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Frauen werden heute im Durchschnitt mit 26 Jahren Mutter

18.12.2007
Das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt ihrer Kinder hat sich in Deutschland in den 1960er Jahren zunächst verringert und ist danach angestiegen.

Die heute 30- bis 44-jährigen Frauen bekamen ihr erstes Kind im Durchschnitt mit 26 Jahren und waren damit etwa drei Jahre älter als die Mütter mit ersten Kindern in den 1960er Jahren. Mit dem Anstieg des Alters der Mütter bei der ersten Geburt ging in Deutschland bisher der Rückgang der Kinderzahl einher, die eine Frau im Laufe des Lebens bekommt. Der Anstieg des durchschnittlichen Alters der Frauen bei der ersten Geburt hat sich zuletzt nicht mehr fortgesetzt, wobei diese Entwicklung durch die alten Bundesländer geprägt wurde.

Diese Ergebnisse stammen aus einer Sondererhebung zu Geburten und Kinderlosigkeit, die Dr. Sabine Bechtold, Abteilungsleiterin im Statistischen Bundesamt, heute in Berlin vorgestellt hat. Mit der Erhebung werden die Informationen zu den Geburten, die laufend aus der Geburtenstatistik und dem Mikrozensus gewonnen werden, ergänzt.

Die freiwillige Erhebung wurde im Herbst 2006 durchgeführt. Dazu gaben etwa 12 500 Frauen zwischen 16 und 75 Jahren Auskunft. Die Sondererhebung bietet repräsentative Ergebnisse für Deutschland sowie die alten und die neuen Länder.

Die Entwicklung des Durchschnittsalters der Mütter bei ihrem ersten Kind verlief in Deutschland lange parallel zum Heiratsalter. Die Frauen der Jahrgänge 1931 bis 1936 waren bei der Geburt des ersten Kindes im Durchschnitt etwa 25 Jahre alt gewesen. Die etwa zehn Jahre jüngeren Frauen (Jahrgänge 1942 bis 1946) bekamen ihr erstes Kind bereits mit durchschnittlich 23 Jahren; diese Kinder gehörten zu den geburtenstarken Jahrgängen der 1960er Jahre. Bei den jüngeren Frauenjahrgängen (1947 bis 1966) stieg das Durchschnittsalter beim ersten Kind dann wieder an, bei den 1962 bis 1976 geborenen Müttern beträgt es 26 Jahre. Diese Zunahme des Durchschnittsalters bei der ersten Geburt war vor allem in den alten Bundesländern (ohne Berlin) zu beobachten. Zuletzt stagnierte diese Kennziffer hier allerdings. Bei den Frauen der Jahrgänge 1967 bis

1971 blieb sie bei 27 Jahren und damit genauso hoch wie bei den fünf Jahre älteren Frauen (Jahrgänge 1962 bis 1966). In den neuen Ländern gab es zunächst längere Zeit keinen solchen Anstieg. Dementsprechend waren die Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes deutlich jünger als in den alten Ländern. Erst bei den Frauen, die Mitte der 1960er Jahre geboren wurden, nahm das Alter bei der Geburt des ersten Kindes zu. Für die 1967 bis 1971 geborenen Frauen beträgt es 24 Jahre. Bei den fünf Jahre jüngeren Frauen steigt es weiter an. Hier dürften die Veränderungen der Lebensverhältnisse seit der Wiedervereinigung eine Rolle gespielt haben.

Mit dieser Sondererhebung legt die amtliche Statistik erstmals auch umfassende Angaben zur Kinderlosigkeit vor. Ein gewisses Maß an Kinderlosigkeit ist in Deutschland nichts Neues. In den letzten etwa 20 Jahren ist sie allerdings deutlich angestiegen. Von den Frauen, die 1957 bis 1966 geboren wurden und die zum Zeitpunkt der Erhebung zwischen 40 und 49 Jahre alt waren, hatten 21% keine Kinder. Daran wird sich voraussichtlich nichts wesentliches mehr ändern, da nur noch wenige Frauen in diesem Alter erstmals Mutter werden. Unter den zehn Jahre älteren Frauen (Jahrgänge 1947 bis 1956) hatten 16% keine Kinder. In den alten Bundesländern ist der Anteil der kinderlosen Frauen bisher deutlich höher gewesen als in den neuen Ländern. Unter den Frauen der Jahrgänge 1957 bis 1966 haben in den alten Ländern 23% keine Kinder, in den neuen Ländern sind nicht einmal halb so viele kinderlos.

Die Kinderlosigkeit steigt mit dem Bildungsstand an. In Deutschland hat unter den 40 bis 75 Jahre alten Frauen (Geburtsjahrgänge 1931 bis 1966) jede siebte mit niedrigem (weder Abitur oder Fachabitur, noch berufliche Ausbildung), aber jede fünfte Frau mit hohem Bildungsstand (Fachschul-, Fachhochschul- oder Hochschulabschluss) keine Kinder. Dieser Zusammenhang ist charakteristisch für die alten Bundesländer. Hier hat jede vierte Frau dieses Alters mit hoher Bildung keine Kinder, bei den Frauen mit niedriger Bildung ist es nur jede achte. In den neuen Ländern ist dagegen der Anteil der Kinderlosen insgesamt erheblich niedriger und nimmt mit dem Bildungsstand nicht zu.

Zum Hintergrund der Befragung

Mit der Sondererhebung zu Geburten und Kinderlosigkeit wurden Fragestellungen untersucht, zu denen aus den laufenden Statistiken bisher keine oder nur unvollständige Angaben vorlagen. So werden in der Geburtenstatistik zwar alle in Deutschland geborenen Kinder nachgewiesen, unabhängig davon, ob die Eltern verheiratet sind oder nicht oder um das wievielte Kind es sich handelt. Wie viele Kinder die Mutter zuvor geboren hatte, wurde bisher allerdings bei einer Geburt nicht vollständig festgestellt, vielmehr wurden bei dieser Frage nur in der aktuellen Ehe geborene Kinder "mitgezählt". Die bisher ermittelten Angaben zum Durchschnittsalter beim ersten Kind bezogen sich daher stets nur auf das erste Kind der aktuellen Ehe.

Aus dem Mikrozensus liegen Angaben zum Zusammenleben von Eltern und Kindern und eine Reihe von Informationen zur sozialen und ökonomischen Lage der Familien vor. Kinder, die den elterlichen Haushalt verlassen haben, werden dabei nicht berücksichtigt. Damit konnten bisher keine Aussagen zur tatsächlichen Kinderlosigkeit der Frauen getroffen werden.

Wegen der Bedeutung dieser demografischen Angaben werden ab 2008 der Mikrozensus um die Frage nach der Zahl der von einer Frau geborenen Kinder und die Geburtenstatistik um die Feststellung der Geburtenfolge für alle Kinder - also das Miteinrechnen sämtlicher zuvor geborener Kinder bei der Zählung - erweitert.

Weitere Informationen und die Infobroschüre "Geburten in Deutschland" mit Ergebnissen der Geburtenstatistik und der Sondererhebung stehen im Internet unter http://www.destatis.de, Pfad:

Presse -> Pressekonferenzen zur Verfügung.

Weitere Auskünfte gibt:
Dieter Emmerling,
Telefon: (0611) 75-2861,
E-Mail: demografie@destatis.de

Dieter Emmerling | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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