Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuartige Möglichkeiten im Explosionsschutz

17.03.2008
DART, die neue Dimension der Eigensicherheit - von der PTB auf der INTERKAMA vorgestellt

Werden elektrische Geräte in explosionsgefährdeten Bereichen betrieben, dann gilt besondere Vorsicht. Schließlich kann schon ein kleiner Funke zur Katastrophe führen. Damit das nicht passiert müssen solche Geräte entweder aufwendig verkapselt werden oder man sorgt dafür, dass keine zündfähigen Funken entstehen. Letzteres Schutzkonzept wird "Eigensicherheit" genannt.

Bisher konnten eigensichere Geräte kaum mehr als 2 Watt Wirkleistung umsetzen. Mit Hilfe der neu entwickelten DART-Technologie lässt sich die Obergrenze des Wirkleistungsumsatzes auf bis zu 50 Watt anheben. Damit lassen sich nun gegenüber bisherigen Lösungen völlig neue eigensichere Anwendungsbereiche erschließen oder auch wesentlich mehr elektrische Geräte eigensicher betreiben.

Das DART-Konzept ist das Ergebnis eines AiF-Forschungsvorhabens, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit gefördert wird. Hierbei arbeitet die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) als leitende Forschungsstelle sehr eng mit sechs deutschen Industriefirmen - dem Projektbegleitenden Ausschuss - zusammen. Vom 21. - 25. April wird die Wirkungsweise von DART in Verbindung mit industriellen Applikationen auf der Hannover Messe - INTERKAMA präsentiert. (Halle 7, Stand E 14).

... mehr zu:
»Antriebssystem »Sensor

Ein eigensicheres elektrisches Gerät bietet viele Vorteile: Unter anderem lässt sich bei der Produktion Geld sparen, weil keine aufwendigen Verkapselungen oder ähnliche Schutzvorrichtungen nötig sind. Außerdem ist es auch im laufenden Betrieb möglich, Arbeiten wie Umrüstung, Erweiterung oder Wartung ohne Heißarbeitserlaubnis durchzuführen. Und auch die Anschluss- und Installationstechnik ist einfacher. Doch wegen der Obergrenze der erlaubten Wirkleistung kam diese Zündschutzart bisher hauptsächlich in der Mess- und Regeltechnik zum Einsatz - etwa bei der Energieversorgung von Sensoren oder Aktoren. Mit Hilfe der deutlich leistungsstärkeren DART-Technologie lassen sich die Vorteile der Eigensicherheit auf eine wesentlich größere Anwendungspalette übertragen. Damit können jetzt auch beispielsweise Industrie-PCs, LED-Beleuchtungssysteme, Sensoren mit hohem Leistungsbedarf, magnetische Stellglieder, Magnetventile oder Heizungen eigensicher konstruiert werden.

DART bedeutet Dynamic Arc Recognition and Termination. Es funktioniert wie ein Notschalter: Es erkennt einen sich bildenden Störfall (etwa der Öffnung des Stromkreises) über die damit verbundene Stromänderung und schaltet die Versorgung sofort ab. Dabei wird in wenigen Mikrosekunden die zündungsrelevante Energie wirksam begrenzt und damit ein zündfähiger Funke verhindert. Bei einem so schnell reagierenden System hat auch die Laufzeit in der Leitung einen Einfluss. Je nach Länge der Leitung sowie nach der Art der Anwendung (Feldbus- oder High-Power-Anwendung) kann die maximal erlaubte Wirkleistung für die Zündschutzart Eigensicherheit auf 8 Watt bis 50 Watt angehoben werden.

Außerdem gibt die PTB auf der Messe einen Überblick über ihre Aufgaben bei der Zulassung explosionsgeschützter Antriebssysteme. Die PTB genießt auf diesem Gebiet international ein hohes Ansehen, nicht zuletzt weil sie gestützt auf eigene Grundlagenforschung aktiv in nationalen und internationalen Normungsinstitutionen mitarbeitet.

Ansprechpartner in der PTB
DART: Dr. Udo Gerlach, PTB-Arbeitsgruppe 3.62 Explosionsgeschütze Feldbus- und Speisesysteme, Tel. (0531) 592 - 3620, E-Mail: udo.gerlach@ptb.de

Zulassungsaufgaben der PTB: Dr. Christian Lehrmann, PTB-Arbeitsgruppe 3.72 Explosionsgeschützte elektrische Antriebssysteme, Tel. (0531) 592 - 3533, E-Mail: christian.lehrmann@ptb.de

Erika Schow | idw
Weitere Informationen:
http://www.interkama.de

Weitere Berichte zu: Antriebssystem Sensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Spitzentechnologie von Heraeus Noblelight für die Luft- und Raumfahrt
12.03.2019 | Heraeus Holding GmbH

nachricht Analog und digital – Automatisierte Bearbeitung und Herstellung faserverstärkter Kunststoffe
08.03.2019 | Fraunhofer IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Oszillation im Muskelgewebe

Wenn ein Muskel wächst oder eine Verletzung in ihm ausheilt, verwandelt sich ein Teil seiner Stammzellen in neue Muskelzellen. Wie dieser Prozess über zwei oszillierend hergestellte Proteine gesteuert wird, beschreibt nun das MDC-Team um Carmen Birchmeier im Fachjournal „Genes & Development“.

Die Stammzellen des Muskels müssen jederzeit auf dem Sprung sein: Wird der Muskel beispielsweise beim Sport verletzt, ist es ihre Aufgabe, sich so rasch wie...

Im Focus: Das Geheimnis des Vakuums erstmals nachweisen

Neue Forschungsgruppe an der Universität Jena vereint Theorie und Experiment, um erstmals bestimmte physikalische Prozesse im Quantenvakuum nachzuweisen

Für die meisten Menschen ist das Vakuum ein leerer Raum. Die Quantenphysik hingegen geht davon aus, dass selbst in diesem Zustand niedrigster Energie noch...

Im Focus: Revealing the secret of the vacuum for the first time

New research group at the University of Jena combines theory and experiment to demonstrate for the first time certain physical processes in a quantum vacuum

For most people, a vacuum is an empty space. Quantum physics, on the other hand, assumes that even in this lowest-energy state, particles and antiparticles...

Im Focus: Test der Symmetrie der Raumzeit mit Atomuhren

Der Vergleich zweier optischer Atomuhren bestätigt ihre hohe Genauigkeit und eine Grundannahme der Relativitätstheorie - Nature-Veröffentlichung

Einstein formulierte in seiner Speziellen Relativitätstheorie die These, die Lichtgeschwindigkeit sei immer und unter allen Bedingungen gleich. Doch diese...

Im Focus: Energieeffizientes Supraleiterkabel für Zukunftstechnologien

Ob für die Anbindung von Windparks, für die Gleichstromversorgung auf Schiffen oder sogar für leichte und kompakte Hochstromleitungen in künftigen vollelektrischen Flugzeugen: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben ein vielseitiges Supraleiterkabel entwickelt, das auf einfache Weise industriell gefertigt werden kann. Bei moderater Kühlung transportiert es elektrische Energie nahezu verlustfrei.

Supraleiter übertragen elektrischen Strom bei tiefen Temperaturen nahezu verlustfrei – das macht sie für eine ganze Reihe energiesparender Technologien...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Tagung zur Gesundheit von Meeressäugern

18.03.2019 | Veranstaltungen

Tuberkulose - eine der ältesten Krankheiten der Menschheit eliminieren!

15.03.2019 | Veranstaltungen

18. Fachtagung zu Rapid Prototyping

13.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der virtuelle Graue Star

18.03.2019 | Informationstechnologie

Objekt­erkennung für innovative Logistiksysteme

18.03.2019 | Verkehr Logistik

Forscher entwickeln Roboterarme biegsam wie Elefantenrüssel: für große Greifer und kleine Endoskope

18.03.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics