Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

1 Fördereuro generiert 8,47 Euro Bauvolumen – Studie zur Städtebauförderung in Baden-Württemberg

17.02.2011
Die Städtebauförderung gilt als eines der wirksamsten Instrumente der nachhaltigen strukturellen Entwicklung der Städte und Gemeinden in Deutschland. Sie ist ein flexibles Instrument, das die Innenentwicklung als wichtige städtebauliche Zielsetzung des Landes maßgeblichunterstützt und gleichzeitig eine große wirtschaftliche Bedeutung entfaltet. Die Städtebauförderung feiert 2011 ihr 40-jähriges Jubiläum. Dies wurde zum Anlass genommen in einer Studie den Wirkungsgrad der Städtebauförderung anhand von Fallstudien für Baden-Württemberg zu untersuchen.
Untersuchungsgegenstand: Wirkungsweise der Städtebauförderung
Der Forschungsbereich Stadtplanung am Institut für Angewandte Forschung der Hochschule für Technik Stuttgart erarbeitete in den Jahren 2010 und 2011 eine Untersuchung zur Wirkungsweise der baden-württembergischen Städtebauförderung.

13 Städte und Gemeinden mit 25 abgeschlossenen und abgerechneten Sanierungsmaßnahmen wurden dazu analysiert. Thema war insbesondere die Frage nach den konkreten Ergebnissen und wirtschaftlichen Impulsen der Städtebauförderung mit Blick auf eine nachhaltige Siedlungsentwicklung. Die Zahl der geförderten Sanierungen in Baden-Württemberg ist beeindruckend. Seit 1971 wurden bis zum Jahre 2010 insgesamt 3.079 Sanierungs- und Erneuerungsgebiete in 812 Städten und Gemeinden des Landes gefördert. Die Förderung erfolgt in unterschiedlichen Städtebauförderungsprogrammen. Trotz der enormen Bedeutung der Städtebauförderung für die Städte und Gemeinden wurden die ökonomischen Aspekte in Baden-Württemberg bisher nicht systematisch untersucht.

Studie der Hochschule für Technik Stuttgart
Die HFT Stuttgart hat für die Studie regional ausgewogen 25 abgeschlossene Sanierungsmaßnahmen in 13 mittelgroßen Städten und Gemeinden ausgewählt. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass ein Großteil der Städtebauförderungsmittel in die kleineren und mittleren Städte und Gemeinden des Landes fließt. Es wurden Sanierungsgebiete in Kommunen unterschiedlicher
Raumkategorie ausgewählt, innerhalb und außerhalb des Verdichtungsraumes, historische Stadtkerne, dörflich geprägte Ortsteile, Wohnquartiere und umgenutzte Gewerbe- und Industriegebiete. Bei den 25 ausgewerteten, geförderten Sanierungsmaßnahmen wurden insgesamt rund 59,8 Millionen Euro Städtebauförderungsmittel des Landes eingesetzt, die ein Bauvolumen in der

Innenentwicklung – öffentliche und private Baumaßnahmen – in Höhe von rund 506, 9 Millionen Euro angestoßen haben.

Multiplikator Städtebauförderung
Im Vordergrund stand zunächst die Frage, wie hoch der Quotient aus dem privaten und öffentlichen Bauvolumen im Verhältnis zu den eingesetzten Städtebauförderungsmitteln ist. Dieser als Multiplikator der Städtebauförderung bezeichnete Quotient liegt im Durchschnitt der 25 abgeschlossenen Sanierungsgebiete bei 8,47. Das bedeutet, dass jeder eingesetzte Fördereuro des
Landes durchschnittlich 8,47 Euro an privaten und öffentlichen Bauinvestitionen im Sanierungsgebiet nach sich zieht. Die Höhe des Quotienten unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren. Neben der Art und Lage des Gebietes spielt auch die Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer und Betroffenen im Gebiet eine wichtige Rolle. Die in der Studie untersuchten „alten Gewerbe- und

Industriestandorte“ erreichen mit einem Quotienten von 16,67 den höchsten Wirkungsgrad, eher dörflich geprägte Wohnviertel einen geringeren Quotienten. Was den Einsatz von Fördermitteln betrifft, wurden von den Städten und Gemeinden die meisten Fördermittel in die historischen Stadtkerne investiert.

Positive und nachhaltige Wirkung der Städtebauförderung
Die Studie belegt die positive Wirkung der Städtebauförderung auf private und öffentliche Investitionen in der Innenentwicklung und ihre nachhaltigen Impulse für die Gesamtwirtschaft. Die Städtebauförderung ist Impulsgeber für die bestandsorientierte städtebauliche Entwicklung und strukturelle Erneuerung der Städte und Gemeinden und zugleich Motor für die mittelständische Bauwirtschaft und das Ausbauhandwerk vor Ort. Die vergleichende Analyse der ökonomischen Impulswirkung zeigt sehr eindrücklich die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Städtebauförderung. Es ist eine Zukunftsaufgabe des Landes, die Innenentwicklung zu fördern. Kürzungen der Städtebauförderung würden nicht nur drastische Folgen für die Kommunen und deren städtebauliche Innenentwicklung nach sich ziehen sondern ebenso große Nachteile auf die privaten und öffentlichen Investitionen und das mittelständische Handwerk und Ausbaugewerbe mit sich bringen. Die Hochschule für Technik Stuttgart wird in einer weiteren Stufe die qualitativen Aspekte der städtebaulichen Innenentwicklung vertiefend betrachten und Sanierungsmaßnahmen in weiteren Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg untersuchen.
Projektverantwortliche:
Prof. Dr. Christina Simon-Philipp und Stefanie Ganter, Hochschule für Technik Stuttgart
Elmar Gross, Büro Gross Hüger, Karlsruhe
Beratung: Heinz Naudé, ehemaliger Leiter des Referats Städtebauliche Erneuerung im Wirtschaftsministerium, Stuttgart

Die Auswertung erfolgte auf der Grundlage der Daten, die die Kommunen und ihre Sanierungsbeauftragten – vertreten durch die Arbeitsgemeinschaft der Sanierungs- und Entwicklungsträger – zur Verfügung stellten.

Weitere Informationen und Kontakt:
Die Kurzfassung der Auswertung kann ab sofort bei der HFT Stuttgart bezogen werden.

Prof. Dr. Christina Simon-Philipp, christina.simon-philipp@hft-stuttgart.de, Tel 0711 8926 2616

Petra Dabelstein | idw
Weitere Informationen:
http://www.hft-stuttgart.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Mobilfunkstrahlung kann die Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen
19.07.2018 | Swiss Tropical and Public Health Institute

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics