Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Stützen fürs Blutgefäß

11.04.2002


Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel Herzinfarkt sind die häufigste Todesursache in den entwickelten Ländern. Deren Behandlung zu verbessern, ist Gegenstand von Forschungsarbeiten im Forschungszentrum Rossendorf (FZR), Dresden. So soll ein Projekt von Bernhard Noll den erneuten Verschluss eines verengten Blutgefäßes verhindern. Eine bessere Nachkontrolle nach so genannten Stent-Behandlungen zu ermöglichen sowie die Verträglichkeit von Stents (kleine Drahtgeflechte, die die verkrusteten Adern stützen sollen) zu verbessern, ist Thema eines Projektes von Manfred Maitz und seinen Kollegen. Zu sehen sind die Arbeiten zur Hannover Messe 2002 in Halle 18, Stand M16 (Forschungsland Sachsen).

Herzinfarkt entsteht durch eine schwere Durchblutungsstörung des Herzens, verursacht durch so genannte Arterienverkalkung oder Arteriosklerose von Herzkranzgefäßen. Dazu kommt es, wenn die Gefäßwand durch wucherndes Gewebe immer dicker wird, verhärtet und an Flexibilität verliert. Zusätzlich lagern sich Cholesterin und Kalk ab, so dass die Gefäßöffnung immer mehr eingeengt wird. Zwar kann der Kardiologe die Verengung mit Hilfe eines Katheters beseitigen, doch das Gefäß ist dauerhaft geschädigt und muss durch eine zusätzliche Stütze, einen so genannten Stent, offen gehalten werden.

Die Behandlung selbst bedeutet nur einen relativ kleinen Eingriff und ist eine echte Alternative zur Bypass-Operation. Trotzdem können Probleme auftreten. Beispielsweise dürfen sich keine Blutgerinnsel auf den Stentoberflächen bilden, lebensbedrohliche Thrombosen und Embolien wären die Folge. Zum anderen sind die feinen Drahtgeflechte, die tief im Körper verankert sind, auf Röntgenbildern kaum zu sehen. Das erschwert die Nachkontrolle erheblich. In beiden Fällen helfen so genannte Ionenstrahlverfahren. Mit in diesem Falle gut verträglichen Schwermetallen wie Tantal erhöhen Maitz und Kollegen nicht nur die Blutkompatibilität des Stentmaterials und senken damit das Thromboserisiko, sie erreichen auch einen wesentlich besseren Röntgenkontrast.

Wird ein Stent in eine Ader eingesetzt, geht das nicht spurlos an den empfindlichen Gefäßen vorüber. Sie werden verletzt, und der Körper kann mit erneuten Wucherungen reagieren. - Dieselbe Stelle droht wieder zu verschließen. Das zu verhindern, ist Bernhard Noll gelungen, indem er die Stents mit Radionukliden behandelt hat. In einem weiteren Projekt beschichtet Maitz die Stents mit medikamenthaltigen Kunststoffen, die entzündungshemmend wirken. - Was die Radionuklide bereits heute bewirken, also Wucherungen verhindern, will Maitz auch ohne Radioaktivität erreichen.

Info: Das Forschungszentrum Rossendorf (FZR) ist Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. (WGL). Der WGL gehören 79 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen an, von denen neben dem FZR noch drei weitere in Dresden ansässig sind. Die Institute der Leibniz Gemeinschaft arbeiten nachfrageorientiert und interdisziplinär; sie sind von überregionaler Bedeutung, betreiben Vorhaben im gesamtstaatlichen Interesse und werden deshalb von Bund und Ländern gemeinsam gefördert.

Belegexemplar bitte an:
Forschungszentrum Rossendorf

... mehr zu:
»Blutgefäß »FZR »Stent

Dr. Silke Ottow
Postfach 510119
01314 Dresden

s.ottow@fz-rossendorf.de

Dr. Frank Stäudner | idw
Weitere Informationen:
http://www.fz-rossendorf.de/hmi2002

Weitere Berichte zu: Blutgefäß FZR Stent

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mit körpereigenem Protein Herpes bekämpfen
13.11.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Mit Lichtimpulsen Herzzellen abschalten
06.11.2018 | Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Emulsionen masschneidern

15.11.2018 | Materialwissenschaften

LTE-V2X-Direktkommunikation für mehr Verkehrssicherheit

15.11.2018 | Informationstechnologie

Daten „fühlen“ mit haptischen Displays

15.11.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics