Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Infrarotspektroskopie und ’gereizten’ Zellkulturen auf der BioTechnica

27.09.2001


Goethe-Universität Frankfurt auf Gemeinschaftsstand des Landes Hessen / Biophysiker und Dermatologen sind mit zukunftsweisenden Verfahren präsent.


FRANKFURT. Wissenschaftler der Goethe-Universität sind mit neuesten Forschungsergebnissen zu den Themenkomplexen ’Bioanalytische Infrarotspektroskopie’ und ’Zellkulturen - mechanische Stimulierung von Hautzellen’ auf der vom 9. bis 11. Oktober in Hannover stattfindenden BioTechnica vertreten.


Halle 3, Stand D 36
Standtelefon: 0511/89 62 335


Fax: 0511/89 62 336


Die Forscher präsentieren sich auf der im zweijährigen Turnus stattfindenden Leitmesse rund um die Biotechnologie gemeinsam mit kleinen und mittleren Unternehmen auf einem hessischen Gemeinschaftsstand, der von der TechnologieStiftung Hessen GmbH unterstützt wird. Die Messe ist ein Forum zur Präsentation von Biotech-Grundlagen und -Anwendungen über Technologien und Produkte bis zum Marketing; hinzu kommt ein umfangreiches Kongress- und Rahmenprogramm, das weitere Möglichkeiten zum intensiven fachlichen Dialog bietet.

Prof. Dr. Werner Mäntele und PD Dr. Andreas Barth vom Institut für Biophysik der Goethe-Universität bieten Dienstleistungen im Bereich der bioanalytischen Infrarotspektrometrie speziell zur Bearbeitung industrieller Fragestellungen an.

Die Infrarotspektroskopie entwickelt sich zu einer immer wichtigeren bioanalytischen Methode für die direkte, markierungsfreie Charakterisierung von Proteinen und Proteinreaktionen. Die Vorteile ihrer Anwendung liegen im hohen Informationsgehalt des Infrarotspektrums. Struktur und Umgebung selbst kleiner Moleküle können daraus abgeleitet werden. Bei Proteinen lassen sich Informationen über die Sekundärstruktur, den katalytischen Mechanismus und Protein-Ligand-Wechselwirkungen ableiten. Eine Markierung des Proteins oder des Moleküls ist dabei nicht erforderlich, weil Proteinrückgrat, Aminosäureseitengruppen und Substrate direkt beobachtet werden können. Überdies werden zur Analyse nur geringe Proteinmengen benötigt, typischerweise 10-50 mg pro Messung.

Das Zentrum der Dermatologie und Venerologie am Klinikum der Goethe-Universität verfügt über langjährige Erfahrung in der Kultivierung menschlicher Hautzellen.
Die Zellkulturen werden beispielsweise zur Deckung schwer heilender Wunden, dem Testen pharmakologischer Substanzen und zum Studium grundlegender zellphysiologischer Vorgänge genutzt.

Hautzellen reagieren auf mechanische Reize in unterschiedlicher Weise: Dehnung induziert Wachstum, Stauchung hemmt die Zellvermehrung, Druck und Reibung unterstützen Differenzierungsprozesse. In Zellkulturen fehlt diese Stimulierung weitgehend. In Zusammenarbeit mit Biologen entwickelten die Wissenschaftler des Zentrums für Dermatologie und Venerologie (PD Dr. August Bernd) Verfahren zur mechanischen Reizung von Hautkulturen. Unter Verabreichung mechanischer Impulse lassen sich spezielle physiologische Zustände in vitro simulieren, etwa Hautexpansion, oder Schwielenbildung. Mechanischer Druck bewirkt bei Keratinozyten (speziellen Hautzellen) mehrschichtiges Wachstum, die Expression suprabasaler Keratine, die Ausbildung von Zell-Zellkontakten und die Bildung von Hornschuppen. In Pigmentzellen, den sogenannten Melanozyten steigert Druckstimulierung die Pigmentsynthese. Dehnung von Hautzellen führt dagegen zu erhöhter DNA-Replikation und Zellteilungsrate.

Die Verfahren sind nicht nur zur Simulation geeignet; auch ein Einsatz im Rahmen des Tissue Engineering (Hautersatzes nach schweren Verletzungen) ist denkbar.

Ansprechpartner auf dem Messestand sind die o.g. Personen sowie Dr. Roswitha Jurat-Wild, Abteilung Wissenstransfer; Tel.: 069/ 798-28294, Fax: 069/ 798-22673
E-Mail: wtffm@witrans.uni-frankfurt.de.


Weitere Informationen:

Bioanalytische Infrarotspektroskopie (PDF-Datei: 52 KB)

Zellkulturen - mechanische Stimulierung von Hautzellen (PDF-Datei: 45 KB)

Programmheft am hessischen Gemeinchaftsstand (PDF-Datei: 662 KB)

Dr. R. Jurat-Wild | Goethe-Universität

Weitere Berichte zu: BIOTECHNICA Infrarotspektroskopie Zellkultur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer ESK macht verteilte Anwendungen in der Produktion verlässlich
15.11.2018 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht 5G sichert Zukunft von Industrie 4.0 – DFKI mit der SmartFactoryKL auf der SPS IPC Drives
13.11.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Emulsionen masschneidern

15.11.2018 | Materialwissenschaften

LTE-V2X-Direktkommunikation für mehr Verkehrssicherheit

15.11.2018 | Informationstechnologie

Daten „fühlen“ mit haptischen Displays

15.11.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics