Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europa Studie: Open Data ist entscheidender Faktor für Innovationen und Wachstum

02.07.2012
Open Data in der öffentlichen Verwaltung ist ein Schlüsselfaktor, um Innovationen und Wachstum in der Europäischen Union (EU) voranzutreiben.

Der monetäre Nutzen frei zugänglicher Behörden-Informationen für die Gesamtwirtschaft aller 27 EU-Staaten liegt bei rund 200 Milliarden Euro. Zum Vergleich Das entspricht 1,7 Prozent des EU-Bruttoinlandsprodukts von 2008.

Jeder dritte Verwaltungsentscheider in Europa hält zudem die Abschaffung von Barrieren zwischen Ministerien und Behörden für unabdingbar, um die Leistungsfähigkeit der Exekutive zu steigern. Das ergibt die europaweite qualitative Untersuchung "Beyond Efficiency: Public Administration Transformation" der Steria Gruppe, für die hochrangige Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung befragt wurden.

EU-weit herrscht die Einsicht in den Verwaltungen, dass geteiltes Wissen sehr gut geeignet ist, um neue wirtschaftliche Impulse zu erzeugen. Der Abbau von "Information Hiding" ist ein Weg, der sich immer mehr durchsetzt. Data-Sharing hilft Unternehmen, unkompliziert auf wichtige Standortfakten zuzugreifen und ihre Investitionen genauer zu planen. Dazu gehören beispielsweise Demografie-Statistiken und Wetterdaten ebenso wie Fakten über die Verwendung der Steuergelder für neue Infrastruktur-Projekte. Die Verknüpfung dieser Informationen mit unternehmenseigenen Daten birgt ein großes Potenzial für Unternehmen. Sie fördern Innovationen und Investitionen in neue Dienstleistungen. Gleichzeitig helfen sie, Fehlplanungen zu vermeiden und Risiken besser einzuschätzen.

Die einzelnen Länder gehen das Thema Open Data auf unterschiedliche Art an: Die Europäische Kommission hat 2011 eine Open-Data-Strategie herausgebracht. Für 2013 ist ein paneuropäisches Portal geplant. Bis 2020 soll eine EU-weite Open-Data-Infrastruktur entstehen. Viele lokale Aktivitäten greifen die Portal-Idee auf und setzen eigene Projekte um. Beispiele sind in Deutschland Open Data Berlin (http://daten.berlin.de/), in Belgien http://psi.belgium.be und in Spanien http://datos.gob.es. Die Stadt Hamburg hat zudem mit einem am 13. Juni 2012 beschlossenen Transparenzgesetz einen Paradigmenwechsel eingeleitet. Statt eines Rechts der Bürger auf Information gibt es künftig die Pflicht der Verwaltung, von sich aus Daten ins Netz zu stellen.

In vielen Fällen sondieren die Verwaltungen zunächst, welche Daten für Bürger und Unternehmen in welcher Form relevant sein können.
Häufig werden Ideenwettwerbe gestartet. In Deutschland gab es beispielsweise den Wettbewerb "Apps für Germany", eine Ideen-Plattform zur besseren Nutzung von Behördendaten. In Schweden gab es einen ähnlichen Ansatz. Die Aktionen "Trafiklab" und "TravelHack" luden Programmierer und Designer ein, Lösungen für einen effizienten und nützlichen Informationszugriff via API-Schnittstelle im Bereich des öffentlichen Verkehrs zu entwerfen. Heraus kamen 20 verschiedene Apps. Die Entwicklung von Lösungen zur Aufbereitung und Verwendung von Behörden-Daten entwickelt sich in vielen Ländern bereits zu einer Nische für Spezialanbieter. Spanien verzeichnete

2010 Umsätze aus der so genannten "Re-use"-Industrie zwischen 550 Millionen und 650 Millionen Euro. Zudem wurden mehr als 5.000 neue Jobs geschaffen.

O-Töne zur Studie "Beyond Efficiency: Public Administration Transformation"

Pierre Basquin, Leiter der Public Administration Business Community von Steria, bemerkt hierzu: "Die Studie hat gezeigt, dass es eine Fülle von Wissen gibt sowie den dringenden Wunsch unter den hochrangigen Beamten in Europa, neue Wege zu gehen und neue Ideen auszuprobieren. Die einzelnen Länder gehen die Herausforderungen zwar auf unterschiedliche Art und Weise an, aber sie kommen zusammen und teilen Wissen und Ideen, um die Transformation voranzutreiben. Wenn die Europäische Union dies hinbekommt, kann sie eine Umgebung schaffen, in der nicht mehr politische Dogmen die Grundlage dafür darstellen, wie Services gestaltet und bereitgestellt werden sollten, sondern in der es vielmehr möglich wäre, dass die beste Lösung gewählt wird, in der die Fähigkeiten von Beamten, Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen und Bürgern kombiniert sind und die gleichzeitig neue Tools und Informations- und Kommunikationstechnologien nutzt."

François Enaud, CEO von Steria, erklärt: "Aus dieser Untersuchung geht hervor, dass Behörden und Organisationen zur Bewältigung der Herausforderungen, denen sich die Regierungen in ganz Europa künftig stellen müssen, Prozesse vereinfachen und automatisieren müssen, insbesondere im Bereich Open Data, wenn sie wirklich innovativ sein wollen. Wir können heute einige dieser Zukunftsthemen beobachten, die beispielsweise in Deutschland und Belgien bereits in der Praxis behandelt werden - dies sind Länder, die dem Durchschnitt im Bereich Data-Sharing voraus sind. Andere Länder dagegen müssen im Hinblick auf die Auflösung von Barrieren zwischen einzelnen Ministerien und Behörden noch einen weiteren Weg zurücklegen und das Vertrauen der Bevölkerung wiedererlangen, wenn sie ihrer Zusage in Bezug auf offene Daten und die Verbesserung der Services für die Bürger wirksamer nachkommen möchten."

Hintergrundinformationen
Für die von Global Futures and Foresight (GFF) im Auftrag von Steria durchgeführte Untersuchung wurden 62 hochrangige Verwaltungsbeamte in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Norwegen und den Niederlanden nach ihrer Einstellung zur Zukunft der öffentlichen Verwaltungen befragt. Die Studie wurde im Februar und März 2012 in einer Kombination von E-Mail- und Telefonbefragungen durchgeführt.

Die Untersuchung steht kostenlos als Download bereit unter http://www.steria.com/beyondefficiency/

Pressekontakt:
Steria Mummert Consulting
Birgit Eckmüller
Tel.: +49 (0) 40 22703-5219
E-Mail: birgit.eckmueller@steria-mummert.de
Faktenkontor
Jörg Forthmann
Tel.: +49 (0) 40 253 185-111
E-Mail: joerg.forthmann@faktenkontor.de

Jörg Forthmann | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.steria-mummert.de
http://www.steria.com/beyondefficiency/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation
12.07.2018 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics