für Medikamente. Die Untersuchungsflächen umfassen Höhenstufen vom Tieflandregenwald bis in den Páramo.

Außerdem ist ein internationales Netzwerk für gegenseitiges Training und wissenschaftlichen Austausch geplant. Unter dem Schirm von BIO-GEEC soll auch die Grundlage für künftige Projekte geschaffen werden. „Es handelt sich um einen Trittstein für weiterreichende Biodiversitäts-Forschungsprojekte in Ecuador, für die wir weitere Fördermittel einwerben wollen“, sagt Quandt.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Dietmar Quandt
Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen
Universität Bonn
Tel. 0228/732526
E-Mail: quandt@uni-bonn.de

Weitere Informationen:

http://www.nees.uni-bonn.de/news/bio-geec

Johannes Seiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Kleidung aus Baumwolle effizient recyceln: Neues T-Shirt aus alter Jeans
03.08.2020 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Fraunhofer UMSICHT prüft erweitertes Bewertungstool von Henkel für kreislauffähige Verpackungen
31.07.2020 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

Eine entscheidende Ergänzung zum Stanzen von Kontakten erarbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT. Die Aachener haben im Rahmen des EFRE-Forschungsprojekts ScanCut zusammen mit Industriepartnern aus Nordrhein-Westfalen ein hybrides Fertigungsverfahren zum Laserschneiden von dünnwandigen Metallbändern entwickelt, wodurch auch winzige Details von Kontaktteilen umweltfreundlich, hochpräzise und effizient gefertigt werden können.

Sie sind unscheinbar und winzig, trotzdem steht und fällt der Einsatz eines modernen Fahrzeugs mit ihnen: Die Rede ist von mehreren Tausend Steckverbindern im...

Im Focus: ScanCut project completed: laser cutting enables more intricate plug connector designs

Scientists at the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT have come up with a striking new addition to contact stamping technologies in the ERDF research project ScanCut. In collaboration with industry partners from North Rhine-Westphalia, the Aachen-based team of researchers developed a hybrid manufacturing process for the laser cutting of thin-walled metal strips. This new process makes it possible to fabricate even the tiniest details of contact parts in an eco-friendly, high-precision and efficient manner.

Plug connectors are tiny and, at first glance, unremarkable – yet modern vehicles would be unable to function without them. Several thousand plug connectors...

Im Focus: Elektrogesponnene Vliese mit gerichteten Fasern für die Sehnen- und Bänderrekostruktion

Sportunfälle und der demografische Wandel sorgen für eine gesteigerte Nachfrage an neuen Möglichkeiten zur Regeneration von Bändern und Sehnen. Eine Kooperation aus italienischen und deutschen Wissenschaftler*innen forschen gemeinsam an neuen Materialien, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Dem Team ist es gelungen elektrogesponnene Vliese mit hochgerichteten Fasern zu generieren, die eine geeignete Basis für Ersatzmaterialien für Sehnen und...

Im Focus: New Strategy Against Osteoporosis

An international research team has found a new approach that may be able to reduce bone loss in osteoporosis and maintain bone health.

Osteoporosis is the most common age-related bone disease which affects hundreds of millions of individuals worldwide. It is estimated that one in three women...

Im Focus: Neue Strategie gegen Osteoporose

Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Ansatzpunkt gefunden, über den man möglicherweise den Knochenabbau bei Osteoporose verringern und die Knochengesundheit erhalten kann.

Die Osteoporose ist die häufigste altersbedingte Knochenkrankheit. Weltweit sind hunderte Millionen Menschen davon betroffen. Es wird geschätzt, dass eine von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovationstage 2020 – digital

06.08.2020 | Veranstaltungen

Innovationen der Luftfracht: 5. Air Cargo Conference real und digital

04.08.2020 | Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Türsteher im Gehirn

06.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kognitive Energiesysteme: Neues Kompetenzzentrum sucht Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft

06.08.2020 | Energie und Elektrotechnik

Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

06.08.2020 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics