Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Millionen Mal schneller als der Blitz

13.03.2003


Interferenzmuster, erzeugt von einem Kurzpulslaser (10 Billiardstel Sekunden kurz).


Millionen Mal schneller als der Blitz - Forscher des Max-Born-Instituts verbessern die Messbarkeit ultrakurzer Laserimpulse

... mehr zu:
»Femtosekunde »MBI »Messanordnung

Forscher des Max-Born-Instituts für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI) in Berlin haben eine Messanordnung für ultrakurze Laserpulse entworfen, mit der die Lichtblitze weitaus besser als bisher charakterisiert werden können. Die Messanordnung eignet sich für Pulse von nur wenigen Femtosekunden Dauer. Eine Femtosekunde ist der millionste Teil einer Milliardstelsekunde. Zum Vergleich: Das Blitzlicht eines Fotoapparats leuchtet für eine Sechzigstelsekunde auf. Würde man also eine Femtosekunde auf eine Sekunde ausdehnen, so würde das Blitzlicht im Vergleich dazu mehr als eine halbe Million Jahre lang leuchten.

Das große Problem bei so kurzen Lichtpulsen ist es, den zeitlichen Verlauf und die räumlichen Eigenschaften des Strahls zugleich zu messen. Eigentlich müsste man besser von einer hauchdünnen Lichtscheibe sprechen. Rüdiger Grunwald vom MBI und seine Kollegen haben das Problem mit einem System von winzigen Linsen gelöst, die auf Spiegeln sitzen. Eine solche Linse hat weniger als einen halben Millimeter Durchmesser und wird nicht geschliffen, sondern mit einem Aufdampfverfahren erzeugt. Schießt man nun die "Lichtscheibe" aus einem Titan-Saphir-Laser durch eine Anordnung mehrerer solcher Linsen, die aus Quartzglas bestehen, so entsteht ein Interferenzmuster. Intensitätsverteilung und Kontrast der einzelnen Ringe darauf liefern nach Frequenzwandlung mit einem nichtlinearen Kristall Informationen über die Charakteristik des Laserstrahls.


Die Versuche dazu wurden am MBI im Bereich von Prof. Thomas Elsässer durchgeführt. Das Verfahren ist inzwischen patentiert. Mit seiner Hilfe können verbesserte Laserquellen für neue Anwendungen entwickelt werden, zum Beispiel für die Untersuchung ultraschneller chemischer Prozesse.

Das Interferenzmuster ist nicht nur aussagekräftig, sondern auch so attraktiv, dass es zum Titelbild des neu erschienenen Verbundjournals wurde. Das Verbundjournal ist das Magazin des Forschungsverbundes Berlin e.V., dem auch das MBI angehört. In dem Journal findet sich auch eine ausführlichere Darstellung des Messverfahrens.

Nähere Auskünfte erteilt:

Dr. Rüdiger Grunwald
Telefon: 030 - 6392-1457
E-mail: grunwald@mbi-berlin.de

Josef Zens | idw
Weitere Informationen:
http://www.fv-berlin.de/fvpm.htm
http://www.fv-berlin.de/zeitung/verbund53.pdf

Weitere Berichte zu: Femtosekunde MBI Messanordnung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik
20.07.2018 | Technische Universität Berlin

nachricht Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT
18.07.2018 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics