Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Karate, Tanzen oder Aquajogging

05.04.2006


Sportwissenschaftler der Universität Leipzig werben auf der Leipziger Messe ORTHOPÄDIE + REHA-TECHNIK für den Rehabilitations- und Behindertensport

... mehr zu:
»Behindert »Behindertensport »Karate

Spätestens wenn bei den Paralympics den behinderten Wettkämpfern zugejubelt wird und die Sieger ihre Medaillen entgegennehmen, zweifelt niemand daran, dass Sport und Behinderung einander nicht automatisch ausschließen. Doch was unter den olympischen Ringen oder zu internationalen Meisterschaften geschieht, ist vom Alltag der meisten Behinderten mindestens ebenso weit entfernt wie beim nicht behinderten Sport-Abstinenzler.

Auf Behinderte zugehen


"Allerdings ist es für den Behinderten oft noch schwerer, sich zum Start in den Freizeitsport durchzuringen", erläutert Jürgen Innenmoser, Direktor des Instituts für Rehabilitationssport, Sporttherapie und Behindertensport (IRSB) der sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig. "Also müssen alle, die entsprechende Bewegungs- und Trainingsmöglichkeiten anbieten, auf ihre potentiellen Teilnehmer zugehen, müssen denen beweisen, dass Behinderte zwar nicht alles, aber doch sehr vieles können. Vor allem eines darf dabei nicht fehlen: Der Spaß am Bewegen."

Diesen Schritt auf die behinderten (Noch-nicht-)Sportler zu, wollen die drei mitteldeutschen Behindertensport-Landesverbände während des Publikumstages auf der Leipziger Messe ORTHOPÄDIE + REHA-TECHNIK am 13. Mai 2006 wieder gehen - und mit ihnen die Hersteller entsprechender Ausrüstungen. Solch einen Publikumstag bot die drei Jahrzehnte als reine Fachveranstaltung bundesweit tourende Welt-Leitmesse erstmals 2004. Behinderte und chronisch Kranke, ihre Angehörigen, Freunde und Betreuer hatten damit endlich die Möglichkeit, bei den Herstellern in den Messehallen neue Produkte zu sehen, anzufassen und zu testen In der Glashalle bestand während eines Non-Stop-Bühnenprogramms die Möglichkeit, mitzuerleben, wie vielfältig der Behindertensport ist.

Präsentaion des Behindertensports auf der Bühne

"Uns als Institut geht es darum, nicht nur ein motivierendes, attraktives Show-Programm ins Rampenlicht zu stellen, sondern den Zuschauern auch die entsprechenden Hintergrundinformationen zu liefern. Deshalb werden unsere Experten dem Moderator immer wieder zur Verfügung stehen, das Geschehen auf der Bühne kommentieren und gleichzeitig darüber informieren, wie der Alltag des Rehabilitations- und Behindertensports abläuft. Die Zusage, dass wir dem Publikum alles fachgerecht erläutern, gab auch jenen Akteuren, die sich zuerst nicht durchringen konnten in der Öffentlichkeit aufzutreten, das letzte noch fehlende Quäntchen Mut", erzählt Innenmoser.

Und was passiert nun auf der Bühne? Behinderten- und Seniorensportler aus ganz Mitteldeutschland demonstrieren die Vielfalt der "Sportarten": Stepp- und orientalischen Tanz, Bosseln und Sitzball. Die meisten Aktiven kommen mit ihrem Rollstuhl ins Rampenlicht und präsentieren Karate, Showtanz, Basketball, Volleyball, Hockey oder Rugby. Neu ist, dass im Anschluss an jede Vorführung allen Interessenten die jeweiligen Gesprächspartner zur Verfügung stehen, mit denen sie beraten können, welcher Sport in welchem individuellen Fall der richtige wäre und wo Trainingsmöglichkeiten bestehen.

Problem: Treppe ohne Geländer

Gleichzeitig wird in unmittelbarer Nachbarschaft ein Parcours aufgebaut, auf dem Behinderte Rollstühle und Prothesen testen können. Aber auch Nicht-Behinderte sollten sich auf die Strecke wagen. Rollstühle stehen bereit und beispielsweise auch eine Oberschenkelprothese, welche die "Zweibeiner" nützen können, indem sie mit dem angewinkeltem Bein in einem Prothesenschaft knieen und so plötzlich all die Dysbalance-Probleme wie der Prothesenträger spüren. "Sie werden sehen, dass eine Treppe ohne Geländer oder ein sehr unebener Untergrund plötzlich zum Problem werden", prophezeit Innenmoser.

Auch im Kongressprogramm, das die Messe über vier Tage begleiten wird, treten Experten der Universität Leipzig auf. So spricht beispielsweise Prof. Innenmoser über die Wirksansätze und Bewegungshandlungen für eine Besserung des Rückenschmerzes durch therapeutisches Aqua-Jogging (Donnerstag, 11.05. 10.30 Uhr).

Partner Universität/Messe

"Wir haben mit der Universität Leipzig und vor allem ihrer auf Rehabilitations- und Behindertensport konzentrierten sportwissenschaftlichen Fakultät einen ausgezeichneten Partner vor Ort", kommentiert Messe-Projektleiter Ronald Beyer das Engagement der Wissenschaftler. "Aus den Informationen der Forscher und den Präsentationen der Hersteller ergibt sich für unsere Besucher ein lebendiges, aktuelles und vor allem abgerundetes Bild. Es geht nicht nur darum, Produkte an den Kunden zu bringen, sondern darum, diesen potentiellen Kunden erst einmal zu interessieren und zu ermutigen."

Aus Sicht der Universität bezeichnet Innenmoser die Messe als eine ausgezeichnete Gelegenheit mit den wichtigsten Firmen der Branche ins Gespräch zu kommen. "Für uns ergeben sich aus dem Zusammentreffen der technischen Neuentwicklungen einerseits und aus dem Umgang der Patienten mit der Technik andererseits, also aus dem Zusammentreffen von Hersteller- und Nutzerpraxis interessante Forschungsthemen. Gleichzeitig möchte ich nicht verhehlen, dass die Akzeptanz, die viele Unternehmen für unsere wissenschaftliche Arbeit zeigen, sich nicht selten auch als organisatorische und materielle Unterstützung von Forschung und Lehre niederschlägt."

Marlis Heinz

weitere Informationen:
Prof. Dr. Jürgen Innenmoser
Telefon: 0341 97-31650
E-Mail: jinnen@rz.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Berichte zu: Behindert Behindertensport Karate

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Spitzentechnologie von Heraeus Noblelight für die Luft- und Raumfahrt
12.03.2019 | Heraeus Holding GmbH

nachricht Analog und digital – Automatisierte Bearbeitung und Herstellung faserverstärkter Kunststoffe
08.03.2019 | Fraunhofer IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kartographie eines fernen Sterns

Der am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) gefertigte Spektrograph PEPSI zeigt erste Aufnahmen der Struktur des Magnetfelds auf der Oberfläche eines weit entfernten Sterns. Mittels innovativer Verfahren lassen sich damit neue Erkenntnisse über die Vorgänge auf der Sternoberfläche gewinnen. Die Ergebnisse stellte ein Wissenschaftlerteam nun in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics vor.

Selbst mit den größten Teleskopen erscheinen die Oberflächen entfernter Sterne normalerweise nur als Lichtpunkte. Eine detaillierte Auflösung wird erst mittels...

Im Focus: Stellar cartography

The Potsdam Echelle Polarimetric and Spectroscopic Instrument (PEPSI) at the Large Binocular Telescope (LBT) in Arizona released its first image of the surface magnetic field of another star. In a paper in the European journal Astronomy & Astrophysics, the PEPSI team presents a Zeeman- Doppler-Image of the surface of the magnetically active star II Pegasi.

A special technique allows astronomers to resolve the surfaces of faraway stars. Those are otherwise only seen as point sources, even in the largest telescopes...

Im Focus: Heading towards a tsunami of light

Researchers at Chalmers University of Technology and the University of Gothenburg, Sweden, have proposed a way to create a completely new source of radiation. Ultra-intense light pulses consist of the motion of a single wave and can be described as a tsunami of light. The strong wave can be used to study interactions between matter and light in a unique way. Their research is now published in the scientific journal Physical Review Letters.

"This source of radiation lets us look at reality through a new angle - it is like twisting a mirror and discovering something completely different," says...

Im Focus: Oszillation im Muskelgewebe

Wenn ein Muskel wächst oder eine Verletzung in ihm ausheilt, verwandelt sich ein Teil seiner Stammzellen in neue Muskelzellen. Wie dieser Prozess über zwei oszillierend hergestellte Proteine gesteuert wird, beschreibt nun das MDC-Team um Carmen Birchmeier im Fachjournal „Genes & Development“.

Die Stammzellen des Muskels müssen jederzeit auf dem Sprung sein: Wird der Muskel beispielsweise beim Sport verletzt, ist es ihre Aufgabe, sich so rasch wie...

Im Focus: Das Geheimnis des Vakuums erstmals nachweisen

Neue Forschungsgruppe an der Universität Jena vereint Theorie und Experiment, um erstmals bestimmte physikalische Prozesse im Quantenvakuum nachzuweisen

Für die meisten Menschen ist das Vakuum ein leerer Raum. Die Quantenphysik hingegen geht davon aus, dass selbst in diesem Zustand niedrigster Energie noch...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Ausprobieren und diskutieren

19.03.2019 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Tagung zur Gesundheit von Meeressäugern

18.03.2019 | Veranstaltungen

Tuberkulose - eine der ältesten Krankheiten der Menschheit eliminieren!

15.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kartographie eines fernen Sterns

19.03.2019 | Physik Astronomie

Schlauer Handschuh für Industrie 4.0: Forscher verbinden die Hand mit der virtuellen Welt

19.03.2019 | HANNOVER MESSE

Das neue Original für Industrie 4.0 - Rittal mit neuen Gehäuseserien AX und KX

19.03.2019 | HANNOVER MESSE

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics