Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vibrationsarmer Drucklufthammer wird ab 2005 produziert

26.02.2004


TU Chemnitz und DRUGEMA GmbH Wittgensdorf testen ergonomischen Presslufthammer in sächsischen Gießereien - Überarbeitetes Forschungsmuster wird erstmals auf der INTEC präsentiert


Dr. Holger Unger (r.) und Dipl. Ing. Udo Kreißig bei Einstellarbeiten an einem Versuchsaufbau zur Vibrationsmessung an einem Drucklufthammer. Foto: TU Chemnitz/Uwe Meinhold



Wissenschaftler des Institutes für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme der Technischen Universität Chemnitz zeigen auf der 7. Industrie-Fachmesse INTEC in Chemnitz vom 3. bis 6. März 2004 ein Verfahren zur Breitbandvibrationsdämpfung von Drucklufthämmern. Das überarbeitete Forschungsmuster eines vibrationsarmen Presslufthammers, den die DRUGEMA GmbH in Wittgensdorf gemeinsam mit Forschern um Prof. Dr. Hartmut Enderlein entwickelte und nun in sächsischen Gießereien testet, wird erstmals auf der INTEC auf dem Gemeinschaftsstand "Forschungsland Sachsen" in Halle 1 der Messe Chemnitz (Stand A.6) präsentiert. Bereits im vergangenen Jahr stieß der erste Prototyp des neuen Presslufthammers auf der Hannover Messe auf großes Interesse der Industrie.

... mehr zu:
»Arbeitswissenschaft »DRUGEMA »INTEC


Zum Hintergrund: Etwa 1,47 Millionen Drucklufthämmer werden heute in fast allen Industriebereichen Deutschlands betrieben. Sie alle haben eins gemein - sie vibrieren. Und das spürt man meist schmerzhaft in Händen und Armen. Bei der Konstruktion von Drucklufthämmern wurde bisher vorrangig auf niedrige Material- und Produktionskosten und auf verkaufförderndes Design geachtet. Gesundheitsaspekte bleiben dabei oft auf der Strecke.

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt entwickeln die Forscher der Professur Arbeitswissenschaft der TU Chemnitz und der DRUGEMA GmbH Wittgensdorf (bei Chemnitz) Pneumatikhämmer, die kaum noch vibrieren und den ergonomischen Gestaltungsrichtlinien entsprechen. Die Vibrationsbeschleunigung am Hammergriff wird dabei von derzeit 8 bis 10 m/s² auf etwa ein Drittel gesenkt. Laut der neuen DIN EN 5349-1 dürfen nur solche Hämmer acht Stunden hintereinander von einer Person benutzt werden, die Vibrationsbeschleunigungen kleiner ist als 3 m/s² verursachen.

Handelsübliche Pneumatikhämmer der Klasse um 6 Kilogramm wurden bereits an der TU Chemnitz monatelang getestet und hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Hand-Armsystem bewertet. Anpresskraft, Dämpfungsverhalten, mechanische Impedanz des Hand-Arm-Systems des Bedieners sowie der Wirkwinkel wurden bei allen Versuchen konstant gehalten. Die Chemnitzer Forscher wollen aus diesen Erfahrungen künftig ein Verfahren zur vergleichenden Bewertung von Drucklufthämmern bzw. der Schädigungen durch die Arbeit mit Pneumatikwerkzeugen entwickeln. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass ein neuer Drucklufthammer - made in Sachsen - dank seiner ergonomischen Gestaltung die DIN-Grenzwerte unterschreiten wird.

Die Aufnahme der Produktion der neuen Presslufthämmer bei der DRUGEMA GmbH Wittgensdorf ist Anfang 2005 vorgesehen. Die Planung der dafür nötigen Anlage wird derzeit von der Professur Arbeitswissenschaft der TU Chemnitz realisiert.

Kontakt: TU Chemnitz, Professur Arbeitswissenschaft, Dipl.- Ing. Udo Kreißig, Telefon (03 71) 5 31 - 53 15, E-Mail udo.kreissig@mb.tu-chemnitz.de

Dipl.-Ing. Mario Steinebach | idw

Weitere Berichte zu: Arbeitswissenschaft DRUGEMA INTEC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Roboter zeichnet Skizzen von Messebesuchern
22.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

nachricht Automatisierung und Produktionstechnik – Wandlungsfähig – Präzise – Digital
19.06.2018 | Fraunhofer IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics