Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lebensqualität von Patienten mit Epilepsie immer noch zu oft vernachlässigt

17.04.2002


Wenngleich kein Experte daran zweifelt, dass die Lebensqualität von Patienten mit Epilepsie ein zentrales Kriterium einer effektiven Therapie ist, wird insbesondere dieser Parameter in klinischen Studien oft nur stiefmütterlich behandelt. Wie die Ergebnisse einer jetzt während der 54. Tagung der American Academy of Neurology vorgestellten Studie belegen, ist eine Monotherapie mit Oxcarbazepin nicht nur sehr effektiv, sondern steigert auch die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig.

Nach Angaben von Dr. John R. Gates aus St. Paul/Minnesota, werde in den meisten klinischen Studien mit Antiepipeltika der Focus auf die Effektivität und die Verträglichkeit eines Pharmakons gelegt. Die Gesundheitsassoziierte Lebensqualität (HRQOL = Health Related Quality of Life) spielt bedauerlicherweise oft nur eine untergeordnete Rolle. Gates und Kollegen untersuchten deshalb im Rahmen einer offenen klinischen Studie über 16 Wochen, inwieweit Oxcarbazepin zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen kann. Untersucht wurden Patienten, die wegen einer Unverträglichkeit eines anderen Antiepileptikums auf eine Monotherapie mit Oxcarbazepin umgestellt wurden. Die Dosis wurde von initial 300 mg zweimal täglich auf bis zu 2400 mg pro Tag gesteigert, soweit erforderlich. Neben der Anfallsfrequenz wurde ein besonderes Gewicht auf die Evaluierung der Lebensqualität mittels des Quality of Life in Epilepsy Inventory (QOLIE-31) gelegt. Von insgesamt 245 Patienten beendeten 179 Patienten (73%) die gesamte Studie. Die Patienten waren im Mittel 36 Jahre alt und wurden zum Studienendpunkt mit durchschnittlich 1351,5 mg Oxcarbazepin täglich behandelt. Die Studienergebnisse sprechen für sich und untermauern den hohen Stellenwert des Antiepileptikums. Klartext: Insgesamt 14,5% der Patienten wurden während anfallsfrei und bei 52% der Patienten reduzierte sich die Anfallshäufigkeit um mehr als 50%. Die klinisch-praktische Bedeutung der Reduktion der Anfallsfrequenz wird durch folgende Beobachtung noch deutlicher: Bei jenen Patienten, die eine mehr als 50%ige Verringerung der Anfallsfrequenz erfuhren, stieg die Lebensqualität statistisch signifikant um 10,2 Punkte auf der QOLIE-31-Skala (p<0,0001). Wie Gates zusammenfassend bemerkt, führt der Wechsel auf eine Oxcarbazepin-Monotherapie nicht nur zu einer deutlichen Reduktion der Anfallsfrequenz, sondern darüber hinaus auch zu einer wünschenswerten Steigerung der Lebensqualität.

Dr. Michaela Paudler-Debus | ots
Weitere Informationen:
http://www.novartispharma.de

Weitere Berichte zu: Anfallsfrequenz Epilepsie Lebensqualität Oxcarbazepin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie wir 2030 unterwegs sind: acatech Studie skizziert Zukunftsbild der vernetzten Mobilität
11.09.2019 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht STICA-Studie belegt: Spezielle Verhaltenstherapie bei Computerspiel- und Internetsucht erfolgreich
11.09.2019 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 'Nanochains' could increase battery capacity, cut charging time

How long the battery of your phone or computer lasts depends on how many lithium ions can be stored in the battery's negative electrode material. If the battery runs out of these ions, it can't generate an electrical current to run a device and ultimately fails.

Materials with a higher lithium ion storage capacity are either too heavy or the wrong shape to replace graphite, the electrode material currently used in...

Im Focus: Nervenzellen feuern Hirntumorzellen zum Wachstum an

Heidelberger Wissenschaftler und Ärzte beschreiben aktuell im Fachjournal „Nature“, wie Nervenzellen des Gehirns mit aggressiven Glioblastomen in Verbindung treten und so das Tumorwachstum fördern / Mechanismus der Tumor-Aktivierung liefert Ansatzpunkte für klinische Studien

Nervenzellen geben ihre Signale über Synapsen – feine Zellausläufer mit Kontaktknöpfchen, die der nächsten Nervenzelle aufliegen – untereinander weiter....

Im Focus: Stevens team closes in on 'holy grail' of room temperature quantum computing chips

Photons interact on chip-based system with unprecedented efficiency

To process information, photons must interact. However, these tiny packets of light want nothing to do with each other, each passing by without altering the...

Im Focus: Happy hour für die zeitaufgelöste Kristallographie

Ein Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD), der Universität Hamburg und dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) hat eine neue Methode entwickelt, um Biomoleküle bei der Arbeit zu beobachten. Sie macht es bedeutend einfacher, enzymatische Reaktionen auszulösen, da hierzu ein Cocktail aus kleinen Flüssigkeitsmengen und Proteinkristallen angewandt wird. Ab dem Zeitpunkt des Mischens werden die Proteinstrukturen in definierten Abständen bestimmt. Mit der dadurch entstehenden Zeitraffersequenz können nun die Bewegungen der biologischen Moleküle abgebildet werden.

Die Funktionen von Biomolekülen werden nicht nur durch ihre molekularen Strukturen, sondern auch durch deren Veränderungen bestimmt. Mittels der...

Im Focus: Happy hour for time-resolved crystallography

Researchers from the Department of Atomically Resolved Dynamics of the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter (MPSD) at the Center for Free-Electron Laser Science in Hamburg, the University of Hamburg and the European Molecular Biology Laboratory (EMBL) outstation in the city have developed a new method to watch biomolecules at work. This method dramatically simplifies starting enzymatic reactions by mixing a cocktail of small amounts of liquids with protein crystals. Determination of the protein structures at different times after mixing can be assembled into a time-lapse sequence that shows the molecular foundations of biology.

The functions of biomolecules are determined by their motions and structural changes. Yet it is a formidable challenge to understand these dynamic motions.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

92. Neurologie-Kongress: Mehr als 6500 Neurologen in Stuttgart erwartet

20.09.2019 | Veranstaltungen

Frische Ideen zur Mobilität von morgen

20.09.2019 | Veranstaltungen

Thermodynamik – Energien der Zukunft

19.09.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ferroelektrizität verbessert Perowskit-Solarzellen

20.09.2019 | Energie und Elektrotechnik

HD-Mikroskopie in Millisekunden

20.09.2019 | Biowissenschaften Chemie

Kinobilder aus lebenden Zellen: Forscherteam aus Jena und Bielefeld 
verbessert superauflösende Mikroskopie

20.09.2019 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics