Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Industrierohstoffe aus Pflanzen: vielseitig, umweltschonend, zukunftsweisend

28.03.2001


... mehr zu:
»FNR »Industrierohstoff
Rohstoffe aus Pflanzen besitzen das Potenzial, ihre fossilen Konkurrenten Erdöl und Kohle in vielen Bereichen zu ersetzen. Dieses Potenzial gilt es, noch stärker zu nutzen als bisher - der Umwelt zuliebe
und zur Schonung der fossilen Ressourcen. Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler und Industrievertreter auf dem "7. Symposium Nachwachsende Rohstoffe für die Chemie", das diese Woche in Dresden stattfand. Initiatoren der Veranstaltung waren das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), der Verband der chemischen Industrie (VCI) und die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

Rohstoffe aus Pflanzen besitzen das Potenzial, ihre fossilen Konkurrenten Erdöl und Kohle in vielen Bereichen zu ersetzen. Dieses Potenzial gilt es, noch stärker zu nutzen als bisher - der Umwelt zuliebe und zur Schonung der fossilen Ressourcen. Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler und Industrievertreter auf dem "7. Symposium Nachwachsende Rohstoffe für die Chemie", das diese Woche in Dresden stattfand. Initiatoren der Veranstaltung waren das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), der Verband der chemischen Industrie (VCI) und die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

"Es liegt an uns selbst, für gesunde Lebensbedingungen zu sorgen. Nachwachsende Rohstoffe bieten Alternativen, auf die wir in Zukunft nicht verzichten können", so Dr. Klaus Kliem, Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, Gülzow. Die Teilnehmer der zweitägigen Fachtagung konnten sich nicht nur ein Bild vom aktuellen Stand der Forschung auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe machen. Es wurden auch konkrete Anwendungen vorgestellt, die sich entweder in der Pilotphase befinden oder die Marktreife bereits erreicht haben.

Die Wege zum maßgeschneiderten Industrierohstoff sind vielfältig, das machte der erste Veranstaltungstag deutlich. Die aktuelle Züchtung widmet sich vor allem den Ölpflanzen: high-oleic-Sonnenblumen oder high-linoleic-Drachenkopf wurden beispielhaft vorgestellt. Nicht nur vom speziellen Gehalt an bestimmten Inhaltsstoffen hängt die industrielle Qualität der Rohstoffe ab. Welchen Einfluss auch die Verarbeitung hat, bewies das präsentierte innovative Holzaufschlussverfahren für die Herstellung von Chemiezellstoff.
Bei den Industrieprodukten selbst haben u.a. die Schmierstoffe die Nase vorn. In verschiedenen Einsatzbereichen greift man bereits darauf zurück, und es geht darum, weitere Verwendungen zu erschließen. In der spanenden Metallbearbeitung sind sie noch neu - aber vielversprechend, wie der Symposiumsbeitrag zeigte. Ähnliche Chancen haben biogene Naturfarben, die lösemittelfrei und technisch optimiert inzwischen mit herkömmlichen Farben ohne Probleme mithalten können.
Auch Werkstoffe fanden Berücksichtigung. Während der Großeinsatz biologisch abbaubarer Verpackungen gerade erst erprobt wird, haben sich naturfaserverstärkte Werkstoffe im Automobilbau bereits fest etabliert. Mit Treib- und Schmierstoffen, aber auch Innenverkleidungen belegt dieser Anwendungsbereich besonders eindrücklich: der Einsatz nachwachsender Rohstoffe ist praktisch möglich und sinnvoll.
Auf 700.000 Hektar wachsen in Deutschland Öl-, Stärke-, Zucker- oder Faserpflanzen, deren Rohstoffe in industrielle Anwendungen fließen. "Es gibt weitaus größere Kapazitäten für den Anbau von Industriepflanzen. Landwirtschaft, Wissenschaft und Industrie sind gefordert, qualitativ hochwertige und marktfähige Produkte zu entwickeln, die vom Verbraucher angenommen werden", betonte Kliem.
Um dieses Potenzial zu nutzen, stellt das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft auch in diesem Jahr 51 Millionen Mark für Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) ist mit der Förderung dieser Vorhaben betraut und dient als Koordinationsstelle für die verschiedenen Projektpartner.
Die wissenschaftlichen Beiträge des siebten Symposiums werden als Tagungsband in der Schriftenreihe "Nachwachsende Rohstoffe" der FNR veröffentlicht. Diese Bände können beim Landwirtschaftsverlag GmbH, Postfach 480249, 48079 Münster, käuflich erworben werden.


Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de
Internet: http://www.fnr.de

Dr. Torsten Gabriel | idw

Weitere Berichte zu: FNR Industrierohstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Umweltressourcen nachhaltig nutzen
17.07.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics