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Phobien: Stresshormon vermindert Angst vor Krabbeltieren

29.03.2006


Körpereigenes Cortisol als alternatives Therapie-Element


Viele Menschen haben eine unverhältnismäßig große Angst vor Spinnen



Schweizer Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das körpereigene Stresshormon Cortisol die Angst bei speziellen Phobien reduziert. Die angstlösende Wirkung zeigt sich bei der unverhältnismäßigen Angst vor Spinnen und der sozialen Phobie, die Angst von anderen Personen beobachtet und negativ bewertet zu werden. Ihre Ergebnisse hat das Forscher-Team um Dominique de Quervain von der Universität Zürich jetzt in der Online-Ausgabe des Fachmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

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Die Wissenschaftler gaben einer Gruppe von Menschen mit sozialer Phobie eine Stunde vor einem frei gehaltenem Vortrag Cortison-Tabletten, die eine Vorstufe des Cortisols darstellen. Dabei konnten die Forscher feststellen, dass sich die Angst bei diesen Probanden im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die ein Scheinpräparat eingenommen hatte, deutlich verminderte. Ähnliches zeigte sich auch bei Menschen mit Spinnenphobie. Diese bekamen wiederholt Cortisol verabreicht, bevor sich die Probanden Fotos von den achtbeinigen Krabbeltieren ansehen sollten. Auch bei diesen Testpersonen reduzierte sich die Angst Schritt für Schritt.

Die Schweizer Forscher fanden bei ihren Studien Hinweise dafür, dass Menschen, die aufgrund einer gefürchteten Situation mit einer hohen körpereigenen Cortisol-Ausschüttung reagieren, auch von vornherein weniger Angst entwickeln. Jetzt planen die Züricher weitere Studien um die Bedeutung der Funde zu überprüfen und die Wirkung von Cortisol in Kombination mit Verhaltenstherapie zu untersuchen.

"Eine Phobie ist eines der wesentlichen Störungsbilder der klinischen Psychologie", betont Ilse Kryspin-Exner, Vorstand des Institut für klinische Psychologie der Universität Wien, im Gespräch mit pressetext. Ein Mensch mit einer unverhältnismäßigen Angst entwickle einen Automatismus, den er auch auf andere Gebiete übertrage, so die Angst-Expertin weiter. Deshalb sei es wichtig bei der Behandlung der Phobien die Ursache und das Verhalten zu entkoppeln, erklärt Kryspin-Exner gegenüber pressetext abschließend.

Lisa Hartmann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unizh.ch
http://www.pnas.org
http://www.univie.ac.at

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