Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

11% des Bruttoinlandsprodukts für Gesundheit aufgewendet

24.04.2003


Für das Gesundheitswesen wurden im Jahr 2001 225,9 Mrd. Euro, d.h. 10,9% des Bruttoinlandsprodukts aufgewendet. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheit bezogen auf die Bevölkerung in Deutschland beliefen sich auf 2 740 Euro; 1992 lagen sie noch bei 2 020 Euro.



Zugleich hat im Gesundheitswesen etwa jeder Zehnte Beschäftigung gefunden. 4,1 Mill. Personen waren am 31. Dezember 2001 im Gesundheitswesen tätig.



Dies berichtete der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, heute in einem Pressegespräch in Berlin, in dem aktuelle Ergebnisse der Gesundheitsausgaben- und Gesundheitspersonalrechnung für das Jahr 2001 vorgestellt wurden.

Von 1992 bis 2001 sind die Gesundheitsausgaben in Deutschland nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, um insgesamt 62,8 Mrd. Euro gestiegen (+ 38,5%); real (in konstanten Preisen) erhöhten sie sich um 14,8%.

Die gesetzliche Krankenversicherung ist traditionell der größte Ausgabenträger. Sie erbrachte im Jahr 2001 128,9 Mrd. Euro bzw. 57% der Gesundheitsausgaben.

Die Ausgaben für Arzneimittel (inkl. Verbandmittel), Hilfsmittel, Zahnersatz sowie sonstigen medizinischen Bedarf lagen im Jahr 2001 mit 60,4 Mrd. Euro bzw. einem Anteil von 27% erstmals knapp vor den Ausgaben für ärztliche Leistungen (59,6 Mrd. Euro bzw. 26%).

Neben den Gesundheitsausgaben wurden im Jahr 2001 67,5 Mrd. Euro Einkommensleistungen in Form von Krankengeld, Entgeltfortzahlungen, Erwerbsunfähigkeitsrenten etc. gezahlt. Die Arbeitgeber wendeten mit 31,6 Mrd. Euro (47%) den weitaus größten Teil auf, darunter allein 26,8 Mrd. Euro für Entgeltfortzahlungen.

Erstmalig können bei der neuen Gesundheitsausgabenrechnung des Statistischen Bundesamtes auch die entsprechenden Finanzierungsströme ausgewiesen werden:
Die privaten Haushalte/privaten Organisationen ohne Erwerbszweck trugen 2001 am stärksten zur Finanzierung des Gesundheitswesens bei; sie wendeten insgesamt 138,6 Mrd. Euro (47%) hierfür auf. Insgesamt 115,5 Mrd. Euro bzw. 39% der Gesamtausgaben finanzierten die öffentlichen und privaten Arbeitgeber. 13% der Ausgaben des Gesundheitswesens wurden von den öffentlichen Haushalten gezahlt, das entspricht 39,3 Mrd. Euro.

Seit 1992 hat sich die Struktur der Finanzierung im Gesundheitswesen zu Gunsten der öffentlichen Haushalte und zu Lasten der privaten Haushalte/privaten Organisationen o.E. verschoben: Die öffentlichen Haushalte gaben im Jahr 2001 rund 6 Mrd. Euro weniger (– 12,3%) für Gesundheitsausgaben, Einkommensleistungen sowie für Beiträge und Zuschüsse an die Versicherungen aus als noch im Jahr 1992. Bei den Arbeitgebern und den privaten Haushalten/privaten Organisationen o.E. waren Zuwächse von rund 26 Mrd. Euro (+ 29,3%) bzw. 50 Mrd. Euro (+ 56,2%) zu verzeichnen.

Das Personal im Gesundheitswesen stieg in den Jahren 1997 bis 2001 nur leicht um 0,4% oder 15 000 Personen. In der Gesamtwirtschaft betrug der Beschäftigungszuwachs dagegen 4,4%. Das leichte Plus im Gesundheitswesen zwischen 1997 und 2001 ist zum einen auf Zuwächse in den sozialen und Gesundheitsdienstberufen (+ 69 000 bzw. + 93 000 Personen), zum anderen auf Rückgänge bei den Gesundheitshandwerkern und in allen anderen Berufen im Gesundheitssektor (– 9 000 bzw. – 138 000 Personen) zurückzuführen.

Die Mehrzahl der Beschäftigten (83%) arbeitete im Jahr 2001 in Einrichtungen der ambulanten bzw. stationären und teilstationären Gesundheitsversorgung. Die stationäre und teilstationäre Gesundheitsversorgung lag dabei mit 1,7 Mill. Personen vor den ambulanten Einrichtungen. 1997 war das Verhältnis umgekehrt.

Zwei Drittel des Gesundheitspersonals (2,7 Mill. Personen) arbeiteten im Jahr 2001 Vollzeit. Der Anteil der Vollzeitbeschäftigten lag damit im Gesundheitswesen deutlich niedriger als in der gesamten Wirtschaft (74%). Jeder Vierte im Gesundheitswesen bzw. 1 Mill. Personen gingen einem Beschäftigungsverhältnis in Teilzeit nach. In der Gesamtwirtschaft betrug der Anteil der Teilzeitbeschäftigten 14%. Ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis übten 327 000 Personen oder 8% des Gesundheitspersonals aus (gesamte Wirtschaft: 12%).

Zwischen 1997 und 2001 ging die Zahl der vollzeitbeschäftigten Personen im Gesundheitswesen insgesamt um 152 000 stark zurück. Das entspricht einem Minus von 5,3%. Die Teilzeitbeschäftigung nahm hingegen um 113 000 Personen zu. Im Jahr 2001 waren 54 000 Personen mehr geringfügig beschäftigt als 1997.

Weitere Auskünfte erhalten Sie unter:
Telefon: 01888 - 644-8234
E-Mail: gesundheitsrechensysteme@destatis.de

| Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Zahl der Rheuma-Patienten höher als bisher angenommen
23.11.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Im Focus: Patented nanostructure for solar cells: Rough optics, smooth surface

Thin-film solar cells made of crystalline silicon are inexpensive and achieve efficiencies of a good 14 percent. However, they could do even better if their shiny surfaces reflected less light. A team led by Prof. Christiane Becker from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) has now patented a sophisticated new solution to this problem.

"It is not enough simply to bring more light into the cell," says Christiane Becker. Such surface structures can even ultimately reduce the efficiency by...

Im Focus: Mit Nano-Lenkraketen Keime töten

Wo Antibiotika versagen, könnten künftig Nano-Lenkraketen helfen, multiresistente Erreger (MRE) zu bekämpfen: Dieser Idee gehen derzeit Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Zusammen mit einem führenden US-Experten tüfteln sie an millionstel Millimeter kleinen Lenkraketen, die antimikrobielles Silber zielsicher transportieren, um MRE vor Ort zur Strecke zu bringen.

In deutschen Krankenhäusern führen die MRE jährlich zu tausenden, teils lebensgefährlichen Komplikationen. Denn wer sich zum Beispiel nach einer Implantation...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung

18.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fester Platz im Unternehmen - 36 Auszubildende und Studierende der Friedhelm Loh Group erhalten Zeugnisse

19.09.2018 | Unternehmensmeldung

Virtual Reality ohne Kopfschmerz oder Simulationsübelkeit

19.09.2018 | Informationstechnologie

Kaiserslauterer Architekten setzen Holzkuppel dank Software einfach wie Puzzle zusammen

19.09.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics