Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsausgaben: Gefälle zwischen Bundesländern verstärkt sich

18.03.2010
Das Gefälle zwischen forschungsstarken und forschungsschwachen Bundesländern hat sich in den letzten zehn Jahren verschärft. Die Forschungskapazitäten in Deutschland verteilen sich nach einer Untersuchung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft regional immer ungleicher.

Besonders in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen wird intensiv geforscht. Dort steigerte die Wirtschaft ihre beachtlichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung zwischen 1997 und 2007 noch einmal erheblich auf 3,57 % des Bruttoinlandsprodukts (Baden-Württemberg) bzw. 2,21 % (Bayern) und 2,14 % (Hessen). In Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und den drei Stadtstaaten sank dagegen die Quote. Das geht aus der neuesten Veröffentlichung der Wissenschaftsstatistik im Stifterverband hervor ("facts", März 2010).

Forschungsintensive Branchen des Verarbeitenden Gewerbes, insbesondere hochwertige Gebrauchstechnologien wie Kraftfahrzeugbau, Elektrotechnik, Chemie und Maschinenbau, sind überwiegend in Süddeutschland beheimatet, weshalb dort auch umfangreiche Forschungs- und Entwicklungskapazitäten aufgebaut wurden. Andere West-Bundesländer haben demgegenüber ein deutlich geringes Forschungs-Volumen. Zudem sind sie stark auf einzelne Branchen ausgerichtet, wie Niedersachsen auf den Kraftfahrzeugbau oder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auf die Chemie. In Ostdeutschland gibt es aufgrund der schwächeren Wirtschaftsstruktur nur geringe Aussichten auf eine baldige Annäherung, etwa im Bereich elektronischer Spitzentechnik in Sachsen und Thüringen.

Die forschungsschwachen Länder haben der Dominanz des Südens wenig entgegenzusetzen. Eine Art Matthäus-Effekt ("Denn wer da hat, dem wird gegeben werden" Mt 25,29) treibe die Konzentration der Forschungsinfrastruktur an, erläutert Studienautor Bernd Kreuels: "Forschende Großunternehmen benötigen eine entsprechende Infrastruktur und ein hinreichend großes und qualifiziertes Personalreservoir, das sie vor allem in Ballungsräumen finden. Da sich diese beiden Faktoren auf absehbare Zeit vermutlich kaum gravierend zugunsten der bislang forschungsschwächeren Regionen verbessern dürften, muss man eine Verstetigung und teilweise sogar eine Verschärfung des strukturellen Gefälles zwischen den regionalen Forschungslandschaften erwarten."

Bernd Kreuels: Deutschland uneinig Forschungsland. facts. Zahlen und Fakten aus der Wissenschaftsstatistik GmbH im Stifterverband. März 2010. 8 Seiten. Die Studie ist online verfügbar: http://ow.ly/1lucB

Pressekontakt:
Michael Sonnabend
Pressesprecher
Telefon: 2010/8401-181
E-Mail: michael.sonnabend@stifterverband.de

Michael Sonnabend | idw
Weitere Informationen:
http://ow.ly/1lucB
http://www.stifterverband.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Grundlagen der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft
27.07.2018 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

nachricht Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren
23.07.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics