Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dunkle Energie: "Das heißeste Thema in der Physik"

14.01.2008
Computer-Simulationen ergründen kosmologisches Geheimnis

Eine Serie umfangreicher Computer-Simulationen zur Entwicklung des Universums am Institute for Computational Cosmology (ICC) der Universität Durham haben aufgezeigt, wie die Dunkle Energie im Kosmos gemessen werden kann. Die Ergebnisse könnten somit helfen, eines der größten Geheimnisse in der Astronomie zu lüften. "Dunkle Energie ist das heißeste Thema in der Physik allgemein", betont ICC-Direktor Carlos Frenk gegenüber pressetext.

Die Entdeckung der Dunklen Energie vor rund zehn Jahren hatte die Physik in eine Krise gestürzt. "Wir wissen, dass die Dunkle Energie da ist, aber nicht, wie sie produziert wird oder warum es sie gibt", erklärt Frenk. Dabei wird sie als wichtigste Komponente unseres Universums gesehen, das laut Wissenschaftler zu etwa 70 bis 75 Prozent aus Dunkler Energie besteht. Sie wirkt der Schwerkraft entgegen und beschleunigt die Ausdehnung des Universums. Da der Effekt der Dunklen Energie den der Schwerkraft im heutigen Universum überwiegt, haben Wissenschaftler zumindest eine Vermutung über ihre Auswirkung. "Irgendwann wird die Dunkle Energie das Universum zerreißen und eine dunkle, kalte Ausdehnung sterbender Sterne und Schwarzer Löcher zurücklassen", so Frenk.

Bei den durchgeführten Simulationen haben die Forscher des ICC festgestellt, dass sich mit den Annahmen über die Dunkle Energie deren Auswirkungen auf das sichtbare Universum ändern. "Im frühen Universum durchliefen Materie und Strahlung eine Reihe von Oszillationen ähnlich Schallwellen. Das hinterließ eine charakteristische Wellen-Struktur in der Verteilung von Materie und Energie", erklärt Frenk. Wie die Berechnungen zeigten, hängt die Wellenlänge dieser im gegenwärtigen Universum beobachtbaren Struktur von der Natur der Dunklen Energie ab. Damit ist jetzt klar, was und wie Forscher beobachten müssen, um ein besseres Verständnis der dunklen Energie zu gewinnen.

... mehr zu:
»Physik »Simulation

Das Forschungsergebnis könnte der unter der Führung der Universität Bologna befindlichen Satellitenmission Spectroscopic All-sky Cosmic Explorer (SPACE) zu einem erfolgreichen Auswahl-Verfahren bei der European Space Agency (ESA) verhelfen. "Dank der ICC-Simulationen ist es möglich vorherzusagen, was SPACE beobachten würde. Das erlaubt zu planen, wie die Missionsparameter gestaltet werden müssen um eine dreidimensionale Karte des Universums zu erhalten", sagt Andrea Cimatti von der Universität Bologna. Ein Vergleich der erhaltenen Karte mit den Simulations-Ergebnissen könnte endlich die Natur der Dunklen Energie offenbaren. Falls es eine Bewilligung durch die ESA gibt, soll SPACE im Jahr 2017 starten.

Die Simulationen wurden auf dem ICC-Computersystem Cosmoloy Machine (COSMA) durchgeführt, das rund 870 Rechenkerne umfasst und mit etwa 1.500 Gigabyte RAM arbeitet. Die drei Simulationen höchster Auflösung dauerten je elf Tage, etwa 50 zusätzliche je rund einen Tag. Die Forschungsergebnisse der Durhamer Wissenschaftler werden heute, Freitag, im Fachjournal Monthly Notices of the Royal Astronomical Society bei Blackwell Publishing http://www.blackwellpublishing.com veröffentlicht.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.icc.dur.ac.uk

Weitere Berichte zu: Physik Simulation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Wuppertaler Forscher messen vom Weltraum aus die Temperatur der oberen Atmosphäre
18.01.2019 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Wie Moleküle im Laserfeld wippen
17.01.2019 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ten-year anniversary of the Neumayer Station III

The scientific and political community alike stress the importance of German Antarctic research

Joint Press Release from the BMBF and AWI

The Antarctic is a frigid continent south of the Antarctic Circle, where researchers are the only inhabitants. Despite the hostile conditions, here the Alfred...

Im Focus: Ultra ultrasound to transform new tech

World first experiments on sensor that may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles

The new sensor - capable of detecting vibrations of living cells - may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles.

Im Focus: Fliegende optische Katzen für die Quantenkommunikation

Gleichzeitig tot und lebendig? Max-Planck-Forscher realisieren im Labor Erwin Schrödingers paradoxes Gedankenexperiment mithilfe eines verschränkten Atom-Licht-Zustands.

Bereits 1935 formulierte Erwin Schrödinger die paradoxen Eigenschaften der Quantenphysik in einem Gedankenexperiment über eine Katze, die gleichzeitig tot und...

Im Focus: Flying Optical Cats for Quantum Communication

Dead and alive at the same time? Researchers at the Max Planck Institute of Quantum Optics have implemented Erwin Schrödinger’s paradoxical gedanken experiment employing an entangled atom-light state.

In 1935 Erwin Schrödinger formulated a thought experiment designed to capture the paradoxical nature of quantum physics. The crucial element of this gedanken...

Im Focus: Implantate aus Nanozellulose: Das Ohr aus dem 3-D-Drucker

Aus Holz gewonnene Nanocellulose verfügt über erstaunliche Materialeigenschaften. Empa-Forscher bestücken den biologisch abbaubaren Rohstoff nun mit zusätzlichen Fähigkeiten, um Implantate für Knorpelerkrankungen mittels 3-D-Druck fertigen zu können.

Alles beginnt mit einem Ohr. Empa-Forscher Michael Hausmann entfernt das Objekt in Form eines menschlichen Ohrs aus dem 3-D-Drucker und erklärt: «Nanocellulose...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Smarte Sensorik für Mobilität und Produktion 4.0 am 07. Februar 2019 in Oldenburg

18.01.2019 | Veranstaltungen

16. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

17.01.2019 | Veranstaltungen

Erstmalig in Nürnberg: Tagung „HR-Trends 2019“

17.01.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Zeitwirtschafts- und Einsatzplanungsprozesse effizient und transparent gestalten mit dem Workforce Management System der GFOS

18.01.2019 | Unternehmensmeldung

Der Schlaue Klaus erlaubt keine Fehler

18.01.2019 | Informationstechnologie

Neues Verfahren zur Grundwassersanierung: Mit Eisenoxid gegen hochgiftige Stoffe

18.01.2019 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics