Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DNA-Impfung gegen „Kinderschnupfen-Virus“

11.10.2012
Innovative Impfstoffentwicklung zum Schutz vor RSV
RUBIN Sonderausgabe Transfer ist erschienen

Für Säuglinge und ältere oder gesundheitlich vorbelastete Menschen kann ein normalerweise harmloses Schnupfenvirus schlimme Folgen haben. Bisher gibt es dagegen keinen Impfschutz. RUB-Wissenschaftler untersuchen eine neue Impfstrategie: Statt inaktivierter Viren oder Virusbestandteile nutzen sie DNA, um das Immunsystem des Impflings gegen die Erkrankung zu wappnen. Sie berichten in RUBIN Transfer, der aktuellen Sonderausgabe des Wissenschaftsmagazins der Ruhr-Universität.

RUBIN mit Bildern im Internet
Den vollständigen Beitrag mit Bildern zum Herunterladen finden Sie im Internet unter: http://www.rub.de/rubin

Gefahr für Säuglinge und ältere Menschen

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) verursacht in der Regel nur leichte Beschwerden wie Schnupfen, Husten und Bronchitis. Gefährlich ist die RSV-Infektion jedoch für Säuglinge und Kleinkinder. Auch bei älteren Menschen und Erwachsenen mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems kann es nach RSV-Infektion zu schweren Atemwegserkrankungen bis hin zur Lungenentzündung kommen. Bislang gibt es keinen zugelassenen Impfstoff gegen die Infektion. RUB-Forscher um Dr. Thomas Grunwald (Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie, Leiter: Prof. Dr. Klaus Überla) beschreiten neue Wege auf der Suche nach einem wirksamen Impfstoff.

Erbinformation des Virus als Impfstoff nutzen

Während die meisten Impfstoffe bisher aus abgeschwächten oder abgetöteten Infektionserregern oder isolierten Bestandteilen dieser Erreger bestehen, setzen sie auf genetische Impfstoffe wie zum Beispiel Nukleinsäuren. Die Nukleinsäure – die DNA oder auch RNA des Virus – enthält den Bauplan für die meisten Proteine, die ein Virus zur Vermehrung benötigt. Einige Proteine, die sich auf der Oberfläche von viralen Infektionserregern befinden, sind für die Forscher besonders interessant, denn sie sind durch das Immunsystem angreifbar. Eine Infektion kann meist verhindert werden, wenn diese Oberflächenproteine gestört oder durch neutralisierende Antikörper gebunden werden.

Schnell und kostengünstig herstellen, einfach lagern

Die Forscher konzentrieren sich daher auf ein solches Oberflächenprotein, das RSV-F-Protein. Im Labor untersuchten und optimierten sie die Gensequenz, in der die Bauanleitung dieses Proteins kodiert ist. Sie konnten zeigen, dass nach Einbringen dieser optimierten DNA-Sequenz in die Zellkultur mit menschlichen Zellen eine ungewöhnlich hohe Expression des RSV-F-Proteins erfolgte – es wurde 5000mal mehr RSV-F hergestellt als mit der ursprünglichen viralen Sequenz. Im Tierversuch erwies sich die Impfung als erfolgreich. Nun testeten die Forscher neue Wege, um die Geninformationen in den Körper des Impflings zu bringen. Bei der in vivo Elektroporation sorgen kurze elektrische Impulse im Moment der Impfung dafür, dass Zellmembranen durchlässig werden und Zellen die fremde DNA sehr effizient aufnehmen. Bisherige Versuche verliefen erfolgreich, weitere Studien werden folgen. Gegenüber herkömmlichen Impfstoffen hat die DNA-Impfung viele weitere Vorteile: DNA-Impfstoffe lassen sich kostengünstig und schnell herstellen, sind sicher – die DNA bleibt in einer Zelle und verbreitet sich nicht im Körper – und lässt sich einfach lagern.

Themen in RUBIN Transfer

In RUBIN Transfer finden Sie darüber hinaus folgende Themen: Kohlenstoffchemie: Grübchen graben auf der Nanoskala; Mineral-Tuning für die Industrie; DNA-Impfung gegen „Kinderschnupfen-Virus“; Raffinierte Schwingungen steuern Plasma, Sprachakrobaten im Einsatz für moderne Amtssprache; Messstation funkt Wasserstand; Elektromobilität: Ein Auto im Schrank; Der perfekte Trainingsplan; Personalisierte Medizin: Die Arznei, die „passt“; Wissensmanagement: Virtuelle Schubladen; Damit jede Schraube funktioniert; Mit Hochspannung zum Quantencomputer. RUBIN Transfer ist bei der Verwertungsgesellschaft der RUB rubitec GmbH (Tel. 0234/32-11950, rubitec@rub.de) zum Einzelpreis von 6,- Euro erhältlich und online unter http://www.rub.de/rubin.

Weitere Informationen

Dr. Thomas Grunwald, Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie, Medizinische Fakultät der RUB, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23189, E-Mail: thomas.grunwald@rub.de, RUBIN im Internet: http://www.rub.de/rubin

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.rub.de/rubin
http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin-transfer/beitraege/beitrag3.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Genaue Entschlüsselung von Brustkrebszellen könnte neue Therapie eröffnen
16.04.2019 | Universität Zürich

nachricht Dauerstress stört die Frakturheilung Überreaktionen des Immunsystems behindern Knochenneubildung
08.04.2019 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics