Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Impfung gegen Dengue-Fieber in Sicht

16.02.2010
Krankheit breitet sich weltweit immer stärker aus

Einem Forscherteam des La Jolla Institute of Allergy & Immunology ist es gelungen, eine kontroversiell geführte Diskussion bei der Dengue-Fieber-Infektion zu beenden. Damit könnte ein eventueller Impfstoff gegen die gefährliche Erkrankung, die sich weltweit immer stärker ausbreitet, entwickelt werden. Dengue-Fieber wird von Stechmücken übertragen.

Demnach sind die im menschlichen Körper gebildeten Antikörper offensichtlich wesentlich daran beteiligt, dass eine Doppel- oder Sekundärinfektion häufig einen schweren Verlauf hat. "Unser Labor hat bewiesen, dass sub-neutralisierende Werte von Dengue-Virus-Antikörpern die Krankheit noch verschlimmern können", so Studienleiterin Sujan Shresta vom Center for Infectious Diseases. Das geschehe bei Patienten, die in ihrem Körper Antikörper gegen das Virus tragen, weil sie zuvor daran erkrankt waren.

Vier Serotypen der Erkrankung

Das Dengue-Fieber-Virus ist ein weltweit auftretendes Flavivirus in vier Serotypen. Alle haben eine Inkubationszeit von etwa sieben bis zehn Tagen. Die Infektion kommt in drei verschiedenen Formen vor: Es gibt das Dengue-Fieber mit Influenza-ähnlichen Symptomen, das Dengue-hämmorhagische Fieber (DHF) und das Dengue-Schocksyndrom (DSS).

In den 70er Jahren ist der Begriff der Antikörper-abhängigen Verstärkung der Virusinfektion als Hypothese von Scott Halstead, einem Experten auf dem Gebiet der Dengue-Fieber-Forschung, erstmals aufgetaucht. Halstead hat bei Patienten in Thailand festgestellt, dass allen schweren Verlaufsformen der Krankheit eine Dengue-Fieber-Infektion eines anderen Serotypen vorausging. "Das bedeutet, dass alle Patienten bereits vorher einmal an Dengue-Fieber erkrankt waren", so Halstead, der sich positiv darüber äußerte, dass Shresta seine Hypothese im Mausversuch bestätigen konnte.

Modell als Durchbruch für zukünftiges Vakzin

Die nunmehrige Studie und die Bestätigung des Ergebnisses ist nach Meinung der Forscher ein wesentlicher Schritt für eine zukünftige Impfung gegen Dengue-Fieber. "Derzeit gibt es keine kausale Behandlung gegen Dengue-Fieber", so Tropenmediziner und Infektiologe Ernst Wallis vom Wiener Tropenzentrum http://www.tropenzentrum.at im pressetext-Interview. Als Vorbeugung rät der Experte die Verwendung von Repellentien und Moskitonetzen.

Bei Ausbruch der Erkrankung wird auf eine so genannte symptomorientierte Behandlung gesetzt, bei der auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet wird, so der Mediziner. "In aller Regel verläuft die Erkrankung relativ mild."

Weltweiter Anstieg von Erkrankungen

Dengue-Fieber ist die weltweit häufigste virale Infektion, die von Reisenden mitgebracht wird, so Wallis. Allein in den vergangenen vier Wochen ist in verschiedenen Ländern die Erkrankung epidemieartig ausgebrochen. Etwa in der Dominikanischen Republik, in Brasilien, Kolumbien, Uruguay und Puerto Rico. Auch in Haiti befürchten Experten eine starke Zunahme an Erkrankungen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.liai.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie „Digital Gender Gap“
06.01.2020 | Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.

nachricht Studie zeigt, wie Immunzellen Krankheitserreger einfangen
03.01.2020 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wiegende Halme auf der Handwerksmesse München

Talente-Sonderschau: Architekturstudenten der HTWK Leipzig zeigen filigrane Skulptur aus Strohhalmen – dahinter steckt eine Konstruktionsidee für organisch gekrümmte Fassaden

Swaying Straws (Wiegende Halme) heißt die Skulptur, die die zwei Architekturstudenten Fabian Eidner und Theodor Reinhardt von der Hochschule für Technik,...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien

Verfahren des Maschinenlernens haben durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an Anwendungen in vielen Gebieten erfahren: vom Klassifizieren von Objekten, über die Analyse von Zeitreihen bis hin zur Kontrolle von Computerspielen und Fahrzeugen. In einem aktuellen Review in der Zeitschrift „Nature Machine Intelligence“ beleuchten Autoren der Universitäten Leipzig und Göteborg den aktuellen Stand der Anwendung und Anwendungsmöglichkeiten des Maschinenlernens im Bereich der Forschung an aktiven Materialien.

Als aktive Materialien bezeichnet man Systeme, die durch die Umwandlung von Energie angetrieben werden. Bestes Beispiel für aktive Materialien sind biologische...

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hate Speech bis KI: Online-Forscher_innen aus aller Welt treffen sich zur General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2020 | Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Asteroid in eiserner Rüstung

28.02.2020 | Geowissenschaften

Hate Speech bis KI: Online-Forscher_innen aus aller Welt treffen sich zur General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

UV-Licht gegen störenden Unterwasserbewuchs – Innovatives Antifouling-System des IOW jetzt reif für Serienproduktion

28.02.2020 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics