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Studie zur Auswahl von Studienbewerbern

03.12.2008
Guter Schulabschluss als wichtigster Indikator für ein erfolgreiches Studium

In einer Studie von Max C. Wewel, Professor für Statistik, Management Science und Marktforschung an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), wurde untersucht, von welchen Aufnahmekriterien der Studienerfolg am meisten abhängt.

Analysiert wurde der Studienverlauf von über 800 Studierenden im Diplom-Studiengang Betriebswirtschaft an der HfWU. Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass die Note des Schulabschlusses die größte Rolle bei der Vergabe von Studienplätzen spielen sollte.

In der kürzlich erschienenen Studie "Ermittlung von validen Frühindikatoren für ein erfolgreiches Studium - Eine empirische Untersuchung zur Neukonzeption des Auswahlverfahrens bei der Zulassung" untersuchte Professor Wewel, welche Merkmale von Bewerbern Einfluss auf ein erfolgreiches Studium haben.

Er analysierte dafür den Studienverlauf von 848 Studierenden des Diplom-Studiengangs Betriebswirtschaftslehre (BWL) in Nürtingen, die sich zwischen den Wintersemestern 1999/2000 und 2002/03 immatrikuliert hatten - unter anderem die Note des Schulabschlusses, Alter, Staatsangehörigkeit, Geschlecht und eine eventuelle vorherige Berufsausbildung sowie ihre Fachnoten im Grundstudium. Mithilfe dieser Daten ließ sich eine empirisch gesicherte Auswahlmethodik für die Zulassung von Studienplatzbewerbern entwickeln.

Die Untersuchung ergab, dass vor allem Studierende mit einem guten Schulabschluss auch im Studium erfolgreich waren: Von den Studierenden mit einer Schulabschlussnote von 1,0 bis 1,9 absolvierten 77,9 Prozent das BWL-Studium erfolgreich. Die Erfolgsquote war bei ihnen damit fast doppelt so hoch wie bei ihren Kommilitonen mit einer Schulabschlussnote zwischen 3,0 und 4,0 (43,8 Prozent). Als erfolgreich gilt dabei ein Studium, das mit der Gesamtnote "sehr gut" oder "gut" innerhalb von höchstens zehn Semestern abgeschlossen wurde. Während insgesamt 81,5 Prozent aller Studierenden zwar das BWL-Studium mit dem Diplom abschließen konnten, lag die Erfolgsquote nach diesem strengeren Kriterium nur bei 60,5 Prozent. Einfluss auf ein erfolgreiches Studium hatten außerdem vor allem die Art des Schulabschlusses (Erfolgsquote bei Studierenden mit Allgemeiner Hochschulreife 67,3 Prozent, bei Studierenden mit Fachhochschulreife bzw. Fachgebundener Hochschulreife 45 Prozent) sowie die Herkunft und das Alter der Studierenden.

Hintergrund für die Studie von Professor Wewel ist die Hochschulvergabeverordnung (HVVO). Sie schreibt für zulassungsbeschränkte Studiengänge an baden-württembergischen Hochschulen ab dem Wintersemester 2011/2012 vor, dass mindestens ein Drittel der verfügbaren Studienplätze unter Einbeziehung der Ergebnisse eines Studierfähigkeitstests oder eines Auswahlgesprächs zu vergeben sind. Für die Hochschulen stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, wie sie geeignete Studienbewerber erkennen können und welche Auswahlverfahren am besten dafür geeignet sind.

Aufgrund dieser Ergebnisse empfiehlt Wewel, sich bei einem Studierfähigkeitstest stärker als bisher an den speziellen Anforderungen des Studiengangs zu orientieren. Ein solcher Test sollte im Falle des untersuchten Studiengangs BWL insbesondere folgende Fähigkeiten von Bewerbern abprüfen: das Strukturieren und Lösen von Problemen, den Transfer von abstrakten Aussagen auf konkrete Fälle, logisches Ableiten, analytisch-mathematisches Denken und die Ausdrucksfähigkeit in der deutschen Sprache.

Studie: Max C. Wewel: "Ermittlung von validen Frühindikatoren für ein erfolgreiches Studium - Eine empirische Untersuchung zur Neukonzeption des Auswahlverfahrens bei der Zulassung". In: Rentschler, M. / Voss, H.-P. (Hrsg.): Studieneignung und Studierendenauswahl - Untersuchungen und Erfahrungsberichte. Shaker-Verlag, Aachen 2008.

Zur Person: Max C. Wewel ist seit 1990 Professor für Statistik, Management Science und Marktforschung an der HfWU in Nürtingen. Sein Lehrbuch "Statistik im Bachelor-Studium der BWL und VWL" wird an zahlreichen Hochschulen im deutschsprachigen Raum eingesetzt.

(max.wewel@hfwu.de)

Andreas Bulling | idw
Weitere Informationen:
http://www.hfwu.de/

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