Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Höhere Risiken durch Arzneimittel im Alter

07.09.2000


... mehr zu:
»KDA
KDA-Magazin Pro ALTER:

Höhere Risiken durch Arzneimittel im Alter -
Geriater warnt vor erheblichen Neben- und Wechselwirkungen

Köln (KDA), 7. September 2000 - Im Alter können Medikamente schnell zu bitteren Pillen mit erheblichen Risiken werden. Denn gerade die Medikamentengruppen, die von Senioren besonders häufig konsumiert werden, hätten vielfältige Nebenwirkungen. Darauf weist die vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) herausgegebene Zeitschrift Pro ALTER in ihrer aktuellen Ausgabe (2/2000) hin.
Insbesondere Blutdruckmittel und Medikamente gegen Diabetes mellitus sowie Schmerz- und Rheumamittel hätten oft erhebliche Wechsel- und Nebenwirkungen, schreibt Pro ALTER. "Dabei stehen Nebenwirkungen durch Bluthochdruck-Präparate mit 13,1 Prozent an vorderster Stelle", warnte der Geriater und KDA-Kurator Professor Dr. med. Erich Lang in einem Interview mit der Zeitschrift.
Gesundheitliche Gefahren drohten auch durch Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme verschiedener Medikamente. "Es ist möglich, dass sich die Präparate in ihrer Wirkung verstärken oder abschwächen", erklärte Lang, der als Chefarzt an der Medizinischen Klinik des Waldkrankenhauses St. Marien in Erlangen arbeitet. Es sei daher sehr wichtig, dass gerade ältere Patienten die behandelnden Ärzte auch über Medikamente informieren, die sie von anderen Medizinern aus ganz anderen Gründen verordnet bekamen.

Bei Medikamentenkonsum viel trinken

Ältere Menschen, die Medikamente einnehmen, sollten besonders auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, rät Lang. Jeder Mensch benötige pro Tag durchschnittlich zwei Liter Flüssigkeit, die er über den Tag verteilt zu sich nehmen sollte. Im Alter nehme das Durstgefühl jedoch oft ab. Beim Konsum von Medikamenten bestehe dann die Gefahr, dass die Wirkstoff-Konzentration im Blut zu hoch wird. Das führe vielfach zu gesundheitlichen Komplikationen, heißt es im Magazin des KDA.

Beipackzettel häufig problematisch

Ganz besonders wichtig sei auch die richtige Dosierung der Medikamente. Die Dosierungs-Empfehlungen in den Beipackzetteln seien oft für ältere Menschen nicht zutreffend. Denn die Beipackzettel würden sich stets an einem "Normmenschen" orientieren. Wichtig sei jedoch die individuelle körperliche Verfassung einer Person, die am besten ein kompetenter Arzt beurteilen könne. Beipackzettel seien "oft problematisch, wenn nicht sogar gefährlich für ältere Patienten", erläuterte Lang. "Denn Ältere missverstehen mehr als Jüngere die darin enthaltenen Hinweise und das führt oft zu Unsicherheit und Angst vor einem Medikament, das so viele Nebenwirkungen haben kann".
Wichtiger als die Information im Beipackzettel sei eine fachkundige Beratung durch einen Arzt. Denn dieser könne nicht nur den richtigen Behandlungs- und Dosierungsplan aufstellen, sondern auch über potenzielle Nebenwirkungen und ihre Bewertung aufklären. Langs Tipp: "Bitten Sie ihren Arzt um einen schriftlichen Behandlungsplan!"

Weitere Themen der 88-seitigen Pro Alter-Ausgabe 2/2000 sind unter anderem:

· Betreutes Wohnen: Service, Preise, Verträge
· Gerontopsychiatrie: Zugänge in die (fremde) Welt
Demenzkranker
· Altenhilfe-Gesetze: Reformen für mehr Qualität?
· Seniorentag 2000: "Offensiv in die Zukunft!"
· Altenheim-Umbau: Wo bleiben die Bewohner?


Pro ALTER ist zu beziehen beim Kuratorium Deutsche Altershilfe, An der Pauluskirche 3, 50677 Köln, Fax: 0221/931847-6, E-Mail: versand@kda.de. Das Magazin erscheint viermal im Jahr. Die Bezugsgebühr für das Jahresabonnement beträgt 29,- DM (einschließlich Versandkosten), das Einzelheft kostet 8,50 DM (zuzüglich Versandkosten).

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Hans Nakielski |

Weitere Berichte zu: KDA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Digitaler Zwilling für personalisierte Medizin - Schick den Avatar zum Arzt
12.07.2019 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Umfangreiche genetische Studie klärt Transformation von Vorleukämie zur vollständigen Leukämie auf
12.07.2019 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Megakaryozyten als „Türsteher“ und Regulatoren der Zellmigration im Knochenmark

In einer neuen Studie zeigen Wissenschaftler der Universität Würzburg und des Universitätsklinikums Würzburg, dass Megakaryozyten als eine Art „Türsteher“ auftreten und so die Eigenschaften von Knochenmarksnischen und die Dynamik der Zellmigration verändern. Die Studie wurde im Juli im Journal „Haematologica“ veröffentlicht.

Die Hämatopoese ist der Prozess der Bildung von Blutzellen, der überwiegend im Knochenmark auftritt. Das Knochenmark produziert alle Arten von Blutkörperchen:...

Im Focus: Megakaryocytes act as „bouncers“ restraining cell migration in the bone marrow

Scientists at the University Würzburg and University Hospital of Würzburg found that megakaryocytes act as “bouncers” and thus modulate bone marrow niche properties and cell migration dynamics. The study was published in July in the Journal “Haematologica”.

Hematopoiesis is the process of forming blood cells, which occurs predominantly in the bone marrow. The bone marrow produces all types of blood cells: red...

Im Focus: Beschleunigerphysik: Alternatives Material für supraleitende Hochfrequenzkavitäten getestet

Supraleitende Hochfrequenzkavitäten können Elektronenpakete in modernen Synchrotronquellen und Freien Elektronenlasern mit extrem hoher Energie ausstatten. Zurzeit bestehen sie aus reinem Niob. Eine internationale Kooperation hat nun untersucht, welche Vorteile eine Beschichtung mit Niob-Zinn im Vergleich zu reinem Niob bietet.

Zurzeit ist Niob das Material der Wahl, um supraleitende Hochfrequenzkavitäten zu bauen. So werden sie für Projekte wie bERLinPro und BESSY-VSR eingesetzt,...

Im Focus: Künstliche Intelligenz löst Rätsel der Physik der Kondensierten Materie: Was ist die perfekte Quantentheorie?

Für einige Phänomene der Quanten-Vielteilchenphysik gibt es mehrere Theorien. Doch welche Theorie beschreibt ein quantenphysikalisches Phänomen am besten? Ein Team von Forschern der Technischen Universität München (TUM) und der amerikanischen Harvard University nutzt nun erfolgreich künstliche neuronale Netzwerke für die Bildanalyse von Quantensystemen.

Hund oder Katze? Die Unterscheidung ist ein Paradebeispiel für maschinelles Lernen: Künstliche neuronale Netzwerke können darauf trainiert werden Bilder zu...

Im Focus: Artificial neural network resolves puzzles from condensed matter physics: Which is the perfect quantum theory?

For some phenomena in quantum many-body physics several competing theories exist. But which of them describes a quantum phenomenon best? A team of researchers from the Technical University of Munich (TUM) and Harvard University in the United States has now successfully deployed artificial neural networks for image analysis of quantum systems.

Is that a dog or a cat? Such a classification is a prime example of machine learning: artificial neural networks can be trained to analyze images by looking...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auswandern auf Terra-2?

15.07.2019 | Veranstaltungen

Hallo Herz! Wie kommuniziert welches Organ mit dem Herzen?

12.07.2019 | Veranstaltungen

Schwarze Löcher und unser Navi im Kopf: Wissenschaftsshow im Telekom Dome in Bonn

11.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer: What’s next?

16.07.2019 | Messenachrichten

GFOS auf der Zukunft Personal Europe: Workforce Management weitergedacht

16.07.2019 | Messenachrichten

Megakaryozyten als „Türsteher“ und Regulatoren der Zellmigration im Knochenmark

16.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics