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Menstruelle Migräne: Östrogen-Abfall wirkt sich offenbar auf Schmerzkontrolle aus

18.04.2002


Eine neue Studie könnte Aufschluss über die Frage bringen, auf welche Weise der Abfall des weiblichen Sexualhormons Östrogen bei der Menstruation zu einer Migräne-Attacke beiträgt.

Den möglichen Mechanismus erklärten Forscher um Dr. K. Michael Welch vom Kansas University Medical Center in Kansas City jetzt bei der Jahrestagung der American Academy of Neurology in Denver.

Die Wissenschaftler lösten bei Mäusen ein elektrisches Ereignis aus, wie es im menschlichen Gehirn auftritt und eine Migräne-Attacke auslöst. Dieses Ereignis, das Experten auf Englisch als „Cortical Spreading Depression (CSD)“ bezeichnen, geht mit der Aura einher, die viele Migräne-Patienten wahrnehmen, bevor der Kopfschmerz einsetzt. Bei einer Aura sieht der Betroffene etwa Lichtblitze oder Punkte.

Insgesamt untersuchten die Forscher bei den Mäusen 1176 Gene, um zu sehen, wie sich die CSD auf die Gene auswirkt. Zudem nahmen sie unter die Lupe, wie die CSD die Gene bei hohen und niedrigen Östrogen-Spiegeln beeinflusst. Laut Welch wird eine menstruelle Migräne durch jenen abrupten Abfall von hohen zu niedrigen Östrogenspiegeln im Blut ausgelöst, wie er bei der Menstruation auftritt.

„Wir fanden, dass unter den Genen, die von dem Ereignis am meisten betroffen waren, zwei Peptide (Eiweißmoleküle) waren, die die Aktivität der Blutgefäße kontrollieren und bei der Schmerzkontrolle helfen“, sagte Welch. „Das deutet daraufhin, dass einige Netzwerke für die Schmerzkontrolle bei der Migräne gestört sind.“ Das sei deshalb wichtig zu wissen, weil es dabei helfe, Gene aufzuspüren, die als Kandidaten für neue Therapien in Frage kommen.

Bei den Peptiden handelt es sich um atriales natriuretisches Peptid und Neuropeptid Y. Diese Substanzen müssten nun näher untersucht werden, um ihre Beziehung zu Migräne-Attacken weiter aufzuklären.

„Zu dieser häufigen Form von Migräne gibt es bislang nur wenige Studien“, erklärte Welch. Da auf einen Mann mit Migräne drei Frauen kämen, sei die Untersuchung sicher sinnvoll, wie sich Eierstock-Hormone auf Migräne auswirken. So leiden von den 8,7 Millionen Amerikanerinnen mit Migräne 1,2 Millionen Frauen nur während der Menstruation unter Attacken. Weitere 5,2 Millionen sind während der Menstruation, aber auch zu anderen Zeitpunkten von Attacken geplagt.

mc | © MedCon Health Contents AG

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