Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissensnetzwerk für Designer und Ingenieure

14.11.2000


Neues Internetportal wird auf der EuroMold 2000 vorgestellt

Kommunikation und Kooperation haben seit der Einführung des Internets eine völlig neue Dimension erreicht. Das Netz schafft, wovon alle reden: Globalisierung und gleichzeitige Anpassung der Märkte. Erfolgreiche Unternehmen kooperieren in Netzwerken, haben kürzere Entwicklungszeiten von der Idee bis zum Produkt als die Konkurrenz und ihre Mitarbeiter sind hochqualifiziert. Doch im weltweiten Datennetz, der wichtigsten Informations- und Kommunikationsplattform, steigt die Informationsmenge exponentiell an. Neue Instrumente sind daher nötig, damit der Einzelne aktuelles, für seine Branche relevantes Wissen herausfiltern kann.

Ein Internet-basiertes Wissensmanagement-System speziell für die Design- und Ingenieurbranche entwickeln Forscher des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD. Sie präsentieren den Demonstrator »DEPOT« dieses Systems vom 29. November bis 2. Dezember in Frankfurt/Main auf der EuroMold 2000, der Weltmesse für Werkzeug- und Formenbau, Design und Produktentwicklung. Das Fraunhofer IGD stellt in Halle 8.0, Stand L 129, dem Gemeinschaftsstand Rapid-Prototyping der Fraunhofer Gesellschaft, seine Neuentwicklung vor.

DEPOT steht für »Design und Engineering Portal« und ist ein Informations- und Wissenssystem für das Internet, das insbesondere Designern und Produktentwicklern hilft, ihre Arbeitsprozesse effektiver zu gestalten. Daneben fungiert das System als Kommunikations- und Kooperationsplattform für Kunden, Designer und Zulieferer, d. h. es führt die verschiedenen am Design-Prozess beteiligten Gruppen zusammen. Zwar ist es mit dem so genannten Rapid-Prototyping inzwischen gelungen, sehr schnell dreidimensionale CAD-Modelle in physische Modelle umzusetzen. Doch in der Vorstufe der CAD-Modellierung besteht weiterhin ein enormes Verbesserungspotenzial. Produkte zu konzipieren, zu definieren und zu detaillieren ist immer noch sehr aufwendig, denn die Mitarbeiter benötigen viel Zeit für Detail-Recherchen, die Suche nach neuen Lösungsansätzen oder den Abgleich verschiedener Methoden. DEPOT schließt diese Lücke, indem es den Designern und Ingenieuren aktuelle, breit gefächerte und für die spezifische Produktentwicklung relevante Informationen zielgerichtet herausfiltert und aufbereitet - beispielsweise zu neuen Materialien, Verarbeitungs- und Produktionsverfahren oder Kundenanforderungen.

Neben Technologien wie Datenbanken und Internet setzen die IGD-Forscher auf Software-Agenten, die den einzelnen Nutzer bei der individuellen Recherche unterstützen und gleichzeitig den Informations- und Wissenspool des Systems ständig aktualisieren. »Wir entwickeln ein Wissensnetzwerk, das den Anwendern genau die spezifischen Informationen zur Verfügung stellt, die für ihre Arbeit wesentlich sind. Der Zugriff auf global verfügbares Fachwissen hilft den Unternehmen, Ideen schneller als bisher in Produkte umzusetzen und Fehler im Entwicklungsprozess zu minimieren«, beschreibt Dr. Joachim Rix, Leiter der Abteilung Industrielle Anwendungen am Fraunhofer IGD, die Vorteile dieses branchenspezifischen Internet-Portals. Er prognostiziert, das Wissensnetzwerk könne zum strategischen Wettbewerbsvorteil für die Design- und Ingenieurbranche werden, da es für einen effektiven Wissenstransfer sorgt. Ausgerichtet ist DEPOT auf die spezifischen Bedürfnisse von Industriedesign-Unternehmen, Maschinenbau-Betrieben, Design-Dienstleistern, Zulieferern im Bereich Designdienstleistung, Berufsverbänden, Modellbau-Betrieben, Rapid-Prototyping-Anbietern, Universitäten und Design-Zentren.


»Teleservice Zentrum Design« unterstützt Informations- und Partnersuche
Es existieren viele Wissensmanagement-Konzepte auf dem Markt, doch in der praktischen Umsetzung stoßen die Entwickler immer wieder an Grenzen - die Akzeptanz der Nutzer. Die ist bei DEPOT gegeben, denn der Demonstrator des zukünftigen Wissensnetzwerkes basiert auf den Ergebnissen bzw. Praxiserfahrungen des Projektes »Teleservice Zentrum Design« , kurz TeZeD, das von der EU im Rahmen der ADAPT-Initiative gefördert wurde. TeZeD, entwickelt von Wissenschaftlern des Fraunhofer IGD und der TU Darmstadt ist ein Internetdienst für Design-Büros und -Abteilungen, das den Nutzern designspezifische Informationen zur Verfügung stellt - für den gesamten Design-Prozess. TeZeD dient somit als Kooperations- und Kommunikationsplattform für Kunden, Designer und Zulieferer. Die Ergebnisse des Projektes zeigten, welcher Bedarf an Wissen und Information in der Branche besteht und welche Anforderungen ein benutzerorientiertes Wissensmanagement-System erfüllen muss. Ein Expertenkreis, dem u.a. Vertreter vom Verband deutscher Ingenieure (VDI), Design-Unternehmen, Zulieferer, Modellbauer, Consulting-Firmen und des Design-Zentrums Hessen angehörten, beurteilten das Konzept des Wissensnetzwerkes DEPOT sehr positiv. So hob der VDI hervor, dass das Projekt eine verstärkte Zusammenarbeit von Designern und Ingenieuren ermögliche, die längst überfällig sei.


VR-Methoden für effektives Rapid Product Development
Das Fraunhofer IGD zeigt auf der EuroMold 2000 auch neue Einsatzmöglichkeiten für die Technologien der Virtual Reality (VR). Gerade Prozesse in der Produktentwicklung lassen sich mit VR-Methoden erheblich beschleunigen. Bereits für frühe Prozess-Phasen wie Produktdefinition und Formfindung hat das IGD Arbeitsweisen entwickelt, damit Designer optimal in virtuellen Umgebungen gestalten können. »Der intuitive Umgang mit Modellen in einem solch frühen Stadium verkürzt Entwicklungszeiten und reduziert die Anzahl der Entwicklungs- und Optimierungszyklen,« so Dr. Joachim Rix vom Fraunhofer IGD. Wird VR nicht nur im Design Review sondern auch in der Produktentwicklung eingesetzt, können Medienbrüche minimiert und damit der gesamte Prozess des Rapid Product Development effizient gestaltet werden.


Ansprechpartner:
Dr.-Ing. Joachim Rix,
Fraunhofer IGD, Darmstadt
Telefon: +49 (0) 6151/155-220,
Telefax: +49 (0) 6151/155-299,
E-Mail: joachim.rix@igd.fhg.de
URL: http:www.igd.fhg.de/igd-a2

EuroMold 2000 in Frankfurt am Main
Weltmesse für Werkzeug- und Formenbau, Design und Produktentwicklung
29. November bis 2. Dezember
http:www.euromold.com
Fraunhofer IGD: Halle 8.0, Stand L 129


Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD), dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt. Weitere Institutionen des Netzwerkes sind das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Computergraphik in der Chemie und Pharmazie (AGC) in Frankfurt, das Fraunhofer Center for Research in Computer Graphics (CRCG) in Providence, Rhode Island (USA), das Fraunhofer Centre for Advanced Media Technology (CAMTech) in Singapur und das Centro de Computação Gráfica (CCG) in Coimbra (Portugal).
Innerhalb des Netzverbundes sind an den sechs Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 450 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Bei einem Haushalt von über 70 Millionen DM bildet das INI-GraphicsNet weltweit den größten Forschungsverbund auf dem Gebiet der Graphischen Datenverarbeitung.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Bernad Lukacin | idw

Weitere Berichte zu: EuroMold Graphische Datenverarbeitung TeZeD Wissensnetzwerk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Roboter zeichnet Skizzen von Messebesuchern
22.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

nachricht Automatisierung und Produktionstechnik – Wandlungsfähig – Präzise – Digital
19.06.2018 | Fraunhofer IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics